15.02.2013 15:53:00
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Brotpreis soll im Herbst steigen - Weiter KV-Streit bei Großbäckern
"Für uns gibt es den guten und den nicht so guten Bäcker", lautete die Antwort auf die Frage "Was unterscheidet Sie Ihrer Ansicht nach von einer Großbäckerei?". Gutes Brot könne aus jeder Backstube kommen, wenn mit den Rohstoffen richtig umgegangen wird.
Den teureren Großbäcker-Kollektivvertrag - den die Gewerkschaft neben Ströck auch vom Konkurrenten Mann verlangt - wende man nicht an "weil wir im Wettbewerb stehen. Es gibt unseres Wissens zur Zeit keinen Bäckerfilialisten, welcher seine Mitarbeiter nach den Großbäcker-Kollektivvertrag bezahlt."
"30 Prozent der österreichischen Bäckereien sind jährlich hart an der Gewinn-Verlustgrenze. Ein guter Durchschnittsbetrieb verdient heute zwischen 2 und 3 Prozent brutto vom Umsatz. Und da darf nicht mehr viel schiefgehen", erklärten Gerhard und Gabriele Ströck weiter.
Auf die Frage, wie die Kosten aussähen, würde der Industrie- statt des Gewerbe-KVs angewendet, antworteten die Ströck-Chefs so: "Wir wissen momentan nicht, was der Kostenfaktor ist." Auch nicht beantwortbar war die Frage, wie viele Mitarbeiter überhaupt für den Indsutrie-KV in Frage kämen: "Wir können das nicht beantworten. Es gibt keine exakte, klare Definition was ein Industrie- und was ein Gewerbebäcker ist. Wir würden es begrüßen, wenn das endlich einmal auf höchster Ebene in Europa geklärt würde."
Betont wurde: "Wir bezahlen zumindest das mit der Gewerkschaft im Oktober 2012 verhandelte Gehalt."
Ob die Konkurrenz - etwa verwenden Ölz und Anker den Industrie-KV - besser bezahlt, wollte ein weiterer "derstandard.at"-User wissen. "Wir können dies nicht beurteilen. Wir kennen die konkreten Zahlen nicht", bekam er von Gerhard und Gabriela Ströck als Antwort.
Maschinen kämen bei Ströck beispielsweise beim Teigmischen zum Einsatz, "aus humanitären Gründen" habe man einen Stapelroboter im Tiefkühlhaus installiert. Ein Bäcker bekomme nicht weniger bezahlt als ein Maschinenarbeiter, der bei Ströck "eine angelernte Hilfskraft" ist.
Selbstverständlich gebe es im Unternehmen Leistungsprämien, auf die Erkrankungen von Mitarbeitern "keine Auswirkung" hätten. Bezahlt werde "geschlechterneutral - bei selber Leistung selber Gehalt".
Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp betonten zuletzt erneut, "dass die Entlohnung der Ströck-Beschäftigten nach dem Gewerbe-Kollektivvertrag nicht mehr haltbar ist und der Großbäcker-KV zur Anwendung kommen muss". Ein Betrieb mit 1.800 Mitarbeitern "kann kein gewerbliche Kleinbäcker sein". Ähnliche Vorwürfe machen die Gewerkschaften dem Ströck-Konkurrenten Mann. Die Gewerkschaften kündigten an, "in den kommenden Wochen eine Aufsichtsbeschwerde" einzubringen.
(Schluss) phs/ivn
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