04.02.2013 15:05:32

Aktien Frankfurt: Dax auf Talfahrt - Stimmung wegen Spanien und Italien getrübt

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag tief in die Verlustzone abgerutscht. Nach einem zögerlichen Start weitete der Dax (DAX) das Minus kontinuierlich aus und intensivierte seine Talfahrt am Nachmittag nochmals. Zuletzt büßte der Leitindex 1,41 Prozent und 7.722,75 Punkte ein und erreichte den tiefsten Stand seit mehr als einer Woche. Zeitweise war er nicht nur unter die Marke von 7.800 Punkten, sondern auch gleich noch unter die 7.700 Punkte gefallen. Der MDAX (MDAX) fiel um 0,85 Prozent auf 12.648,54 Punkte, und der TecDax (TecDAX) sank um 0,34 Prozent auf 877,36 Punkte.

 

    Börsianer erklärten den Rücksetzer mit neuen politischen Sorgen in der Eurozone, speziell wegen den in Spanien kursierenden Korruptionsvorwürfen gegen die Regierungspartei. "Ein drohendes Ende für Ministerpräsident Mariano Rajoy und seine Partei würde die derzeit laufende Haushaltskonsolidierung in Spanien untergraben", sagte Marktexperte Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital am Mittag. Als Unruheherd verwies er zudem auf die jüngsten Wahlumfragen in Italien, die darauf hindeuten, dass die Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi vor der baldigen Parlamentswahl in der Wählergunst aufholt.

 

EON UND RWE AN DAX-SPITZE

 

    Größter verbliebener Dax-Gewinner waren die Aktien von RWE mit einem moderaten Zugewinn von 0,25 Prozent. Laut Presseberichten erwägt der Versorger deutliche Ausgabenkürzungen, um seine Verschuldung abzubauen. Eon dagegen waren mit dem Markt ganz knapp ins Minus abgerutscht, obwohl sie lange Zeit von dem vorerst abgewendeten Streik profitiert hatten. Ein kleines Kursplus gab es sonst nur noch bei den beiden defensiv eingeschätzten Aktien von Fresenius (Fresenius SECo) und Merck.

 

    Schlusslicht waren dagegen die Aktien der Commerzbank, die nach überraschend vorgelegten Eckdaten 4,47 Prozent auf 1,538 Euro einbüßten. Sonderbelastungen haben das Institut im vierten Quartal mit rund 720 Millionen Euro in die roten Zahlen gedrückt. Laut Analyst Christoph Bast von der DZ Bank waren die Abschreibungen auf Steueransprüche zwar angekündigt worden, er zeigte sich aber dennoch überrascht von ihrer Höhe. Die Serie an Enttäuschungen setze sich bei dem Institut fort, so der Experte.

 

ANALYSTENKOMMENTARE BEWEGEN

 

    Außerdem sorgten einige Analystenkommentare für Bewegung: Im Dax wurden die Papiere der Deutschen Post (Deutsche Post) von einer negativen Stimme mit zweieinhalb Prozent ins Minus gezogen. Bei dem Logistik-Konzern kam belastend hinzu, dass Vorstandschef Frank Appel in den nächsten Jahren im Paketgeschäft mit einem abgeschwächten Wachstum rechnet.

 

    Auch im MDax waren einige Aktien von Analystenkommentaren bewegt: Studiengetrieben lagen Symrise und Wacker Chemie mit Zugewinnen von bis zu 1,76 Prozent weit vorne, während Fielmann mit rund drei Prozent Minus zu den größten Verlierern zählten. Bei den Titeln der Optikerkette sieht Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Goy keinen Grund für den aktuellen Aufschlag im Vergleich zur historischen Bewertung.

 

AUCH AURUBIS WEGEN ECKDATEN UNTER DRUCK

 

    Größter MDax-Verlierer waren aber die Aurubis-Aktien (Aurubis): Ähnlich wie bei der Commerzbank wurden die Titel des Kupferkonzerns nach überraschend vorgelegten Zahlen abgestraft. Zuletzt büßten sie 3,69 Prozent auf 55,13 Euro ein, nachdem sie am Morgen noch einen Rekordstand von 57,79 Euro erreicht hatten. Börsianer verwiesen deshalb auf Gewinnmitnahmen. Bereinigt um hohe Sondereffekte sah Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank seine Erwartungen als erfüllt an./tih/la

 

    --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

 

JETZT DEVISEN-CFDS MIT BIS ZU HEBEL 30 HANDELN
Handeln Sie Devisen-CFDs mit kleinen Spreads. Mit nur 100 € können Sie mit der Wirkung von 3.000 Euro Kapital handeln.
82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Indizes in diesem Artikel

DAX 22 630,26 0,98%
MDAX 28 522,69 1,55%
STOXX 50 4 766,56 0,59%
EURO STOXX 50 5 497,02 0,90%
Prime All Share 8 748,76 1,01%
HDAX 11 787,76 1,06%
CDAX 1 934,56 1,02%
DivDAX 206,52 1,02%
EURO STOXX 562,65 0,90%
DivDAX 524,36 1,02%