23.10.2018 17:54:46
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Aktien Schweiz schwächer - Konjunktursorgen und Politik belasten
ZÜRICH (Dow Jones)--Konjunktursorgen, geopolitische Spannungen, sehr schwache Vorgaben aus China und die unnachgiebige Haltung Italiens im Haushaltsstreit mit der EU haben auch den schweizerischen Aktienmarkt am Dienstag nicht ungeschoren gelassen. Der SMI verlor bei lebhaften Umsätzen 1,1 Prozent auf 8.767 Punkte. Alle 20 SMI-Werte verzeichneten Verluste. Umgesetzt wurden 64 (zuvor: 42,86) Millionen Aktien. Die zahlreichen Unwägbarkeiten verschafften dem als Fluchtwährung beliebten Schweizer Franken Zulauf. Das belastete besonders Aktien exportorientierter Unternehmen.
An den chinesischen Börsen fand die Rally der beiden vorigen Handelstage ein jähes Ende. Dort brachen die Kurse regelrecht ein. Beruhigende Worte von Regierung und Notenbank, die an den vorigen Tagen die Angst vor einer Konjunkturschwäche gelindert hatten, wirkten nicht mehr. Zur Nervosität dürfte auch US-Präsident Donald Trump beigetragen haben, der Russland und China mit einer atomaren Aufrüstung der USA gedroht hatte. Am Montag hatte die Meldung die Runde gemacht, dass US-Kriegsschiffe in der Straße von Taiwan chinesischen Kriegsschiffen gefährlich nahe gekommen seien.
Am Nachmittag wurde dann bekannt, dass die EU-Kommission den italienischen Haushaltsentwurf abgelehnt hatte, weil die geplante höhere Verschuldung gegen die EU-Vorgaben verstoße. Dazu kam, dass die Wall Street mit drastischen Verlusten eröffnete. Dort wurden Quartalsausweise von Schwergewichten wie Caterpillar dazu genutzt, Aktien massiv abzuverkaufen. Denn in den USA wächst die Befürchtung, dass die Gewinne der Unternehmen im dritten Quartal ihren Höhepunkt gesehen haben dürften und sich das Wachstum schon wieder verlangsamt.
Ähnliche Beweggründe dürften hinter den harschen Reaktionen auf Geschäftszahlen schweizerischer Unternehmen gesteckt haben. So brachen die Aktien des Apple-Zulieferers AMS um 26,3 Prozent ein. Beobachter bemängelten vor allem den Ausblick auf das Schlussquartal. Außerdem wüchsen Zweifel an der Prognose für 2019, hieß es. Auch die Geschäftszahlen von Logitech wurden negativ aufgenommen, obwohl der Hersteller von Computermäusen und -tastaturen in seinem zweiten Geschäftsquartal gut abgeschnitten und den Ausblick bestätigt hatte. Die Titel verbilligten sich um 10,7 Prozent.
Mit kräftigen Verlusten von 9 Prozent reagierten die Schindler-Genussscheine auf die Drittquartalszahlen des Aufzugherstellers, obwohl Analysten die Abweichung von den Erwartungen als eher gering bezeichneten. Umsatz, EBIT und Nettoergebnis lagen leicht unter den Erwartungen, wie die Bank Vontobel anmerkte. Bei Jefferies hieß es, der Einfluss von Wechselkursentwicklungen und Zöllen sei zu erwarten gewesen, Schindler habe aber trotzdem in allen Segmenten ein Wachstum verzeichnet.
Ansonsten wurden Konjunkturzykliker wie ABB oder Adecco verkauft, die 1,7 und 2,3 Prozent verloren. Sika verbuchten ein Minus von 3,8 Prozent. Bankenwerte litten unter dem italienischen Schuldenstreit. Credit Suisse fielen um 2,1 Prozent und UBS um 2 Prozent. Das als defensiv geltende SMI-Schwergewicht Nestle sank um "nur" 0,3 Prozent.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/flf
(END) Dow Jones Newswires
October 23, 2018 11:55 ET (15:55 GMT)
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