25.03.2014 19:39:00

Allg. Zeitung Mainz: Verantwortung gefragt / Kommentar zu Streiks im öffentlichen Dienst

Mainz (ots) - Nun macht der Arbeitskampf seinem Namen alle Ehre. Das ist hart, für alle Beteiligten und Betroffenen. Für die berufstätige Mutter, die auf einen Kita-Notdienst angewiesen ist, oder den Pendler, der wegen Verspätung Riesenärger im Betrieb bekommt, ist es akut auch kein wirklicher Trost, sich an die staatsrechtlichen Grundlagen des Streikrechts zu erinnern. Dennoch wird niemand ernsthaft bestreiten, dass die grundgesetzlich garantierte Koalitionsfreiheit, das Recht, Gewerkschaften zu bilden und unter klar definierten Bedingungen einen Arbeitskampf zu führen, zu den Errungenschaften des Sozialstaats zählt. Die Tarifautonomie ist eine gute Sache. In der alten Bundesrepublik hat der Interessenausgleich zwischen den Sozialpartnern, die ja nicht von ungefähr so heißen, letztlich stets zu vernünftigen, mindestens vertretbaren Ergebnissen geführt und war damit ein Grundpfeiler der Prosperität des Landes. Was dagegen Staatswirtschaft anrichten kann, bekamen die Bürger Ostdeutschlands nach dem Bankrott der DDR und der Wiedervereinigung bitter am eigenen Leib zu spüren. Die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts ist auch im vereinten Deutschland knüppelhart. Da hat, wer Arbeitnehmerrechte angemessen und effizient vertreten will, alle Hände voll zu tun. Wichtigste Grundlagen jeder Tarifauseinandersetzung sind wechselseitiger Respekt, die Verhältnismäßigkeit der beiderseits eingesetzten Mittel und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass man sich im Leben immer mindestens zweimal trifft. Die Gewerkschaft Verdi sitzt derzeit an einem sehr langen Hebel. Sie agiert außerordentlich offensiv. Sie wird deshalb umso aufmerksamer darauf zu achten haben, verantwortungsvoll mit der eigenen Stärke umzugehen.

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Pressekontakt: Allgemeine Zeitung Mainz Florian Giezewski Regionalmanager Telefon: 06131/485817 desk-zentral@vrm.de

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