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23.06.2026 14:10:00
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Baustoffchef ortet steinigen Weg zur Klimaneutralität
Im Winter gebe es in Österreich zu wenig grüne Energie aus Wasser, Wind und Sonne - rund die Hälfte des Stroms müsse importiert werden. "Wir werden jedenfalls zu wenig Strom haben, bin ich mir sicher und das wird zu sehr hohen Strompreisen führen, was uns wieder weniger wettbewerbsfähig macht", befürchtet Schmid, der auch Obmann des Fachverbands Stein- und keramische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist. Stromheizungen sieht er dementsprechend kritisch.
Kalk, Zement und Stahl als größte CO2-Emitter
Seine Branche produziere am meisten CO2 in Österreich. "Kalk, Zement und Stahl sind eigentlich die großen CO2-Emitter, nach der Mobilität", so Schmid. Sie stellten einen "wesentlichen Anteil des Klimagiftes CO2". Der Wohnbau bzw. die Gebäude seien auch für ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich, das andere Drittel sei die Mobilität. Die Bauwirtschaft wäre imstande, das auf viel weniger zu reduzieren - Wohnen und Gebäude "könnten mehr in den Griff bekommen, wenn man mehr dämmte", ist der Firmenchef überzeugt.
Die staatliche Sanierungsoffensive 2026 setzt auf den Heizkesseltausch für klimafreundliche Heizsysteme und den Sanierungsbonus für die thermisch-energetische Sanierung. Dafür sind in den Jahren 2026 bis 2030 jährlich 360 Mio. Euro vorgesehen, insgesamt also 1,8 Mrd. Euro. Für thermische Sanierungen stehen davon allerdings nur Förderungen in Höhe von bis zu 43 Mio. Euro bereit.
"Diese 43 Millionen sind nicht einmal ein Feigenblatt - das ist nichts, man hätte auch sagen können, man macht keine Förderung", vermerkte Schmid. "Ich hasse Förderungen, weil sie Gift sind", setzte er nach. Den Ruf nach Förderungen sollte man sich seiner Meinung nach abgewöhnen im öffentlichen Diskurs. Ebenso das Thema Steuern und besonders Steuern auf Vermögen.
Kritik an Vermögenssteuern
Als es noch Erbschafts- und Vermögenssteuern gab, seien viele Unternehmen darauf bedacht gewesen, wenig Eigenkapital und viele Schulden zu haben. "20 bis 30 Prozent Eigenkapital war schon mehr als genug", sagte Schmid. Ihm selber sei es immer wichtiger gewesen, das Unternehmen abzusichern, deshalb habe er 100 Prozent Eigenkapital angestrebt. Sollten diese Steuern wieder eingeführt werden, werde man versuchen das Vermögen runterzufahren, ist er überzeugt. Dann käme man aber schlechter durch Krisenzeiten.
Als der "Green Deal" von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgerufen worden sei, habe er noch ein anderes ein Bild vor Augen gehabt - Innovationen und wirtschaftliche Potenziale in Europa: "Dass wir Umwelttechnologie fördern, um zu zeigen, was 'Best Practise' ist in Europa - wir hatten zwar die Technologie, aber produziert haben die Chinesen." In Europa hingegen kämpfe man mit hohen Energie- und Personalkosten. "Der 'Green Deal' hat nicht funktioniert, oder ich habe ihn nicht verstanden."
Die Schmid Holding GmbH vereint bekannte Baustoff-Gruppen wie Wopfinger und Baumit unter ihrem Dach und erzielte 2025 mit europaweit knapp 7.000 Beschäftigten (davon etwa 2.000 in Österreich) in 20 Ländern einen Jahresumsatz von "etwas über 2 Mrd. Euro". Heuer sollen sich die Umsatzerlöse laut Schmid auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, also stabil bleiben. Der Ertrag soll "auch wieder ganz gut" werden. "Der Bauwirtschaft geht's gut - es ist wirklich keine Katastrophe." Die Branche stelle in Österreich rund 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - mehr als der Tourismus.
kre/bel
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