22.05.2014 17:49:58
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Braunkohlentag 2014 / Ohne Braunkohle weder preiswerter Strom noch sichere Industriearbeitsplätze / Transformation des Stromsystems hat viele Aspekte / Konventionelle Kraftwerke wichtig
Nach Überzeugung der Bundesregierung sind konventionelle Kraftwerke als Teil eines nationalen Energiemix auf absehbare Zeit unverzichtbar. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien setzt die Verfügbarkeit eines komplementären Erzeugungssystems auf der Grundlage von Kohle und Gas sowie einen massiven Ausbau der Stromnetze voraus. "Die aktuelle Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unterstreicht, dass nach stürmischen Ausbaujahren nunmehr erneuerbare und konventionelle Energien wieder stärker in einem System als gegenseitige Partner behandelt werden müssen", sagte Hartung.
Die erste Phase der Transformation des deutschen Stromsystems - der Kernenergieausstieg bis Ende 2022 - sieht vor, dass der noch verbliebene Versorgungsbeitrag der Kernenergie von annähernd 100 Terawattstunden (TWh) im Jahr durch erneuerbare Energie ersetzt wird. Im Umkehrschluss bleibt der Versorgungsbeitrag der übrigen Kraftwerke auf vergleichbarem Niveau wie heute. Die zweite Phase der Transformation, stellt bei wachsenden Versorgungsbeiträgen der erneuerbaren Energien bis in die 2030er Jahre neue Herausforderungen an das Stromsystem.
Nach Einschätzung der Braunkohlenindustrie sollte - heute beginnend aber spätestens wirksam in den 2020er Jahren - die Lösung verstärkt in einem europäischen System gesucht werden. Der Binnenmarkt für Strom, die Nutzung der besten Standorte für erneuerbare Energien in Europa einerseits sowie andererseits die Entwicklung von Potenzialen in Deutschland und in den Nachbarländern weisen in Richtung einer europäischen Systemlösung, die deutlich kostengünstiger ist, als eine rein auf Deutschland ausgerichtete Strategie.
Zum erfolgreichen Gelingen des Transformationsprozesses gehört es, das europäische System des Emissionshandels (EU-ETS) als Leitinstrument für die CO2-Minderung zu stärken. Dabei gilt der Grundsatz, ein Ziel mit einem Instrument zu verfolgen. In den Sektoren, die dem EU-ETS unterliegen, sollten hinsichtlich der CO2-Emissionen keine anderen Maßnahmen auf nationaler Ebene vorgesehen werden.
Der DEBRIV-Vorsitzende unterstrich auf dem diesjährigen Braunkohlentag, dass die annähernd 22.000 Menschen, die direkt in der Braunkohle arbeiten, eine Perspektive haben und dass die von der Tätigkeit in den Revieren ausgehenden positiven regionalwirtschaftlichen Impulse eine verlässliche Grundlage haben, weil sich die Braunkohlenindustrie in den schwierigen Zeiten der Transformation als robust erweist.
Die Debatte um die Reform des EEG habe gezeigt, wie wichtig wettbewerbsfähige Strompreise sind, um den energie- und stromintensiven Industrien in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu geben. Dabei geht es um zentrale Industriebereiche mit vielen hunderttausend Arbeitsplätzen. Leider, so Hartung, werde nicht hinreichend wahrgenommen, welch großen Beitrag insbesondere die deutsche Braunkohlenindustrie leistet, damit in Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähige Strompreise an den Börsen zu verzeichnen sind.
Jede Debatte um die Zukunft der Braunkohle ist damit gleichermaßen eine Standortdebatte. Eine Perspektive für die deutsche Braunkohle bedeutet eine Perspektive für die stromintensiven Industrien.
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