26.08.2015 15:56:39

GESAMT-ROUNDUP: Finanzmärkte bleiben im Bann Chinas - Dax bleibt nervös

FRANKFURT/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die Konjunkturkrise in China zieht die internationalen Finanzmärkte weiter in ihren Bann. Die Erholung am deutschen Aktienmarkt vom Dienstag erwies sich zunächst als Strohfeuer: Am Mittwoch fiel der deutsche Leitindex am Morgen wieder deutlich unter die 10 000-Punkte-Marke, konnte sich aber am Nachmittag im Sog guter US-Daten sogar leicht in die Gewinnzone vorarbeiten. Experten warnen allerdings davor, bereits von einer dauerhaften Erholung auszugehen.

Trotz der Lockerung der chinesischen Geldpolitik setzten derweil die Börsen in China ihre Talfahrt den vierten Tag in Folge fort. In Tokio holte die Börse hingegen kräftig auf. Der Euro gab einen Teil der starken Gewinne vom Wochenauftakt ab. Die Ölpreise legten wie am Vortag zu.

NERVOSITÄT BLEIBT HOCH

Zwar hatten sich sich die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen am anfangs kurzzeitig erholt, fielen zum Handelsschluss aber weiter in den Keller. Der wichtige Shanghai Composite Index verbuchte zum Börsenschluss ein Minus von 1,27 Prozent auf 2927,29 Punkte. Ähnlich ging es mit dem Shenzhen Component Index um 2,92 Prozent auf 9899,72 Punkte nach unten. In Tokio notierte der in den vergangenen Tagen massiv eingebrochene Nikkei-Index (Nikkei 225) zum Handelsschluss indes mit einen satten Aufschlag von 3,20 Prozent beim Stand von 18 376,83 Punkten.

Die Nervosität am deutschen Aktienmarkt bleibt hoch. Allerdings sind die Ausschläge weit moderater als an den turbulenten Vortagen. Die beeindruckende Kurserholung vom Dienstag müsse zunächst als Bärenmarkt-Rally beurteilt werden, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Unter einen Bärenmarkt-Rally verstehen Börsianer eine zwischenzeitliche Kurserholung in einem längerfristigen Abwärtstrend.

Bestätigt wird dieses Szenario Schmidt zufolge durch die Entwicklung der Wall Street: Dort hatte sich der weltweit bekannteste Aktienindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) am Dienstag zunächst erholt, war dann aber im späten Handel erneut deutlich ins Minus gerutscht.

LEITZINSEN GESENKT

Als Reaktion auf den starken Einbruch der chinesischen Börsen hatte die Zentralbank in Peking am Vortag zum fünften Mal in neun Monaten die Leitzinsen gesenkt und auch die Anforderungen für die Mindestreserven der Banken verringert. Die chinesische Notenbank greift der Wirtschaft des Landes weiter unter die Arme und pumpte am Mittwoch 140 Milliarden Yuan (etwa 19 Milliarden Euro) in das Bankensystem.

Indem der Geldhahn aufgedreht wird, soll ein ermutigendes Signal an die Märkte gegeben werden, doch schienen die Anleger wenig überzeugt. Der Rückgang der Börsen, die am Montag mit acht Prozent den größten Einbruch seit acht Jahren erlebt hatten, verlangsamte sich lediglich.

Mit der überraschenden Lockerung der Geldpolitik hatte Chinas Regierung ihre Strategie zur Stabilisierung der Märkte geändert, nachdem die Interventionen und Stützungskäufe an den seit Mitte Juni einbrechenden Aktienmärkten über Wochen wenig Erfolg gezeigt hatten./lw/ln/mis/jkr/DP/she

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