28.11.2012 11:44:58

IHKs veröffentlichen erstmals ihre Finanzdaten: IHK Bremerhaven ist die teuerste

Hamburg (ots) - 28. November 2012 - Die Ausgaben- und Gebührenpolitik der 80 Industrie- und Handelskammern (IHK) unterscheidet sich außerordentlich stark. Das zeigen detaillierte Finanzdaten aller Kammern, die das Wirtschaftsmagazin 'impulse' in seiner Dezember-Ausgabe (Ausgabe 12/2012, EVT 29. November) präsentiert. Die Kammern veröffentlichen das Zahlenwerk erstmals und begegnen mit dieser Transparenz-Offensive zunehmender Kritik aus den Reihen der Unternehmen, die gesetzlich zur Mitgliedschaft in einer IHK verpflichtet sind. Den IHKs wurde in der Vergangenheit immer wieder mangelnde Transparenz und Verschwendung von Beitragsgeldern vorgeworfen.

Die bundesweit teuerste Kammer ist zugleich die kleinste: Die IHK Bremerhaven verlangte im Jahr 2011 von ihren 6.333 Mitgliedsfirmen einen durchschnittlichen Jahresbeitrag von 798,40 Euro. Den geringsten Beitrag kassierte die deutlich größere IHK Hannover (156.000 Mitgliedsfirmen) mit 141 Euro. Allerdings sind große Kammern nicht immer die billigeren. So verlangen die Industrie- und Handelskammern in Frankfurt und Hamburg mit jeweils mehr als 100.000 Mitgliedern Beiträge von mehr als 400 Euro. Im Bundesdurchschnitt sind 322 Euro fällig.

Ein entscheidender Kostentreiber, das zeigt die 'impulse'-Analyse, ist die Personalpolitik. Je größer die Mitarbeiterzahl pro Kammermitglied, desto höher sind tendenziell die Beiträge. Die meisten Kammern (61 von 80) haben im Zeitraum 2007 bis 2011 ihre Mitarbeiterzahl erhöht. Gegner der Kammern kritisieren, dass die Verwaltung nicht schlank genug aufgestellt ist. Kammervertreter verteidigen die Personalaufstockung mit zunehmenden Aufgaben, die ihnen der Gesetzgeber verordnet habe. So benötigen Versicherungsvermittler seit 2007 eine Erlaubnis der IHK und müssen sich in das Versicherungsvermittlerregister eintragen lassen.

Kritisiert wurde in der Vergangenheit auch die Rücklagenpolitik der Kammern. Auf Druck der Bundesregierung wollen die Kammern nun in diesem Punkt ihre Satzungen ändern. Nach Informationen von impulse haben sich die Hauptgeschäftsführer der IHKs geeinigt, die Summe der nicht zweckgebundenen Rücklagen auf 50 Prozent des Haushalts zu beschränken. Die sogenannte Liquiditätsrücklage - ein oft siebenstelliger Bilanzposten, in den über¬schüssige Beiträge einfließen, soll sogar ganz gestrichen werden. Bislang können die Kammern frei entscheiden, wie prall gefüllt ihr Geldspeicher ist. Das führt zu extremen Auswüchsen. Bei der IHK Koblenz etwa betrugen 2010 die Rücklagen 15,6 Millionen Euro, das sind 250 Prozent in Relation zum Gesamthaushalt.

Zudem werden die Kammern gedrängt, ihre teilweise weit verzweigte Firmenlandschaft transparenter zu machen. So sollen die Vollversammlungen, in denen die gewählten Mitglieder sitzen, künftig wesentliche finanzielle Entscheidungen der Tochterfirmen der jeweiligen Kammern mit entscheiden. Bislang haben die Unternehmen nur wenig Einblick, was mit ihren Mitgliedsbeiträgen in den Tochterfirmen der IHKs angestellt wird.

Originaltext: impulse, G+J Wirtschaftsmedien Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8327 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8327.rss2

Pressekontakt: Joachim Haack, Sprecher G+J Wirtschaftsmedien, c/o PubliKom Kommunikationsberatung GmbH Telefon: +49-40-39-92-72-0, E-Mail: jhaack@publikom.com www.impulse.de

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