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05.03.2026 15:15:38
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Iran-Krieg greift auf weitere Länder über - Neue Angriffe
In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte.
Experte: Teheran will Kriegskosten für Washington erhöhen
"Iran versucht, den Konflikt zu regionalisieren", sagt der Leiter des Iran-Programms der International Crisis Group, Ali Vaez. "Die Angriffe auf die Golfstaaten und US-Stützpunkte zeigen, dass Teheran davon ausgeht, dass die beste Option ist, die Kosten für Washington uns seine Verbündeten so schnell wie möglich zu erhöhen."
Das Abfeuern einer ballistischen Rakete auf die Türkei am Mittwoch stellte eine neue Eskalationsstufe dar. Das iranische Geschoss hätte den wichtigen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen sollen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Militärkreise. Die Rakete war von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden.
IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg
Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) warnte Europa unterdessen vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. "Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert haben", sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.
Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. "Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird", sagte die US-Amerikanerin. "Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die großen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen." Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. Das könnte dann zu mehr Fluchtbewegungen führen, sagte sie.
Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an
Die iranischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran.
Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen "anti-iranischer Separatisten" zu sehen sein sollen. US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies diese Darstellung zurück.
Macron warnt Netanjahu vor Bodenoffensive im Libanon
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu auf, von einer Bodenoffensive im Nachbarland Libanon abzusehen. Es sei wichtig, dass die territoriale Integrität des Libanon gewahrt werde und die proiranische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstelle, teilte Macron nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun auf der Plattform X mit. Die Parteien sollten zum Waffenruheabkommen zurückkehren.
Israels Armee lobte unterdessen ihr Vorgehen gegen Irans Stellungen mit ballistischen Raketen als erfolgreich. "Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht", sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. Dennoch wurde in der Nacht auf Donnerstag in Israel erneut mindestens dreimal Raketenalarm ausgelöst.
Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet
Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf kam es zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des rund 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffs habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus. Ein Brand sei zunächst nicht gemeldet worden, der Besatzung gehe es gut.
Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Eskalation hat dazu geführt, dass durch die strategisch bedeutende Meerenge von Hormus aktuell kaum mehr Öltanker und Schiffe mit Flüssiggas fahren, weshalb die Weltmarktpreise bereits gestiegen sind.
Nachbarschaft der US-Botschaft in Katar evakuiert
Die Umgebung der US-Botschaft in Katar wurde evakuiert. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt worden.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag feuern die iranischen Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf Katar ab.
Neue Angriffswelle in Teheran - Raketenangriffe auf Israel
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran begonnen. In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von großangelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichteten über Explosionsgeräusche im Bereich von Teheran. Außerdem griff Israels Luftwaffe den Angaben zufolge mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.
Im Verlauf der Nacht hatte es in Israel immer wieder Raketenalarm gegeben. Dabei wurde auch über parallele Raketenangriffe aus dem Iran und vom Libanon aus auf den jüdischen Staat berichtet. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete von gewaltigen Knallgeräuschen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. Am Vortag waren nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom Dutzende von Menschen verletzt worden.
Lokale Medien im Libanon berichteten von Angriffen in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut. Dabei wurden auch zwei Autos getroffen. Drei Menschen kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums ums Leben. Auch ein palästinensisches Flüchtlingslager nahe Tripoli im Norden des Libanons wurde nach libanesischen Angaben getroffen. Dabei seien zwei Menschen getötet worden, meldete das Gesundheitsministerium mitteilte. Eine weitere Person sei verletzt worden.
Am Donnerstagmorgen wurden die israelischen Angriffe im Libanon fortgesetzt. Ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete von einem Angriff auf ein Auto nahe der Stadt Zahle im Osten des Landes. Dabei wurden nach Behördenangaben zwei Menschen getötet. Zwei weitere seien verletzt worden.
EU und Golfstaaten vereinbaren gemeinsame Iran-Diplomatie
Die EU und mehrere einflussreiche Golfstaaten wollen gemeinsame diplomatische Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs unternehmen. Ziel sei es, eine dauerhafte Lösung herbeizuführen, heißt es in einer Erklärung der Außenminister beider Seiten. Diese solle letztlich dem iranischen Volk die Entscheidungsgewalt über seine Zukunft verschaffen und gleichzeitig den Bau einer iranischen Atombombe verhindern.
Zudem wird als Ziel ausgegeben, die Produktion und Verbreitung ballistischer Raketen, unbemannter Luftfahrzeuge und anderer sicherheitsbedrohender Technologien zu beenden und den Iran an weiteren destabilisierenden Aktivitäten in der Region und in Europa zu hindern.
Die Erklärung wurde im Anschluss an eine Videokonferenz von Außenministern der EU-Staaten und Kollegen aus Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats veröffentlicht. Zu letzterem gehören die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Katar und Kuwait. Für die EU nahm zudem unter anderen die Außenbeauftragte Kaja Kallas an den Gesprächen teil.
/dde/DP/stk
TEHERAN/TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX)
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