25.02.2025 15:16:00
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KTM-Insolvenz - Gläubiger segneten Sanierungsplan ab
Der Fortbestand der insolventen KTM-AG dürfte vorerst gesichert sein: Die Gläubiger haben am Dienstag im Landesgericht Ried im Innkreis den Sanierungsplan für den Motorradhersteller mehrheitlich angenommen. Eine 30-prozentige Barquote soll bis 23. Mai ausbezahlt werden. "Game-Changer" war laut Sanierungsverwalter Peter Vogl, dass der indische KTM-Partner Bajaj Montagabend 50 Mio. Euro überwiesen habe. Welcher Investor letztlich einsteigen wird, ist aber noch nicht bekannt.
Die Überweisung von 50 Mio. Euro habe das Risiko von den Gläubigern weggenommen und deren Vertrauen gestärkt, so Vogl. "Eher 90 als 80 Prozent" der Gläubiger - nach Kapital gerechnet - hätten den Sanierungsplan angenommen, nach Köpfen gezählt habe es bei rund 3.500 Zustimmungen nur 37 Gegenstimmen gegeben - im Wesentlichen seien das ein großer und einige kleine Gläubiger gewesen, so Vogl.
Investorenprozess läuft weiter
Stefan Pierer - mittlerweile nur noch Co-CEO - war zu der Tagsatzung erschienen, wie es gesetzlich vorgesehen ist. Im Anschluss daran verließ er das Gerichtsgebäude aber eilig und vorbei an den wartenden Medienvertretern. CEO Gottfried Neumeister zeigte sich nach dem Termin sichtlich erleichtert: "Wir sind vor drei Monaten zu Sturz gekommen und wir sind so schwer gestürzt, dass wir alleine nicht wieder hätten aufstehen können". Diese Hilfe habe "schmerzliche Einschnitte bedeutet, für Gläubiger, Lieferanten etc.".
Mit der Annahme des Sanierungsplans "haben wir Zeit gewonnen, den Investorenprozess, den wir begonnen haben, ordnungsgemäß fortzuführen", so Neumeister weiter. Wer bei KTM einsteigen wird, ist aber nach wie vor offen, ebenso wie viele Bewerber noch im Rennen sind. Man verweist auf "vertrauliche Gespräche". Aber: "Ich kann Ihnen versichern, dass alle Teilnehmer an einer Fortführung interessiert sind und nicht nur an der Marke oder einer Zerschlagung." Weitere Arbeitsplätze sieht er derzeit nicht in Gefahr.
Kreditschützer geben sich zufrieden
Die Bestätigung der Sanierung werde jedoch auch davon abhängig sein, dass die voraussichtlich bis zum 23. Mai entstehenden Fortführungskosten in der Höhe von rund 150 Mio. Euro hinterlegt oder sichergestellt sind, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit. Die erste Tranche dieser Fortführungsgarantie von 50 Mio. Euro sei bereits gestern auf einem Treuhandkonto des Sanierungsverwalters eingelangt. Geplant ist, dass die Produktion Mitte März 2025 wieder aufgenommen wird.
Von der Creditreform hieß es am Dienstagnachmittag zur APA, dass die Investoren zwar noch nicht bekanntgegeben wurden, aber die Fortsetzung des Betriebes vorerst gesichert ist. Auch der Kreditschutzverband KSV1870 gab sich zufrieden: "Aus Gläubigersicht sind ein Investoreneinstieg und die Fortführung des Unternehmens wirtschaftlich sinnvoll. Bei einer insolvenzgerichtlichen Schließung und Zerschlagung des Unternehmens würden die Gläubiger eine Verteilungsquote von knapp unter 15 Prozent erhalten."
Börse vertraut offenbar auf Rettung
Die Konzernmutter Pierer Mobility hielt zur weiteren Vorgehensweise in einer Aussendung fest: "Die geplante Vollauslastung der vier Produktionslinien im Einschichtbetrieb soll innerhalb von drei Monaten erreicht werden." Die Börse war offenbar von vornherein von der Rettung des Unternehmens ausgegangen. Der Aktienkurs der KTM-Mutter Pierer Mobility hat sich seit Bekanntwerden der KTM-Insolvenz Ende November verdoppelt.
(Redaktionelle Hinweise: Grafik 0296-25, Format 88 x 140 mm) ver/ker/stf/kre
ISIN AT0000KTMI02 WEB www.pierermobility.com
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