30.04.2014 18:41:31
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MÄRKTE EUROPA/Anleger reagieren cool auf schwache Wachstumszahlen
Von Manuel Priego-Thimmel
Enttäuschende Wachstumszahlen aus den USA haben den Anlegern am Mittwoch keine Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal nur um annualisiert 0,1 Prozent gewachsen, und damit deutlich weniger als die erwarteten 1,1 Prozent. Die Anleger blieben aber gelassen und machten den harten Winter in Nordamerika für die schwachen Zahlen verantwortlich. Auch fielen die ADP-Arbeitsmarktdaten sowie der Chicago-Einkaufsmanagerindex über den Erwartungen aus.
Der Dax stieg um 0,2 Prozent auf 9.603 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 verlor zwar 0,3 Prozent auf 3.198 Punkte, was aber auf ein kräftiges Minus im Bankensektor zurückzuführen war. Newedge geht davon aus, dass sich die US-Wirtschaft im nächsten Quartal erholen wird. Analystin Annalisa Piazza schließt aus, dass die US-Notenbank nach den BIP-Zahlen ihre Geldpolitik in Frage stellen wird. Vielmehr dürfte sie an der graduellen Reduzierung der Wertpapierkäufe festhalten. Es wird damit gerechnet, dass die Fed am Mittwochabend die monatlichen Käufe erneut um 10 auf dann 45 Milliarden Dollar drosseln wird.
Am Devisenmarkt zog der Euro gegen den Dollar nach den schwachen US-BIP-Zahlen bis Börsenschluss auf 1,3870 Dollar an. Daneben ist die Inflationsrate im Euroraum mit 0,7 Prozent im März zwar nicht ganz so stark wie erwartet gestiegen. Daraus ergibt sich nach Einschätzung der Commerzbank aber kein Handlungsbedarf für die EZB, die Geldpolitik weiter zu lockern. Breit angelegte Anleihekäufe, wie sie die US-Notenbank gerade zurückfährt, seien bis auf weiteres nicht in Sicht.
Von Unternehmensseite war das Angebot von General Electric für die Energiesparte von Alstom über 12,35 Milliarden Euro Hauptthema am Markt. Der Alstom-Verwaltungsrat hatte sich bereits am Dienstagabend dafür ausgesprochen, obwohl auch Siemens ein Angebot prüfen will. Die Alstom-Aktie reagierte nach mehrtägiger Aussetzung mit einem Kurssprung von 9,3 Prozent. Siemens-Papiere stiegen 0,9 Prozent. Die Börsianer hoffen, dass die Münchener nun nicht mehr für die Franzosen mitbieten werden.
Daneben setzte die Berichtssaison weiter Akzente. Nach Geschäftszahlen verlor die Daimler-Aktie 1,6 Prozent. Die Schwaben konnten zwar Umsatz, Absatz und Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres dank vieler neuer Modelle massiv steigern. Allerdings schmeckte den Anlegern die schwächer als erhoffte Mercedes-Marge nicht. Die Papiere von Munich Re gaben nach einem vorsichtigen Gewinnausblick um 2,1 Prozent nach. Positive Geschäftszahlen des Mitbewerbers Yara verhalfen den K+S-Titeln zu einem Plus von 2,6 Prozent.
Bankenwerte zeigten sich von einem negativen Ausblick von Standard & Poor's auf 15 europäische Institute belastet und gaben europaweit um 1,1 Prozent nach. BBVA-Aktien verloren 1,1 Prozent, nachdem die Quartalszahlen der spanischen Bank etwas schlechter ausgefallen waren als erwartet. Ebenfalls nach Ausweis von Geschäftszahlen verloren BNP Paribas 3,2 Prozent. Grund für die herben Verluste waren Sorgen der Marktteilnehmer, dass der erhoffte Vergleich mit den US-Behörden doch teurer werden könnte.
Aktien von Royal Dutch Shell verteuerten sich nach Vorlage des Quartalsausweises um 2,9 Prozent. Nach Meinung der Analysten von RBC Capital Markets hat der Konzern die Markterwartung "signifikant" übertroffen. Als Beispiel nannten sie den Nettogewinn auf vergleichbarer Basis von 7,3 Milliarden Dollar - die hauseigene Schätzung lag nur bei 4,5 Milliarden Dollar. Nach einer Erhöhung der Alkokohlsteuer im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien verlor die AB-Inbev-Aktie 3 Prozent.
=== Europäische Schlussindizes am Mittwoch, den 30. April:Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Euro-Stoxx-50 3.198,39 -10,29 -0,3% 2,9 Stoxx-50 2.977,52 -3,46 -0,1% 2,0 Stoxx-600 337,89 -0,23 -0,1% 2,9 XETRA-DAX 9.603,23 19,11 +0,2% 0,5 FTSE-100 6.780,03 10,12 +0,1% 0,5 CAC-40 4.487,39 -10,29 -0,2% 4,5 AEX 400,55 2,08 +0,5% -0,3 ATHEX-20 396,62 10,25 +2,7% 3,1 BEL-20 3.089,80 -26,47 -0,8% 5,7 BUX 17.434,53 -181,48 -1,0% -6,1 OMXH-25 2.842,35 -1,41 -0,0% 0,3 ISE NAT. 30 90.579,44 2152,92 +2,4% 9,9 OMXC-20 704,05 0,58 +0,1% 14,4 PSI 20 7.439,27 17,64 +0,2% 13,7 IBEX-35 10.459,00 -2,00 -0,0% 5,5 FTSE-MIB 21.783,38 -193,46 -0,9% 14,8 RTS 1.155,70 2,34 +0,2% -19,9 OBX 529,61 2,43 +0,5% 5,2 PX 1.010,31 1,06 +0,1% 2,2 OMXS-30 1.364,39 -7,26 -0,5% 2,4 WIG-20 2.439,09 -12,26 -0,5% 1,6 ATX 2.525,22 -1,77 -0,1% -0,8 SMI 8.476,66 42,00 +0,5% 3,3
DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.27 Uhr Di, 17.14 Uhr EUR/USD 1,3870 0,45% 1,3808 1,3818 EUR/JPY 141,6384 0,22% 141,3328 141,6588 EUR/CHF 1,2207 0,04% 1,2202 1,2206 USD/JPY 102,1255 -0,25% 102,3825 102,5400 GBP/USD 1,6882 0,39% 1,6816 1,6838 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com
DJG/mpt/ros
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April 30, 2014 12:08 ET (16:08 GMT)
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