19.02.2015 15:39:31

MÄRKTE USA/Hängepartie um Griechenland im Fokus der Wall Street

   Von Thomas Rossmann

   Die sich zuspitzenden Entwicklungen um Griechenland dürften am Donnerstag die Richtung an der Wall Street vorgeben. Zunächst sah es nach einer Lösung der Krise aus, nachdem Athen doch noch einen Antrag auf eine Verlängerung des Kreditprogramms gestellt hatte. Doch das Bundesfinanzministerium hat diesen als unzureichend zurückgewiesen. "Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag", so ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. "In Wahrheit zielt er auf eine Brückenfinanzierung, ohne die Anforderungen des Programms zu erfüllen", hob der Sprecher hervor. "Das Schreiben entspricht nicht den am Montag in der Eurogruppe vereinbarten Kriterien."

   Damit scheint eine Lösung der Griechenland-Krise wieder in weitere Ferne gerückt zu sein. Doch die Zeit wird immer knapper. Das gegenwärtige Hilfsprogramm über 240 Milliarden Euro endet am 28. Februar. Danach dürfte es für Griechenland schwer werden, sich über einen längeren Zeitraum finanziell über Wasser zu halten. Der Brief aus Athen wird nun noch von der Arbeitsgruppe der Eurogruppe unter die Lupe genommen. In dieser sind die EU-Kommission, die Euroländer und die Europäische Zentralbank vertreten. Nach Angaben aus EU-Kreisen kommt die Arbeitsgruppe am Donnerstagnachmittag zusammen, um sich mit dem griechischen Antrag zu befassen.

   Die Investoren dürften sich vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen eher an der Seitenlinie halten. Darauf deuten auch die Futures auf den S&P-500 und den Nasdaq-100 hin, die sich kaum verändert zeigen. Doch insgesamt wird die Lage um Griechenland an den Märkten recht entspannt gesehen. Die Entwicklung der letzten Tage lege immer mehr die Vermutung nahe, dass die Finanzmärkte eine Staatspleite Griechenlands und einen Austritt des Landes aus dem Euro "kaum noch als großes Risiko erachten", sagt ein Aktienhändler.

   In das gleiche Horn stößt auch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone berge keine direkte Ansteckungsgefahr für andere Eurostaaten, so die Agentur. S&P verweist zur Begründung unter anderem auf die robustere Rettungsarchitektur der Eurozone. Ein "Grexit" zum jetzigen Zeitpunkt wäre für die anderen Mitglieder der Eurozone finanziell weniger riskant als noch 2012.

   Keinen Impuls liefern dagegen die vorbörslich veröffentlichten wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, obwohl diese spürbar gesunken sind. In der Woche zum 14. Februar fiel die Zahl auf saisonbereinigter Basis um 21.000 auf 283.000 Anträge. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 290.000 vorhergesagt. Im weiteren Verlauf stehen dann noch der Philadelphia-Fed-Index für Februar und der Index der Frühindikatoren für Januar auf der Agenda.

   Weiterhin im Blick steht auch die Entwicklung am Ölmarkt, wo die Preise wieder deutlich abrutschen. So ist der Preis für ein Fass der Sorte WTI mit 49,76 Dollar wieder klar unter die Marke von 50 Dollar gefallen und liegt damit rund 3 Dollar unter dem US-Settlement am Vortag. Neue Daten des US-Branchenverbands American Petroleum Institute (API) haben der Ölpreis-Erholung am Vorabend zunächst ein Ende bereitet. Demnach stieg das Angebot an Rohöl in der Woche zum 13. Februar verglichen mit der Vorwoche um 14,3 Millionen Barrel. Analysten hatten im Schnitt mit einer Zunahme um nur 3,1 Millionen Barrel gerechnet. Mit Sorge wird nun auf die anstehenden wöchentlichen Lagerbestandsdaten des US-Energieministeriums gewartet.

   Wenn auch das Energieministerium einen ähnlichen Zuwachs seiner Vorräte melden sollte, würde das die Furcht vor einem weltweiten Überangebot befeuern, zumal die Opec an ihrer Fördermenge festhalte, prognostiziert Mike van Dulken, Leiter der Research-Abteilung bei Accendo Markets. Die Erholung der Ölpreise dürfte zumindest gebremst werden, meint er.

   Die sich wieder zuspitzende Entwicklung der Griechenland-Krise läßt sich auch am Goldpreis ablesen, der gegenüber dem Vorabend um vier Dollar auf 1.215 Dollar nach oben klettert. Am Mittwoch war der Preis für die Feinunze noch zwischenzeitlich erstmals seit Anfang Januar unter die Marke von 1.200 Dollar gerutscht. Nur wenig verändert zeigen sich die Notierungen am "sicheren Hafen" der US-Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt hier mit 2,08 Prozent einen Basispunkt über dem Niveau des Vortages.

   Am Devisenmarkt rutscht der Euro mit den Entwicklungen um Griechenland wieder deutlicher unter die Marke von 1,14 Dollar. Aktuell geht die Gemeinschaftswährung mit 1,1372 Dollar um, nach einem Tageshoch bei 1,1455 Dollar. Doch insgesamt fällt die Entwicklung im Anschluss an die neusten Griechenland-Nachrichten recht moderat aus, heißt es aus dem Handel.

   Von "guten und schlechten Nachrichten" sprechen Händler mit Blick auf die Zahlen von Wal-Mart. So habe der flächenbereingte Umsatz im vierten Quartal um 1,5 Prozent zugelegt, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Minus um 0,4 Prozent verzeichnet worden war. Dagegen liege der Ausblick für die Entwicklung beim Gewinn je Aktie für das erste Quartal und das Gesamtjahr unter der Erwartung des Marktes. Die Aktie gibt um 1,3 Prozent nach.

   Der britische Getränkedosenhersteller Rexam will sich von seinem US-Wettbewerber Ball übernehmen lassen. Rexam empfahl seinen Aktionären am Donnerstag die Annahme der Übernahmeofferte, die das Unternehmen mit 4,4 Milliarden Britischen Pfund bewertet. Für Ball geht es um 1,2 Prozent nach unten.

   T-Mobile US hat mit seinem Viertquartalsergebnis deutlich besser abgeschnitten als im Konsens erwartet. Ursächlich dafür ist, dass T-Mobile den Konkurrenten Kunden abjagen konnte, ohne dass damit ähnlich hohe Kosten verbunden waren wie im früheren Jahresverlauf 2014. Allein im letzten Quartal kamen 2,1 Millionen neue Kunden zu T-Mobile US, womit sich der Zuwachs im Gesamtjahr auf 8,3 Millionen summiert. Insgesamt zählt das Unternehmen nun 55 Millionen Kunden und ist im Begriff, Sprint zu überholen. Die Papiere von T-Mobile US legen vorbörslich um 3,4 Prozent zu.

   Im Kampf um Anteile auf dem zukunftsträchtigen Markt für mobile Bezahlsysteme bläst der südkoreanische Mischkonzern Samsung zum Angriff auf den US-Konkurrenten Apple. Das Unternehmen mit Sitz in Seoul übernimmt den US-Zahlungsdienstleister LoopPay für eine nicht genannte Summe. Die Apple-Aktie reduziert sich vor der Startglocke um 0,1 Prozent.

=== DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.05 Uhr Mi, 17.16 Uhr EUR/USD 1,1372 -0,41% 1,1418 1,1363 EUR/JPY 135,46 -0,07% 135,55 135,38 EUR/CHF 1,0784 0,33% 1,0748 1,0717 USD/JPY 119,12 0,34% 118,72 119,14 GBP/USD 1,5415 -0,29% 1,5460 1,5440 === Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@wsj.com

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