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14.02.2019 22:16:43

MÄRKTE USA/Maue Daten bremsen Wall Street - Erholung von Tagestiefs

Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street hat am Donnerstag ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Schwache Daten hatten die freundliche Stimmung der vergangenen Tage kippen lassen. Nachdem der erste Schrecken verdaut war, setzten die US-Börsen zu einer Erholung an. Letztlich konnte sich kein klarer Trend durchsetzen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 25.439 Punkte, der S&P-500 sank um 0,3 Prozent und der Nasdaq-Composite gewann 0,1 Prozent. Umgesetzt wurden 947 (Mittwoch: 814) Millionen Aktien. Dabei standen sich an der Nyse 1.577 (1.907) Kursgewinner und 1.356 (1.035) -verlierer gegenüber, während 91 (94) Titel unverändert schlossen.

Für fallende Kurse im frühen Geschäft sorgte der verspätet mitgeteilte US-Einzelhandelsumsatz für Dezember, denn dieser war deutlich gesunken, obwohl mit einem Anstieg gerechnet worden war. Der Rückgang war zugleich der stärkste seit 2009. Händler sprachen von Besorgnis erregenden Signalen für die konsumgetriebene US-Wirtschaft. Auch die übrigen Daten weckten keine Kauflaune. So haben etwas mehr Personen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Die Erzeugerpreise hatten im Januar ins Minus gedreht, die Kernrate stieg allerdings etwas stärker als vorausgesagt.

Für die Erholung der Kurse hatten Marktteilnehmer eine einfache Erklärung parat: Sie verwiesen bei den schwachen Einzelhandelsdaten auf den Regierungsstillstand wie auch die arktischen Temperaturen, die ihren Teil zum schwachen Konsum beigetragen haben könnten. "Ich bin über die Daten nicht sonderlich besorgt, denn sie sind typischerweise volatil", sagte Portfolioverwalter Thomas Martin von Globalt Investments.

Zudem richteten sich weiterhin Hoffnungen an die Handelsgespräche zwischen den USA und China. In Peking hatte die neue zweitägige Runde begonnen. Die Märkte rechneten laut Chefvolkswirt Paul Donovan von UBS Global Wealth Management mit einem "begrenzten Deal". Des Weiteren hatte US-Präsident Donald Trump angedeutet, dass die alte Stillhaltefrist für neue Zölle am 1. März um 60 Tage verschoben werden könnte.

Cisco nach Zahlenausweis fest

Die typischen Branchenwerte aus dem Einzelhandel wie Macy's, Kohl's und Nordstrom büßten bis zu 1,6 Prozent ein, hatten aber zuvor deutlicher im Minus gelegen. Apple stiegen um 0,4 Prozent. Das Unternehmen bringt einige ältere iPhone-Modelle in Deutschland wieder auf den Markt, deren Verkauf der US-Konzern im Zuge eines Patentrechtsstreits mit Qualcomm eingestellt hatte.

Positive Akzente am Aktienmarkt setzte Cisco, die Aktie stieg um 1,9 Prozent. Der US-Netzwerkausrüster hatte im zweiten Geschäftsquartal die Markterwartungen übertroffen. Dagegen gab die Fossil-Aktie um 3,3 Prozent nach. Das Uhrenunternehmen enttäuschte mit den Ergebnissen für das vierte Quartal die Erwartungen.

Coca-Cola stürzten um 8,4 Prozent ab. Der Getränkeriese hatte es zwar im vierten Quartal zurück in die Gewinnzone geschafft. Umsatzseitig bekam das Unternehmen allerdings ungünstige Wechselkurse zu spüren und schnitt schlechter ab als am Markt erwartet.

Um 9 Prozent abwärts ging es mit den Papieren von American International Group (AIG). Der US-Versicherungskonzern profitierte zwar in der vierten Periode von einer weggefallenen Steuerabschreibung aus dem Vorjahr, doch die Waldbrände in Kalifornien und Wirbelsturm "Michael" belasteten das Ergebnis.

Die Aktien des Immobilienkonzerns JBG Smith Properties drehten ins Plus, nachdem Online-Händler Amazon seine Pläne zum Bau eines neuen Hauptquartiers in New York aufgegeben hatte. Stattdessen will Amazon sein anderes Hauptquartier in Arlington ausbauen. JBG Smith Properties verpachtet Flächen und entwickelt diese für Amazon. Die Aktien des Immobilienentwicklers stiegen um 1,4 Prozent.

Yelp drehten 0,7 Prozent ins Minus. Das Internetunternehmen übertraf zwar die Erwartungen, die Citi-Analysten stuften den Wert wegen eines schwieriger werdenden Marktumfeldes aber dennoch ab. NetApp gaben um 5,5 Prozent nach, der Cloud-Datendienstleister verfehlte die Marktprognosen zum Umsatz. Avon brachen um 11 Prozent ein, der Kosmetikkonzern enttäuschte mit der Erlösentwicklung.

Euro bleibt unter 1,13 Dollar

Die schwachen US-Daten drückten den Dollar in einer volatilen Sitzung. Der ICE-Dollarindex verlor im späten Geschäft schließlich 0,1 Prozent. Der Euro stieg auf 1,1293 Dollar nach Wechselkursen um 1,1250 am Vorabend. Die Daten zum Eurozonen-BIP stützten die Gemeinschaftswährung etwas. Weil das BIP wie erwartet ausgefallen war, schlossen Marktteilnehmer aus der Kursreaktion, dass sich einige Akteure auf ein schwächeres BIP eingestellt haben dürften.

Die Preise am US-Ölmarkt waren ebenfalls zunächst nach unten abgetaucht. Die mauen US-Daten weckten die Sorge nach einer geringeren Nachfrage. Doch setzten die politischen Entwicklungen in den USA und China die positiven Akzente, diese rückten wieder stärker ins Bewusstsein. Denn auch die Ölpreise erholten sich und drehten ins Plus. Das Barrel der US-Sorte WTI stieg um 0,9 Prozent auf 54,41 Dollar, Brent gewann 1,5 Prozent auf 64,57 Dollar. Während die global gehandelte Sorte Brent eher gestützt wurde von den jüngst gesunkenen Opec-Förderdaten und den im Januar deutlich gestiegenen chinesischen Ölimporten, wurde der Preisanstieg bei US-Öl vom jüngsten Lageraufbau in den USA gebremst.

Am Anleihemarkt zeigte sich nach den jüngsten Verlusten eine Gegenbewegung. Gespeist wurde das Interesse an den Staatspapieren von der Erwartung einer lockeren Geldpolitik nach den enttäuschenden Konjunkturdaten. Die Rendite der zehnjährigen Titel fiel um 4,9 Basispunkte auf 2,65 Prozent.

Der Goldpreis hatte mit den schwachen US-Daten ins Plus gedreht. Für die Feinunze wurden 1.313 Dollar bezahlt, das waren 0,4 Prozent mehr als am Vortag.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 25.439,39 -0,41 -103,88 9,05

S&P-500 2.745,73 -0,27 -7,30 9,53

Nasdaq-Comp. 7.426,96 0,09 6,58 11,93

Nasdaq-100 7.022,42 0,09 6,54 10,94

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,50 -3,7 2,53 129,3

5 Jahre 2,47 -5,6 2,52 54,2

7 Jahre 2,55 -5,8 2,61 30,2

10 Jahre 2,65 -5,0 2,70 20,7

30 Jahre 3,00 -3,4 3,03 -7,1

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:40 Mi, 18:18 % YTD

EUR/USD 1,1292 +0,31% 1,1281 1,1285 -1,5%

EUR/JPY 124,81 -0,14% 125,29 125,14 -0,7%

EUR/CHF 1,1352 -0,10% 1,1373 1,1371 +0,9%

EUR/GBP 0,8826 +0,75% 0,8767 0,8775 -1,9%

USD/JPY 110,53 -0,45% 111,07 110,87 +0,8%

GBP/USD 1,2795 -0,42% 1,2864 1,2862 +0,3%

Bitcoin

BTC/USD 3.566,01 -0,12% 3.570,63 3.575,92 -4,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 54,50 53,90 +1,1% 0,60 +19,2%

Brent/ICE 64,64 63,61 +1,6% 1,03 +18,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.312,44 1.307,03 +0,4% +5,42 +2,3%

Silber (Spot) 15,62 15,57 +0,3% +0,05 +0,8%

Platin (Spot) 787,00 787,00 0% 0 -1,2%

Kupfer-Future 2,77 2,77 -0,1% -0,00 +5,3%

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Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2019 16:16 ET (21:16 GMT)

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