04.10.2017 14:46:43

MÄRKTE USA/Wall Street nimmt Verschnaufpause nach Rekordjagd

Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Die Rekordjagd an der Wall Street könnte zur Wochenmitte eine kleine Auszeit nehmen. Nachdem der Dow-Jones-Index zuletzt fünf Handelstage in Folge auf Allzeithochs geklettert war, dürfte die Luft zunächst einmal ein wenig raus sein, heißt es. Vor allem starke US-Konjunkturdaten sowie die Hoffnung auf eine starke Berichtssaison hatten das Sentiment beflügelt. Der Future auf den S&P-500 deutet aktuell auf eine knapp behauptete Eröffnung am Kassamarkt hin.

Erneut könnten die anstehenden US-Daten dem Markt aber einen wichtigen Impuls liefern. Jedoch blieb der ADP-Arbeitsmarktbericht für September, der als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag gilt, leicht hinter den Erwartungen zurück. So sind in der Privatwirtschaft 135.000 Stellen entstanden, während Analysten mit einem Plus von 150.000 Jobs gerechnet hatten. "Die Hurrikans Harvey und Irma haben im September den Jobmarkt belastet", sagt Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics. "Schaut man aber über diese Stürme hinweg, ist der Arbeitsmarkt weiter stabil und robust."

Nach dem Handelsstart folgen der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor für September in der zweiten Lesung sowie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe, ebenfalls für September.

Zudem wird sich im Handelsverlauf US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen zu Wort melden. Hier werden die Investoren auf Aussagen achten, die auf eine Zinserhöhung im Dezember hindeuten. Die Fed hatte nach der jüngsten Sitzung, zur Überraschung der Märkte, trotz hartnäckig niedriger Inflation eine weitere Zinserhöhung für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

Dollar neigt etwas zur Schwäche

Der Dollar gibt leicht nach. Grund seien Spekulationen um die Nachfolge von US-Notenbankchefin Janet Yellen, sagen Händler. US-Präsident Donald Trump soll eine Liste mit möglichen Kandidaten erhalten haben, die sehr unterschiedliche geldpolitische Meinungen vertreten. Dabei seien die Chancen von Fed-Gouverneur Jerome Powell auf die Yellen-Nachfolge wieder gestiegen. Powell gilt als "Taube", was die Erwartungen weiterer US-Zinserhöhungen dämpfe. Der Euro liegt aktuell bei 1,1768 Dollar, nach Kursen um 1,1740 Dollar im späten US-Handel am Vortag. Auch gegenüber dem Yen hat der Greenback leicht eingebüßt.

Die Ölpreise fallen etwas zurück. Händler sprechen von leichten Gewinnmitnahmen nach der jüngsten positiven Entwicklung. So war der Preis für ein Fass der Sorte Brent zuletzt auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. Der US-Branchenverband American Petroleum Institute (API) hatte für die vergangene Woche zwar einen Rückgang der US-Rohölvorräte vermeldet, doch sollen die Benzinvorräte gestiegen sein. Mit Spannung werde nun auf die offiziellen US-Lagerdaten im Handelsverlauf gewartet, heißt es von einem Beobachter. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sinkt um 0,2 Prozent auf 50,30 Dollar. Für Brent geht es um 0,2 Prozent auf 55,87 Dollar nach unten.

Beim Goldpreis setzt sich die Erholung nach den jüngsten deutlichen Abgaben fort. Gestützt wird diese vom etwas schwächeren Dollar, der Edelmetall für Investoren aus anderen Währungsräumen interessanter macht. Gold dürfte nach Ansicht der Commerzbank weiter gefragt sein, zum Beispiel wegen der politischen Unsicherheiten in Europa. Zuletzt hatte vor allem die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA den Goldpreis belastet. Der Preis für die Feinunze legt um 0,5 Prozent auf 1.276 Dollar zu.

Wenig Bewegung gibt es dagegen bei den US-Anleihen. Die Rendite zehnjähriger Papiere reduziert sich um 1 Basispunkt auf 2,31 Prozent.

Pepsico übertrifft Gewinnerwartungen - Ausblick durchwachsen

Pepsico hat seinen Gewinn im dritten Geschäftsquartal deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Dabei glichen die Regionen Europa und Asien ein schwaches Nordamerika-Geschäft aus. Der Ausblick für das Gesamtjahr bietet dagegen Licht und Schatten: Obwohl der Konzern beim organischen Wachstum etwas vorsichtiger wird, sieht er sich auf einem guten Weg, die bisherige Gewinnprognose zu übertreffen. Für die Aktie geht es vorbörslich um 1,7 Prozent nach unten.

Die Tesla-Aktie gewinnt 1,0 Prozent. Nomura hat die Beobachtung von Tesla mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen. Als Kursziel nennen die Analysten 500 Dollar. Damit liegen sie an der Spitze der von Factset befragten Analysten, die für Tesla im Schnitt ein Kursziel von 304 Dollar ausgeben. Am Vortag hatte die Tesla-Aktie mit enttäuschenden Nachrichten zum Model 3 zunächst deutlicher unter Abgabedruck gestanden. Der Elektroautobauer produzierte im dritten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge dieses Typs als vom Markt erhofft. Die Zahl aller produzierten Fahrzeuge von Tesla lag aber über den Erwartungen, was die Aktie schließlich doch noch in den positiven Bereich drückte.

Daneben sind die Blicke auf Amazon gerichtet. Die EU-Kartellbehörde hat Luxemburg dazu aufgefordert, angeblich zu wenig gezahlte Steuern vom US-Internethändler Amazon nachzufordern. Es geht dabei um eine Summe von 250 Millionen Euro. Die EU bemüht sich seit einiger Zeit, multinationale Konzerne mit bedeutenden Geschäften in Europa stärker zu besteuern. Dabei sollen auch neue Steuern und Abgaben helfen. Die Amazon-Titel geben um 0,4 Prozent nach.

Zudem will EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager Irland wegen nicht eingezogener Steuern beim US-Technologiekonzern Apple vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen. "Irland hat bisher kein Geld zurückgeholt - nicht einmal teilweise", erklärte Vestager. Für die Apple-Aktie geht es um 0,5 Prozent nach unten.

Mylan nach Generikum-Zulassung im Plus - Teva unter Druck

Mylan profitieren von einer Medikamentenzulassung der US-Arzeimittelbehörde FDA. Der Konzern erhielt die Erlaubnis, ein Generikum für Copaxone auf den Markt zu bringen. Es handelt es sich hierbei um ein Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose, das von Mitbewerber Teva herausgebracht wird. Es zählt zu den Schlüsselmedikamenten des Unternehmens und trägt trotz eines Absatzminus im zweiten Quartal immer noch rund die Hälfte zum Gesamtumsatz mit Spezialmedikamenten bei. Während Mylan um knapp 17 Prozent nach oben klettern, geht es für die Teva-Papiere um 15,5 Prozent bergab.

Die Twitter-Aktie legt vorbörslich um 1,7 Prozent zu. Disney-CEO Robert Iger hatte auf der Veranstaltung Vanity Fair New Establishment Summit in Beverly Hills gesagt, dass sein Unternehmen im vergangenen Jahr erwogen habe, Twitter als Vertriebsplattform für Online-Medien zu kaufen. Disney habe sich dann aber dagegen entschieden und stattdessen eine Beteiligung am Streaming-Unternehmen Bamtech gekauft. Für die Disney-Aktie geht es um 0,3 Prozent nach unten.

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US-Anleihen

Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD

2 Jahre 1,45 -2,0 1,47 24,9

5 Jahre 1,90 -0,8 1,91 -1,9

7 Jahre 2,14 -1,0 2,15 -10,9

10 Jahre 2,31 -1,0 2,32 -13,4

30 Jahre 2,86 -0,7 2,86 -21,0

DEVISEN zuletzt +/- % Mi., 8:19h Mo, 17.17 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1768 +0,00% 1,1767 1,1736 +11,9%

EUR/JPY 132,36 -0,04% 132,42 132,29 +7,7%

EUR/CHF 1,1445 +0,04% 1,1440 1,1435 +6,9%

EUR/GBP 0,8872 +0,08% 0,8865 1,1301 +4,1%

USD/JPY 112,48 -0,05% 112,54 112,71 -3,8%

GBP/USD 1,3263 -0,08% 1,3273 1,3263 +7,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 50,30 50,42 -0,2% -0,12 -11,8%

Brent/ICE 55,87 56 -0,2% -0,13 -4,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.278,02 1.271,75 +0,5% +6,27 +11,0%

Silber (Spot) 16,73 16,64 +0,5% +0,09 +5,1%

Platin (Spot) 918,00 913,50 +0,5% +4,50 +1,6%

Kupfer-Future 2,96 2,96 -0,1% -0,00 +17,3%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/mgo

(END) Dow Jones Newswires

October 04, 2017 08:46 ET (12:46 GMT)

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