10.05.2013 19:30:00

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christian Kucznierz zu Merkel in Afghanistan

Regensburg (ots) - In Aghanistan sind seit Beginn des Krieges 53 deutsche Soldaten gefallen. Wer über die Worte "Krieg" und "gefallen" stolpert, braucht sich nicht zu wundern; die deutsche Politik scheut sich bis heute, sie zu verwenden, wie sie generell den Einsatz am Hindukusch viel zu lange beschönigt hat. Und so feige die Wortwahl der deutschen Politik in Sachen Afghanistan ist, so falsch ist auch der Umgang mit dem Krieg am Hindukusch jetzt, da sich der Einsatz dem Ende nähert. Afghanistan werde in Verantwortung der örtlichen Kräfte übergeben, heißt das Ziel. Was geschieht, wenn die Nato-Truppen abgezogen sind, kann sich jeder lebhaft vorstellen. Dazu hätte es nicht erst des jüngsten tödlichen Angriffs auf die Bundeswehr bedurft. Zwölf Jahre nach Kriegsbeginn ist nichts gut in Afghanistan. Die Taliban sind weder besiegt, noch vertrieben. Und es ist ihnen gelungen, die einst als Befreier gefeierten Nato-Truppen als Gegner darzustellen. Der Tod von 53 Deutschen ist schrecklich; umso mehr, als der Erfolg des Einsatzes, in dem sie gestorben sind, mehr denn je in den Sternen steht.

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