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06.09.2024 07:33:39
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands dürfte im Juli gesunken sein. Volkswirte rechneten Ende vergangener Woche mit einem Rückgang gegenüber dem Vormonat von 0,2 Prozent. Aber das könnte sich als zu optimistisch erweisen. Die Produktion in verarbeitendem Gewerbe, Bau- und Energiewirtschaft war im zweiten Quartal so schwach wie zuletzt im Corona-Lockdown 2020 und gleiches gilt für die Industrieproduktion im engeren Sinne. Auf den ersten Blick sprechen die Auftragseingänge im Juni und Juli für eine höhere Produktion, aber unter Aussparung von Großaufträgen, die nicht sofort produktionswirksam werden, haben sich die Bestellungen zuletzt nur stabilisiert. Für einen deutlicheren Rücksetzer bei der Produktion spricht allerdings, dass die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe im Juli um 2,3 Prozent gesunken sind. Zwar ist die Korrelation der beiden Datenreihen nicht perfekt, doch ein Produktionsminus von nur 0,2 Prozent ist schwer vorstellbar.
+++++ TAGESTHEMA II +++++
Mit dem US-Arbeitsmarktbericht steht der letzte entscheidende "Test" vor der Fed-Sitzung im September an. Ökonomen erwarten für August ein Stellenwachstum von 161.000 (Vormonat: 114.000) und eine Arbeitslosenquote von 4,2 (4,3) Prozent. Für die Stundenlöhne wird ein Zuwachs um 0,3 (0,2) Prozent im Monats- und ein Plus von 3,7 (3,6) im Jahresvergleich vorhergesagt. Fed-Chef Jerome Powell hatte zuletzt signalisiert, dass die Fed ihre Leitzinsen bald senken werde, um eine weitere Abschwächung des Arbeitsmarktes abzuwenden. Ökonomen gehen davon aus, dass der kommende US-Arbeitsmarktbericht eine entscheidende Rolle dabei spielen wird, ob die Fed ihren Leitzins bei der Sitzung im September um 25 oder 50 Basispunkte senken wird.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
10:20 DE/PSI Software SE, Ergebnis 1H
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 DE/Handelsbilanz Juli
Handelsbilanz kalender- und saisonbereinigt
PROGNOSE: +20,6 Mrd Euro
zuvor: +20,4 Mrd Euro
Exporte
PROGNOSE: +0,8% gg Vm
zuvor: -3,4% gg Vm
Importe
PROGNOSE: +1,1% gg Vm
zuvor: +0,3% gg Vm
08:00 DE/Produktion im produzierenden Gewerbe Juli
saisonbereinigt
PROGNOSE: -0,2% gg Vm
zuvor: +1,4% gg Vm
- FR
08:45 FR/Industrieproduktion Juli
PROGNOSE: -0,3% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
- EU
11:00 EU/BIP (3. Veröffentlichung) 2Q
Eurozone
PROGNOSE: +0,3% gg Vq/+0,6% gg Vj
2. Veröff.: +0,3% gg Vq/+0,6% gg Vj
1. Quartal: +0,3% gg Vq/+0,5% gg Vj
- US
14:30 US/Arbeitsmarktdaten August
Beschäftigung ex Agrar
PROGNOSE: +161.000 gg Vm
zuvor: +114.000 gg Vm
Arbeitslosenquote
PROGNOSE: 4,2%
zuvor: 4,3%
durchschnittliche Stundenlöhne
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,7% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+3,6% gg Vj
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
INDEX Stand +/-
DAX-Future 18.594,00 -0,2%
E-Mini-Future S&P-500 5.502,00 -0,2%
E-Mini-Future Nsdq-100 18.867,00 -0,5%
Nikkei-225 36.493,33 -0,4%
Schanghai-Composite 2.783,01 -0,2%
Hang-Seng-Index Wegen Wirbelsturms kein Handel.
+/- Ticks
Bund -Future 134,33% +16
Vortag:
INDEX Schluss +/-
DAX 18.576,50 -0,1%
DAX-Future 18.635,00 +0,2%
XDAX 18.607,21 +0,3%
MDAX 25.357,97 +0,2%
TecDAX 3.269,16 -0,4%
EuroStoxx50 4.815,15 -0,7%
Stoxx50 4.410,63 -1,0%
Dow-Jones 40.755,75 -0,5%
S&P-500-Index 5.503,41 -0,3%
Nasdaq-Comp. 17.127,66 +0,3%
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 134,77% +14
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit einem vorsichtigen Geschäft rechnen Händler. Bis zur Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten dürfte sich kaum ein Anleger aus der Deckung wagen. Der Freitag "hat alles für einen aufregenden Tag" im Vorfeld des nächsten Fed-Treffens, meint Joe Davis, Chef-Ökonom von Vanguard. Er rechnet zwar mit relativ guten Arbeitsmarktdaten, sieht aber die Gefahr, dass eine angebotsgetriebene Volatilität in den Daten über den Umfang der September-Zinssenkung entscheide. Ein schwächerer Arbeitsmarkt dürfte am Markt die Spekulation auf eine deutlichere Zinssenkung der Fed erhöhen, meint Marktstratege Jeffrey Roach von LPL Financial. Im europäischen Handel heißt es dazu, der Markt gehe gut abgesichert in die Daten. Das Hedging im Vorfeld sei so hoch, das schwache Daten eine Erleichterungsrally auslösen könnten. Am Optionsmarkt gingen in den Hauptindizes seit Tagen mehr als doppelt so viele Puts wie Calls um.
Rückblick: Schwächer - Die Stimmung blieb angeschlagen. Die deutsche Industrie komme nicht in Schwung, fasste es Chefvolkswirt Michael Herzum bei Union Investment nach dem Auftragseingang zusammen. Das Ifo-Institut nahm seine deutsche Wachstumsprognose für 2024 zurück und erwartet nun Stagnation. Defensive Versorger waren gesucht, Aktien der Luxusgüterhersteller wurden weiter gemieden. Hier könnte eine schwächere Umsatzerholung im zweiten Halbjahr die Margen gefährden, was gegen die hohen Multiples spreche, hieß es. Schwächster Wert im Sektor waren Hermes mit einem Minus von 6,4 Prozent. Dior verloren 3,0, LVMH 3,6 und Moncler 2,2 Prozent.Nachrichten aus Deutschland lieferten kein Kaufargument für Aktien. AB Foods fielen um 8,5 Prozent. Laut RBC enttäuschte der Ausblick auf das zweite Halbjahr, was auf das Zuckergeschäft zurückzuführen sei.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Etwas leichter - Auf der Gewinnerseite standen Bayer (+3,9%), nachdem sich jüngst das Sentiment verbessert hatte. MWB führte dies auf den Mitte August erzielten juristischen Sieg im laufenden Rechtsstreit um das Herbizid Roundup zurück. Die Deutsche Bank (+3,2%) erzielte in einem langjährigen Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Postbank-Übernahme einen weiteren wichtigen Vergleich. Sinkende Kosten für den Rechtsstreit lösten jüngst Hoffnung auf einen Aktienrückkauf aus. Commerzbank legten um 1 Prozent zu, nachdem Bundesfinanzminister Christian Lindner seine Bereitschaft angedeutet hatte, die Staatsbeteiligung an einen Investor zu veräußern. An der Börse wurde dies gern vernommen, da es in dem Fall nicht zu einem belastenden Aktienüberhang kommt.
XETRA-NACHBÖRSE
Die Aktienkurse erholten sich geringfügig. Kursbewegende Nachrichten zu Einzelwerten gab es nicht.
USA - AKTIEN
Uneinheitlich - Mit dem Näherrücken der wichtigen Arbeitsmarktdaten am Freitag stieg die Nervosität. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten enthielten Licht und Schatten. Das galt auch für die Arbeitsmarktdaten des Tages, den ADP-Bericht und die wöchentlichen Daten. Teilnehmer interpretierten die Daten aber Richtung Abkühlung. Der US-Arbeitsmarktbericht für August am Freitag wird als Richtschnur dafür gesehen, wie stark die US-Notenbank die Leitzinsen auf ihrer Sitzung Mitte September senken wird. Verizon gaben um 0,4 Prozent nach. Der Konzern übernimmt das Glasfaserunternehmen Frontier Communications, wie nun offiziell bestätigt wurde, nachdem am Mittwoch informierte Kreise über den Kauf berichtet hatten. Johnson & Johnson (-1,4%) steht im Prozess um Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem Babypuder offenbar vor einem milliardenschweren Vergleich. Hewlett Packard Enterprise hatte im dritten Geschäftsquartal von einer steigenden Nachfrage nach KI-Servern profitiert. Umsatz und einige Ertragskennziffern übertrafen die Ziele des Unternehmens. Anleger konzentrierten sich auf gesunkene Margen, denn die Aktie gab 6 Prozent nach.
USA - ANLEIHEN
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 3,75 -1,6 3,77 -67,0
5 Jahre 3,54 -1,1 3,55 -46,1
7 Jahre 3,63 -1,6 3,64 -34,3
10 Jahre 3,73 -2,5 3,75 -15,0
30 Jahre 4,02 -3,6 4,06 5,2
Die Renditen sanken weiter, allerdings deutlich langsamer als zuletzt. Der starke Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor linderte zwar Rezessionsängste, vor den Arbeitsmarktdaten am Freitag liefen Anleger aber vorsichtshalber "sichere Häfen" an.
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,1116 +0,1% 1,1110 1,1087 +0,7%
EUR/JPY 158,90 -0,3% 159,35 159,52 +2,1%
EUR/CHF 0,9368 -0,1% 0,9379 0,9398 +1,0%
EUR/GBP 0,8436 +0,1% 0,8429 0,8424 -2,8%
USD/JPY 142,94 -0,3% 143,43 143,86 +1,5%
GBP/USD 1,3178 -0,0% 1,3181 1,3161 +3,6%
USD/CNH 7,0819 -0,1% 7,0881 7,0938 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 56.664,50 +0,9% 56.149,50 56.505,55 +30,1%
Der Dollar zeigte sich mit weiter gesunkenen Marktzinsen etwas niedriger. Der Dollarindex gab um 0,3 Prozent nach.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
September 06, 2024 01:34 ET (05:34 GMT)
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