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26.11.2024 07:32:40
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++
DONNERSTAG: In den USA bleiben die Börsen wegen des Feiertages Thanksgiving geschlossen.
+++++ TAGESTHEMA +++++
Der designierte US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, kurz nach seinem Amtsantritt hohe Zölle gegen Mexiko und Kanada, zwei der engsten Verbündeten der USA, sowie gegen China zu verhängen. Dies ist der deutlichste Hinweis seit seinem Wahlsieg, dass er die harte Wahlkampf-Rhetorik, die ihm zum Einzug ins Weiße Haus verholfen hat, in die Tat umsetzen will. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social kündigte Trump an, dass er am ersten Tag seiner Präsidentschaft einen Zoll von 25 Prozent auf alle Waren erheben werde, die aus Mexiko und Kanada in die USA eingeführt werden. In einem separaten Social-Media-Beitrag fügte er hinzu, dass er einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent auf alle Produkte erheben werde, die aus China in die USA kämen, ohne jedoch zu präzisieren, ob dieser Zoll bereits am ersten Tag seiner Amtszeit erhoben würde. Ein solcher Zoll käme zu den bereits bestehenden Zöllen der USA auf chinesische Waren hinzu. "Dieser Zoll wird in Kraft bleiben, bis Drogen, insbesondere Fentanyl, und alle illegalen Einwanderer diese Invasion in unser Land stoppen", schrieb Trump mit Blick auf die von ihm vorgeschlagenen Zölle gegen Kanada und Mexiko. Dies würde allerdings das Handelsabkommen in Frage stellen, das Trump in seiner ersten Amtszeit mit den beiden Nachbarländern ausgehandelt hat und das als USMCA bekannt ist. Trump warf den beiden Grenzstaaten und China vor, nicht genug zu tun, um den Zustrom von Drogen und Migranten in die USA einzudämmen. Peking habe sein Versprechen, die Einfuhr von Fentanyl zu verhindern, nicht eingehalten. Mexiko, China und Kanada sind die drei Hauptlieferanten von Importgütern, auf die in diesem Jahr bis September etwa 42 Prozent der Einfuhren in die USA entfielen, wie aus den Zensusdaten hervorgeht. Kanada und Mexiko liefern etwa 80 Prozent ihrer Exporte in die USA, und ein pauschaler Zoll würde ihre Volkswirtschaften schädigen.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 DE/Siemens Healthineers AG, ausführliches Jahresergebnis und Geschäftsbericht
22:30 US/HP Inc, Ergebnis 4Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Borussia Dortmund 0,06 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- US
16:00 Index des Verbrauchervertrauens November
PROGNOSE: 111,0
zuvor: 108,7
16:00 Neubauverkäufe Oktober
PROGNOSE: -1,8% gg Vm
zuvor: +4,1% gg Vm
20:00 Fed, Protokoll der FOMC-Sitzung, 6. und 7. November
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
INDEX Stand +/-
DAX-Future 19.341,00 -0,5%
E-Mini-Future S&P-500 6.007,50 +0,0%
E-Mini-Future Nsdq-100 20.898,50 +0,1%
Nikkei-225 38.270,35 -1,3%
Schanghai-Composite 3.265,24 +0,0%
Hang-Seng-Index 19.170,15 +0,1%
+/- Ticks
Bund -Future 133,55 -13
Montag:
INDEX Schluss +/-
DAX 19.405,20 +0,4%
DAX-Future 19.435,00 +0,1%
XDAX 19.386,73 +0,1%
MDAX 26.469,47 +1,1%
TecDAX 3.405,17 +1,0%
EuroStoxx50 4.799,87 +0,2%
Stoxx50 4.308,99 -0,2%
Dow-Jones 44.736,57 +1,0%
S&P-500-Index 5.987,37 +0,3%
Nasdaq-Comp. 19.054,84 +0,3%
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 133,68 +63
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften mit Abgaben in den Handel am Dienstag starten. Belastend wirken Aussagen des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Amtsantritt Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Waren aus Kanada und Mexiko zu verhängen bzw von zusätzlichen 10 Prozent auf alle chinesischen Importe. Die Ankündigung von Zöllen auf mexikanische und kanadische Einfuhren dürfte das USMCA-Freihandelsabkommen mit den USA auf eine harte Probe stellen. Bei den Ankündigungen dürfte es sich nur um ein Eröffnungssalvo handeln - Trump hatte im Wahlkampf Zölle von mehr als 60 Prozent auf chinesische Waren angekündigt. Die Trump-Aussagen erwischen die Märkte auf dem falschen Fuß. Noch am Vortag hatte die Nominierung des Hedgefondsverwalters Scott Bessent als zukünftigem US-Finanzminister die Stimmung an den Börsen gestützt. Die Bekanntgabe des Protokolls der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed am Abend dürfte in diesem Zusammenhang nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.
Rückblick: Fundamental als stützend wurde die Nominierung des Hedgefondsmanagers Scott Bessent als nächster US-Finanzminister bewertet. Er befürworte weniger Staatsausgaben und werde voraussichtlich einen langsamen und stetigen Ansatz bei potenziell inflationären Handelszöllen befürworten, hieß es. Meldungen über einen möglichen Waffenstillstand zwischen Israel und Hisbollah belasteten den Preis für Öl und Gold. Mit Abgaben von 1 Prozent war der Ölsektor der Tagesverlierer. Ein schwacher Ifo-Index belastete nicht. Der italienische Finanzkonzern Unicredit (-4,8%) will den Banco BPM (+5,5%) übernehmen. Generali zogen um 1 Prozent an. Wie die "FT" berichtete, soll der Versicherer mit Natixis Investment Managers Gespräche über eine mögliche Fusion führen. Der angeschlagene französische IT-Konzern Atos hat von der französischen Regierung ein Übernahmeangebot für das "Supercomputer"-Geschäft erhalten. Atos schossen um fast 100 Prozent in die Höhe. ITV verbuchten Aufschläge von 8,6 Prozent. Laut Berichten führt der Finanzinvestor CVC Gespräche mit potenziellen Partnern über ein Übernahmeangebot für ITV oder Teile. Kingfisher brachen nach der Senkung des Ausblicks um 13,3 Prozent ein.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Etwas fester - Gegen die Tendenz des Gesamtmarktes gaben Commerzbank um 5 Prozent nach, weil Übernahmefantasie aus der Aktie entwich. "Mit dem Gebot für BPM kann der Unicredit nicht noch eine Übernahme der Commerzbank stemmen", meinte ein Händler. Nach dem Abverkauf am Freitag in Reaktion auf das zurückgenommene Kaufgebot von Halozyme für Evotec erholte sich die Aktie um 9,8 Prozent. Nach Einschätzung der Deutschen Bank rückt nun Triton in den Fokus. Der Gesellschaft werde Interesse an Evotec nachgesagt. Nach positiven Analystenstimmen gewannen Siemens Energy 1,9 Prozent. Adidas erholten sich von den jüngsten Abgaben und stiegen um 3,2 Prozent. Hornbach fielen um 0,8 Prozent, sie gerieten in den Sog von Kingfisher. Thyssenkrupp schlossen 2,2 Prozent fester - der Konzern will im Stahlbereich 11.000 Stellen abbauen. Renk gaben um 3,8 Prozent nach. "Der Abschied der Vorstandsvorsitzenden überrascht", so ein Marktteilnehmer.
XETRA-NACHBÖRSE
Intica Systems, die nach Geschäftsausweis im Xetra-Handel um 24,7 Prozent hochgeschossen waren, wurden bei Lang & Schwarz dann um weitere 50 Prozent höher getaxt. "Dies geschah aber nur, weil ein Wettbewerber den Kurs plötzlich höher gestellt hatte", erläuterte der Marktakteur. Dies habe dann die Arbitrageure auf den Plan gerufen. Eine Grund für die abermalige Hausse konnte er nicht nennen.
USA - AKTIEN
Freundlich - Dow-Jones-Index und der marktbreite S&P-500 kletterten auf Rekordstände. Positiv wurde die Nominierung des Hedgefondsverwalters Scott Bessent als Finanzminister durch den designierten US-Präsidenten Donald Trump aufgenommen. Zudem machten Berichte über einen möglichen Waffenstillstand im Libanon die Runde, die ebenfalls stützten. Der Markt setzte vor allem darauf, dass Bessent einen konzilianteren Kurs bei den von Trump avisierten Zöllen durchsetzen könnte. Er hatte sich jüngst entsprechend geäußert. Ölwerte zählten mit dem Preisverfall bei Rohöl zu den schwächsten. Der Energiesektor im S&P-500 sank um 2 Prozent. Exxon Mobil und Chevron büßten 1,5 bzw. 1,3 Prozent ein. Zoom Video Communications (+3,7%) und Agilent Technologies (+0,5%) zogen nach positiv aufgenommenen Quartalszahlen an. Peabody Energy verloren 5,2 Prozent nach dem Kauf des verbleibenden Kokskohlegeschäfts von Anglo American. Quantum Computing schnellten um 26,2 Prozent empor. AWS hatte mit Quantum Embark ein neues Beratungsprogramm eingeführt. Bath & Body Works schossen um 16,5 Prozent gen Norden nach Drittquartalszahlen über Erwartung, der Ausblick wurde angehoben. Cassava Sciences brachen um 83,8 Prozent ein, nachdem ein Alzheimer-Mittel enttäuscht hatte.
USA - ANLEIHEN
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 4,26 -11,4 4,37 -16,0
5 Jahre 4,17 -12,7 4,30 17,0
7 Jahre 4,21 -12,8 4,33 23,6
10 Jahre 4,26 -14,3 4,41 38,4
30 Jahre 4,45 -13,1 4,58 48,1
Die Renditen stürzten ab. Bessents Ansatz bei der Zollpolitik dürfte die Inflation und damit mögliche Zinsanhebungen langfristig im Zaum halten, hieß es.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 26, 2024 01:32 ET (06:32 GMT)
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