18.05.2026 07:34:41

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Verkäufe bei Staatsanleihen der vergangenen Woche setzen sich am Montag in Asien massiv fort. Die Renditen steigen weltweit auf neue Höchststände. Als Auslöser macht Marktstratege Chris Weston von Pepperstone die wachsende Angst vor einer anhaltenden Inflation und Zinserhöhungen der Fed aus. Die Markterwartung für den nächsten Zinsschritt habe erstmals die 4-Prozentmarke durchbrochen - und der Markt preise nun eine Erhöhung statt einer Senkung für Januar 2027 ein. Derweil zeichne sich keine Entspannung im Iran-Krieg ab. Die Ölpreise steigen. Besonders kritisch sei dabei, dass auch längerfristige Öl-Terminkontrakte auf neue Zyklushöchs stiegen, was die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen der Märkte massiv anheize, so Weston. Derweil gebe es einen Käuferstreik bei Staatsanleihen in Japan. Weston verweist auf die japanischen Erzeugerpreise, die deutlich höher als erwartet ausgefallen seien. Die Bank of Japan hinke der Inflation hinterher. Premierministerin Takaichi kündigte derweil neue Energiesubventionen an. Die Angst vor neuen Staatsschulden lasse nun den Markt einbrechen.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 IE/Ryanair Holdings plc, Jahresergebnis

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Air Liquide 3,70 EUR

BNP Paribas 2,57 EUR

Intesa Sanpaolo 0,19 EUR

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

Es stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an.

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 23.787,00 -0,9

E-Mini-Future S&P-500 7.386,75 -0,6

E-Mini-Future Nasdaq-100 29.061,25 -0,6

Topix (Tokio) 3.834,67 -0,8

Hang-Seng (Hongk.) 25.647,11 -1,2

Shanghai-Comp. 4.129,96 -0,1

Freitag:

INDEX zuletzt +/- %

DAX 23.950,57 -2,1

DAX-Future 23.910,00 -2,4

XDAX 23.865,04 -0,4

MDAX 31.365,17 -1,7

TecDAX 3.795,76 -1,6

SDAX 18.365,64 -1,3

Euro-Stoxx-50 5.827,76 -1,8

Stoxx-50 5.047,28 -1,5

Dow-Jones 49.526,17 -1,1

S&P-500 7.408,50 -1,2

Nasdaq Composite 26.225,15 -1,5

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die Aktienmärkte werden zum Start in die Woche schwach erwartet. Vor allem die zinssensiblen Sektoren wie Immobilienwerte dürften im aktuellen Umfeld schwächer als der Gesamtmarkt tendieren. Während in den vergangenen Wochen die Rücksetzer an der Börse schnell gekauft worden sind, mahnt aktuell der Anleihenmarkt zur Vorsicht. Denn vor allem das lange Ende wird momentan von Investoren gemieden, die Zinskurve versteilert sich damit. Damit verteuern sich die Finanzierungskosten deutlich - für Staaten wie auch für Unternehmen. Das Patt um die Straße von Hormus hält an. Laut Berichten, stimmte sich Israel mit den USA über eine mögliche Wiederaufnahme von Luftangriffen gegen den Iran ab. In einem Social-Media-Post warnte US-Präsident Trump den Iran, einem Friedensabkommen zuzustimmen - andernfalls drohten Konsequenzen.

Rückblick: Sehr schwach - Stark gestiegene Renditen und Inflationssorgen wegen angezogener Ölpreise haben belastet. Dazu gesellte sich ein enttäuschend verlaufener Gipfel in China. Verbindliche Zusagen zu einer Vermittlung Chinas im Iran-Krieg gab es nicht, entsprechend sprang die Ölsorte Brent kräftig nach oben. Auch gab es nicht die erhofften Mega-Deals für die vielen CEO der Technologiebranche, die mit nach China gereist waren. Die Inflationsangst durch lange Phase hoher Ölpreise und gleichzeitige Staatsverschuldung sorgte für Ausbrüche von langlaufenden Renditen nach oben. Die stärksten Verluste wiesen Minenaktien auf, ihr Sektorindex brach um 5,4 Prozent ein. Die Kombination aus gestiegener Inflation und gleichzeitig enttäuschendem China-Gipfel wurde als Störfeuer für die globale Konjunktur gesehen. Antofagasta und Anglo American brachen um bis zu 10,7 Prozent ein. Chiptitel litten unter Zweifeln, ob die USA weitere Chipverkäufe nach China zulassen würden und ob China überhaupt vermehrt Chips importieren wolle. Dazu drückte der Zinsanstieg die sehr hohen Bewertungen der Technologieaktien. Infineon schlossen 4,2 Prozent im Minus, Aixtron verloren 6,0 Prozent, STMicro und ASML fielen um 4,2 bzw. 4,4 Prozent.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Sehr schwach - Im DAX wurden auch rohstoffnahe Titel wie Heidelberg Materials mit 7,2 Prozent Minus vom Branchenabsturz belastet. Zudem verschärfte sich die Krise im deutschen Wohnungsbau im April massiv. Wie das Ifo-Institut mitteilte, brach das Geschäftsklima im Sektor so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Angst vor einem Konjunktureinbruch drückte auch Vorzeigeaktien wie Siemens um 5,2 Prozent. Gegen den Trend erholten sich SAP um 2,0 Prozent. Auch die beiden Rückversicherer im DAX verzeichneten Kursgewinne. Fraport verloren 4,7 Prozent. Die Streiks bei der Lufthansa hatten das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen im April erheblich geschmälert. Freenet gewannen 3,9 Prozent. Das Unternehmen verdiente nach einem negativen Ergebniseffekt bei dem übernommenen Unternehmen Mobilezone im ersten Quartal weniger, dies war aber erwartet.

XETRA-NACHBÖRSE

Der Handel am "Brücken"-Freitag ist sehr ruhig verlaufen. Im Sog der US-Börsen ging es noch etwas nach unten mit den Kursen. Auffällige Bewegungen in Einzelwerten wurden nicht beobachtet, zumal kursbewegende Nachrichten fehlten. Bayer zeigte sich unbewegt von der Präsentation neuer Daten einer Phase-II-Studie zu Darolutamid, die den Nutzen bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs unterstrich.

USA - AKTIEN

Schwächer - Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping hatte nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Zu den Themen Iran-Krieg, technologische Vorherrschaft und Taiwan-Frage habe es keine Fortschritte gegeben, so UBS-Volkswirt Paul Donovan. Positive Konjunkturdaten fanden kaum Beachtung. Bei den Einzeltiteln zeigten sich vor allem die Werte aus dem Technologiesektor mit kräftigen Abgaben. China hatte nach Aussage von US-Präsident Trump trotz der Freigabe durch die USA keine H200-Chips von Nvidia gekauft. Mit Nvidia ging es um 4,4 Prozent abwärts. Intel büßten 6,2 Prozent ein. Die Aktie des Börsenneulings und KI-Chipentwicklers Cerebras, die am Donnerstag bei ihrem Debüt um fast 70 Prozent nach oben geschossen war, fiel um gut 10 Prozent. Applied Materials (-0,9%) konnten sich der schlechten Stimmung nicht entziehen, obwohl das Unternehmen überraschend gute Zahlen für sein zweites Geschäftsquartal vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben hatte. Der US-Investor Bill Ackman hatte über seinen Hedgefonds Pershing Square eine Beteiligung an Microsoft aufgebaut. Microsoft stiegen um gut 3 Prozent.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,08 +0,09 4,09 4,02

5 Jahre 4,26 +0,14 4,27 4,16

10 Jahre 4,60 +0,14 4,60 4,49

Die Anleiherenditen zogen kräftig an. Marktteilnehmer verwiesen auf die jüngsten Inflationsdaten, die Zinserhöhungsspekulationen befeuert hätten.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01

EUR/USD 1,1621 -0,0 -0,0004 1,1625 1,1628

EUR/JPY 184,74 +0,1 0,2200 184,5200 184,4000

EUR/CHF 0,9142 -0,0 -0,0003 0,9145 0,9143

EUR/GBP 0,8726 +0,1 0,0004 0,8722 0,8713

USD/JPY 158,94 +0,1 0,1800 158,7600 158,5900

GBP/USD 1,3315 -0,1 -0,0006 1,3321 1,3343

USD/CNY 6,8135 +0,1 0,0043 6,8092 6,8092

USD/CNH 6,816 +0,1 0,0034 6,8126 6,8118

AUS/USD 0,7133 -0,2 -0,0015 0,7148 0,7155

Bitcoin/USD 76.951,79 -1,7 -1.306,69 78.258,48 79.139,91

Der Dollar wertete auf - der Dollar-Index legte um 0,5 Prozent zu. Der Euro fiel auf 1,1620 Dollar. Die andauernden Spannungen mit dem Iran und jüngste, unerwartet hohe Preisdaten schürten die Spekulation, dass die US-Notenbank zu Zinserhöhungen übergehen könnte. Der Markt preist eine Zinserhöhung bis März 2027 vollständig ein.

Der Yen dürfte angesichts des wahrscheinlichen Widerwillens von Premierministerin Sanae Takaichi gegenüber einer geldpolitischen Straffung unter Druck bleiben, meinen die Strategen von Daiwa Securities. "Der politische Kurs der Regierung Takaichi - der fiskalische Expansion zur Bekämpfung steigender Preise priorisiert - setzt sowohl den Anleihe- als auch den Devisenmarkt unter Druck, was zu einer Versteilerung der Renditekurve und einer weiteren Abwertung des Yen führt", so die Strategen. Wenn die Bank of Japan eine Zinserhöhung hinauszögert, während Unternehmen höhere Kosten weitergeben, könnte dies den Yen weiter schwächen, indem die Realzinsen noch weiter nach unten gedrückt werden, fügen sie hinzu.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.539,69 +0,0 1,67 4.538,02

Silber 75,33 -0,8 -0,62 75,95

Platin 1.963,85 -0,5 -9,60 1.973,45

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

May 18, 2026 01:35 ET (05:35 GMT)

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