28.08.2026 07:30:43

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Großbritannien bleiben die Börsen wegen des Feiertages Bank Holiday geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

US-Notenbankchef Kevin Warsh steht diese Woche vor seinem bisher größten Publikum mit einer über allem schwebenden Frage: Ist die Inflation hoch wegen einmaliger Schocks wie Zöllen und einem Krieg oder läuft die Wirtschaft schlichtweg zu heiß?

Von der Beantwortung dieser Frage hängt ab, ob die Zinsen steigen werden. Sie spaltet auch Warshs Kollegen. Drei Notenbanker stimmten im Juli für eine Zinserhöhung, andere haben signalisiert, dass sie offen dafür sind, sich ihnen anzuschließen. Warsh hat nicht gesagt, wie er dazu steht - das ist ein Teil seiner neuen Strategie, weniger zu kommunizieren.

Wenn Warsh am Freitag auf der jährlichen Konferenz der Kansas City Fed in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming spricht, werden die Anleger genau hinhören, wie er diese Wirtschaft einschätzt und was ihn zum Handeln bewegen würde. Das werden auch viele seiner anwesenden Kollegen tun.

Warsh hat eine Wirtschaft geerbt, die aus zwei Perspektiven betrachtet werden kann, was gegensätzliche Konsequenzen für die Geldpolitik hat. Die erste Perspektive geht davon aus, dass die Inflation seit über einem Jahr durch eine Reihe einmaliger Schocks wie Zölle und die Unterbrechung der Energieversorgung durch den Iran-Krieg über dem Zielwert gehalten wird. Eine Zentralbank muss als Reaktion auf solche Schocks die Zinsen nicht anheben, in der Zuversicht, dass die Inflation von selbst zurückgeht, wenn diese nachlassen.

Bei der zweiten Perspektive verbergen diese Schocks tiefere Ungleichgewichte: Die Nachfrage übersteigt das Angebot und ermöglicht es den Unternehmen, Preiserhöhungen durchzusetzen. Diese Art von Inflation geht nicht von selbst zurück und erfordert ein Eingreifen der Zentralbank.

Schwächere Preisdaten in den vergangenen zwei Monaten haben den Druck, die Zinsen auf der nächsten Fed-Sitzung im September anzuheben, vorerst gemildert. Aber sie haben nicht geklärt, ob die Zinssätze restriktiv genug sind, um die Inflation weiter sinken zu lassen, zumal der Iran-Krieg, neue Zölle und der KI-Ausbau drohen, einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Preise auszuüben.

Warsh hat zugesagt, die Fed umzukrempeln. Er ist der Ansicht, dass sie bei ihrer Hauptaufgabe, für eine niedrige Inflation zu sorgen, versagt hat. Eine solche Agenda beruht auf einer Diagnose dessen, was die Inflation hoch hält. Die Inflation fiel von rund 7 Prozent auf unter 3 Prozent, stieg dann leicht an und stagnierte. Sie liegt seit über fünf Jahren über dem Ziel von 2 Prozent. Warshs Kollegen sind sich nicht einig, ob der aktuelle Leitzins der Fed von rund 3,6 Prozent hoch genug ist, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation zu senken.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

08:30 DE/Bertelsmann SE & Co KGaA, Ergebnis 1H

10:30 DE/LBBW Landesbank Baden-Württemberg, Ergebnis 1H

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Cliq Digital 0,04 EUR

Daldrup & Söhne 0,18 EUR

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE

08:00 Import-/Exportpreise Juli

Importpreise

PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+7,1% gg Vj

zuvor: -0,7% gg Vm/+6,1% gg Vj

09:55 Arbeitsmarktdaten August

Arbeitslosenzahl saisonbereinigt

PROGNOSE: +5.000 gg Vm

zuvor: +6.000 gg Vm

Arbeitslosenquote saisonbereinigt

PROGNOSE: 6,4%

zuvor: 6,4%

- FR

08:45 Privater Verbrauch Juli

PROGNOSE: k.A.

zuvor: +0,4% gg Vm/+0,1% gg Vj

08:45 Verbraucherpreise (vorläufig) August

PROGNOSE: +2,4% gg Vj

zuvor: +2,1% gg Vj

HVPI

PROGNOSE: +2,7% gg Vj

zuvor: +2,4% gg Vj

- ES

09:00 HVPI und Verbraucherpreise (vorläufig) August

HVPI

PROGNOSE: +4,4% gg Vj

zuvor: +3,9% gg Vj

- EU

11:00 Index Wirtschaftsstimmung August

Wirtschaftsstimmung Eurozone

PROGNOSE: 97,5

zuvor: 97,2

Industrievertrauen Eurozone

PROGNOSE: -5,8

zuvor: -6,1

Verbrauchervertrauen Eurozone

PROGNOSE: -15,5

Vorabschätzung: -15,5

zuvor: -15,9

- US

15:45 Index Einkaufsmanager Chicago August

PROGNOSE: 58,0

zuvor: 57,6

16:00 Index Verbraucherstimmung Uni Michigan (2. Umfrage) August

PROGNOSE: 51,0

1. Umfrage: 51,0

zuvor: 55,2

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 26.485,00 +0,4

E-Mini-Future S&P-500 7.735,50 -0,1

E-Mini-Future Nasdaq-100 29.624,50 -0,2

Topix (Tokio) 4.154,41 +0,9

Hang-Seng (Hongk.) 25.653,51 +0,3

Shanghai-Comp. 3.958,14 +0,0

Vortag:

INDEX zuletzt +/- %

DAX 26.367,24 +0,3

DAX-Future 26.421,00 +0,2

MDAX 32.947,28 +1,3

TecDAX 4.104,52 +2,1

SDAX 18.952,55 +1,7

Euro-Stoxx-50 6.424,73 -0,7

Stoxx-50 5.441,59 -1,0

XDAX 26.378,31 +0,0

Dow-Jones 53.569,44 +0,2

S&P-500 7.730,99 +0,7

Nasdaq Composite 26.541,35 +1,6

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Auf einen relativ ruhigen Handelstag stellt man sich am Freitagmorgen an Europas Börse ein. Die DAX-Terminkontrakte zeigen sich rund 100 Punkte höher. Der Tag steht ganz im Zeichen der ersten Rede von Kevin Warsh als neuem Fed-Chef auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Sie findet erst um 16 Uhr deutscher Zeit statt. Von Warsh verlangt der Markt mittlerweile ein klares Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Sollten von dort nur die bisherigen Lippenbekenntnisse kommen, könnten die langlaufenden US-Renditen nach oben ausbrechen, fürchtet man am Markt. Zudem riskiert Warsh, die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank zu beschädigen. "Die Märkte werden seine Kommentare genau überprüfen auf Signale, ob die Fed bereit zu Zinserhöhungen ist", heißt es von UOB Global Economics. Aktuell preist der Markt dafür nur eine Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent ein. Inflation steht auch in Europa etwas im Blick: So kommen aus Spanien und Frankreich erste Schätzungen zu den Verbraucherpreisen im August. Aus Deutschland stehen die Import-Export-Preise für Juli an. Zur US-Konjunktur steht der Index der Einkaufsmanager aus Chicago an. Wichtiger könnte diesmal aber die Verbraucherstimmung der Uni Michigan sein, nachdem die hohe Inflation in den USA den wichtigen Konsum immer stärker dämpft. Der private Konsum steht für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung.

Rückblick: Leichter - Besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen von Nvidia stützten den Technologiesektor, setzten aber keine größeren Akzente an den Gesamtmärkten. Die Blicke richteten sich schon auf die Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag. Technologiewerte gewannen im Schnitt 1,8 Prozent. Infineon gewannen 3,6 Prozent, Aixtron 0,9 Prozent oder STMicroelectronics 3 Prozent. ASML gaben jedoch 0,8 Prozent nach. Siemens Energy und ABB, eigentlich als Ausrüster von KI-Datenzentren ebenfalls potenzielle Nutznießer einer höheren Nachfrage, konnten Gewinne nicht halten und verloren 0,6 bzw. 0,5 Prozent. Sorge um die Staatsfinanzen drückte die Aktien französischer Banken. BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole verloren 4 bis 5 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf eine am Abend anstehende TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im kommenden Jahr. Der linksextreme Kandidat Jean-Luc Mélenchon habe Aufmerksamkeit erregt, als er die Forderung erneuerte, die derzeit von der Banque de France gehaltenen französischen Staatsschulden zu streichen, so die Deutsche Bank. Die Rendite französischer 10-jähriger Staatsanleihen ist jüngst auf das höchste Niveau in der gesamten Eurozone gestiegen. Beobachter halten es für möglich, dass die Ratingagentur Fitch Frankreich am Freitag erneut abstuft. Auch französische Infrastrukturaktien verbuchten deutliche Verluste. Eiffage verbilligten sich um 7,4, Bouygues um 3,7 und Vinci um 3,9 Prozent. Pernod Ricard verloren 4,6 Prozent, nachdem die Zahlen des Spirituosenherstellers und der Ausblick leicht unter den Konsenserwartungen gelegen hatten.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - Die starken Zahlen von Salesforce.com setzten einen positiven Impuls für die SAP-Aktie, die um 5,5 Prozent zulegte. Für Nemetschek ging es um fast 10 Prozent nach oben. Daneben überzeugte Delivery Hero mit Geschäftszahlen: Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr haben die Erwartungen geschlagen. Delivery Hero legten 0,3 Prozent zu auf 37,05 Euro. Uber hat die Übernahme der Berliner für 41,50 Euro je Anteilsschein angekündigt. Gerresheimer (+4,4%) hat im ersten Quartal 2026 auf vorläufiger Basis den Umsatz leicht erhöht, beim bereinigten EBITDA sowie bei der Marge aber einen deutlichen Rückgang verbucht. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet der Konzern jedoch ein deutlich stärkeres Geschäft und eine operative Ergebnisverbesserung. Nach endgültigen Zahlen gewannen Fielmann 2,2 Prozent.

USA - AKTIEN

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

August 28, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)

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