01.08.2024 07:34:01

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

Ausblick: Mit festeren Börsen rechnen Händler. Die Kombination aus starken US-Vorlagen und der Aussicht auf eine Zinssenkung der US-Notenbank im September dürfte treiben. Vor allem Technologiewerte glänzten in den USA. So erholten sich Schwergewicht Nvidia um fast 13 Prozent. Auch andere Chip-Aktien legten im Bereich um 5 bis 8 Prozent zu. Dazu kamen auch fundamental starke Nachrichten von den Quartalszahlen bei Meta und Qualcomm. Am Mittag tagt die Bank of England und hier sehen Marktteilnehmer bereits die Chance auf einen ersten Zinsschritt. In Südkorea stiegen die Importe und Exporte zwar, aber deutlich weniger als erwartet. In China rutschte der Caixin-Einkaufsmanager-Index (PMI) sogar unter die Expansionsschwelle. In Europa wird daher besonders auf die Richtung der PMI-Revisionen geblickt. In den USA steht dann am Nachmittag der ISM-Index im Fokus. Je schwächer die Daten global ausfallen, desto mehr dürften die Börsen auch auf Zinssenkungen setzen.

Rückblick: Fester - Anleger zeigten sich vor der geldpolitischen Entscheidung der Fed am Abend optimistisch. Nicht im Sinne der Börsianer fielen die jüngsten Inflationszahlen der Eurozone aus. Die jährliche Inflationsrate hatte sich im Juli wider Erwarten erhöht. Die Daten dürften die EZB aber nicht daran hindern, im September die Zinsen erneut zu senken. Als "besser als befürchtet" stufte Jefferies die Zweitquartalszahlen von Airbus (+4,8%) ein. Der EBIT-Konsens im Bereich Commercial wurde um 16 Prozent übertroffen. Im Bereich D&S gab es dagegen eine größer als erwartet ausgefallene Belastung. Der jüngst gesenkte Ausblick wurde bestätigt. Trotz guter Geschäftszahlen und einem erhöhten Ausblick auf das Gesamtjahr gaben GSK um 2 Prozent nach. Grund war die schwache Entwicklung des Herpes-Impfstoffs Shingrix im zweiten Quartal.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fester - Siemens Healthineers (-6,7%) ist im dritten Geschäftsquartal wegen erneuter Einbußen im China-Geschäft nicht so stark gewachsen wie vom Markt erhofft. Das Medizintechnikunternehmen bestätigte dennoch seine Prognose, dämpfte allerdings die Erwartungen an das Wachstum im Kerngeschäft mit bildgebenden Geräten. Fresenius (+4%) erzielte im zweiten Quartal ein zweistelliges prozentuales Gewinnwachstum je Aktie, was nach Einschätzung von Jefferies das Potenzial für eine Trendwende zeigt. Überraschend positiv wurden die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal von Teamviewer (+13,2%) aufgenommen. Von JP Morgan hieß es, der Gewinn habe die Erwartung geschlagen und vor allem scheine sich das Billings-Wachstum wieder zu beschleunigen. Auto1 (+14,3%) hat die Jahresprognose nach einem überraschend guten zweiten Quartal deutlich angehoben. Nach Geschäftszahlen gaben Kion 6,6 Prozent nach. Bremsend wirkte der gesenkte qualitative Ausblick für Flurförderzeuge.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Kurse gaben leicht nach. Die US-Börsen hatten zwar kräftig davon profitiert, dass die Fed die Tür zu Zinssenkungen geöffnet hatte, gaben einen Teil ihrer Gewinne gegen Ende der Börsensitzung jedoch wieder ab. Daimler Truck gaben am Abend um 4,5 Prozent nach, nachdem der Nutzfahrzeughersteller seine Prognose gesenkt hatte. Leicht negativ wurden die Zahlen und der angepasste Ausblick von Qiagen aufgenommen. Die Aktie wurde ein knappes Prozent niedriger getaxt. Compugroup Medical zeigten sich derweil etwas gestützt von einer Personalie: Die Aktie gewann 0,8 Prozent, nachdem das Unternehmen Daniel Gotthardt, Sohn des Unternehmensgründers, zum neuen CEO ernannt hatte.

USA - AKTIEN

Sehr fest - Anleger feierten die Fed, die der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung neue Nahrung gegeben hatte. Untermauert wurde dies durch einen schwachen ADP-Arbeitsmarktbericht unter Konsens und den Einkaufsmanagerindex der Region Chicago, der etwas deutlicher zurückging als angenommen. Microsoft (-1,1%) hatte zwar von einem starken Cloud-Wachstum profitiert. Analysten hatten hier jedoch mehr erwartet. AMD (+4,4%) hatte im zweiten Quartal von einer hohen Nachfrage profitiert. Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen. Im Sog von AMD verbesserten sich Nvidia um 12,9 Prozent. Boeing (+2%) hatte im zweiten Quartal seinen Verlust ausgeweitet und die Erwartungen verfehlt, macht aber Fortschritte bei der Verbesserung des Qualitätsmanagements. Starbucks (+2,6%) hatte in ihrem dritten Geschäftsquartal weniger umgesetzt als erwartet. Auch der Gewinn ging zurück. Allerdings sah der Konzern bei seiner Trendwende Fortschritte. Kraft Heinz (+4%) hat im zweiten Quartal wegen der Kaufzurückhaltung der Verbraucher auch weniger verdient als vor einem Jahr. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern aber. Mondelez (+1,9%) hat im zweiten Quartal weltweit 1,9 Prozent weniger umgesetzt. Der Konzern will nun in den USA neue "preiswerte Angebote" einführen. Mastercard (+3,6%) hat im zweiten Quartal mehr umgesetzt und verdient. T-Mobile US (+3,9%) hat im zweiten Quartal weitere Kunden gewonnen. Für das Gesamtjahr wird die Telekom-Tochter zuversichtlicher.

USA - ANLEIHEN

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 4,26 -9,6 4,36 -15,6

5 Jahre 3,92 -10,9 4,03 -7,6

7 Jahre 3,96 -10,2 4,06 -0,9

10 Jahre 4,05 -8,1 4,14 17,4

30 Jahre 4,34 -5,6 4,40 37,0

Schon vor Bekanntgabe des Zinsentscheids hatten Anleger auf Zinssenkungen gesetzt, im Anschluss daran gaben die Renditen in Reaktion auf die Powell-Aussagen weiter nach.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:20 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0828 +0,0% 1,0827 1,0822 -2,0%

EUR/JPY 162,08 -0,1% 162,28 162,77 +4,2%

EUR/CHF 0,9496 -0,1% 0,9507 0,9520 +2,3%

EUR/GBP 0,8426 +0,1% 0,8420 0,8424 -2,9%

USD/JPY 149,69 -0,1% 149,89 150,41 +6,3%

GBP/USD 1,2851 -0,0% 1,2856 1,2845 +1,0%

USD/CNH 7,2336 +0,1% 7,2254 7,2243 +1,5%

Bitcoin

BTC/USD 63.645,40 -2,0% 64.935,80 66.473,80 +46,2%

Der Dollar hatte schon vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank nachgegeben und kam danach noch etwas weiter zurück. Der Dollarindex sank um 0,5 Prozent.

Der steile Höhenflug des Yen hielt am Vortag ungebremst an und am Morgen im asiatisch geprägten Handel legt die japanische Währung weiter zu - wenn auch weniger dynamisch. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda hatte erklärt, die Notenbank werde die Zinssätze nach der erfolgten Anhebung weiter erhöhen, insbesondere wenn sich die Wirtschaft und die Inflation entsprechend den Prognosen der BoJ weiter verbesserten. Die Äußerungen Uedas deuteten darauf hin, dass die BoJ ihre jahrzehntelangen Stimulierungsmaßnahmen früher als ursprünglich erwartet beenden könnte, heißt es im Handel.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 78,71 77,91 +1,0% +0,80 +10,3%

Brent/ICE 81,55 80,84 +0,9% +0,71 +8,3%

Die Ölpreise legten nach den jüngsten Abgaben deutlich zu. Das Barrel Rohöl der US-Sorte WTI verteuerte sich um 4,3 Prozent auf 77,91 Dollar. Marktteilnehmer verwiesen auf die gestiegenen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nach der Ermordung des politischen Führers der Hamas im Iran. Zudem sind die Rohölbestände der USA in der vergangenen Woche stärker gesunken als erwartet. Unterstützung kam auch vom nachgebenden Dollar.

METALLE

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 2.445,20 2.448,13 -0,1% -2,93 +18,6%

Silber (Spot) 28,88 29,08 -0,7% -0,19 +21,5%

Platin (Spot) 975,14 979,10 -0,4% -3,96 -1,7%

Kupfer-Future 4,19 4,18 +0,3% +0,01 +6,2%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Gold profitierte von den sinkenden Marktzinsen und war überdies als sicherer Hafen gesucht. Der Preis für die Feinunze stieg um 1,3 Prozent.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

KONJUNKTUR CHINA

In der chinesischen Industrie hat sich die Aktivität im Juli verlangsamt. Der von Caixin und S&P ermittelte Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor verringerte sich auf 49,8 (Juni: 51,8) Punkte. Der auf Daten der staatlichen Statistikbehörde basierende offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie war im Juli auf 49,4 (Vormonat: 49,5) Punkte gesunken. Dieser Indikator ist stärker auf in Staatsbesitz befindliche Großunternehmen ausgerichtet.

GELDPOLITIK CHINA

Die People's Bank of China (PBoC) plant einem Agenturbericht zufolge, den Termin für die Bereitstellung von Liquidität über ihre mittelfristige Kreditfazilität vom 15. auf den 25. jeden Monats zu verlegen. Die Änderung solle bereits im August in Kraft treten und sei Teil der Bemühungen der chinesischen Zentralbank, die Bedeutung des mittelfristigen Zinssatzes (MLF) zu verringern und stattdessen einen kurzfristigeren Zinssatz zur Steuerung der Märkte zu verwenden, berichtet Bloomberg.

QIAGEN

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

August 01, 2024 01:33 ET (05:33 GMT)

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