04.08.2026 07:29:48

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

Fest - Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs gab den Börsen Rückenwind und trieb den Dow-Jones-Index auf Rekordhoch. Deutlich gefallene Ölpreise linderten Inflationsängste und stützten in Verbindung mit gesunkenen Marktzinsen ebenfalls die Aktienkurse. Dazu gesellte sich ein besser als erwartet ausgefallener ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe. Im Blick stand eine mögliche Fusion im Pharmasektor: Bristol-Myers Squibb soll Berichten zufolge über einen Zusammenschluss mit Astrazeneca verhandeln. Die Aktie von Bristol-Myers Squibb gab anfänglich höhere Kursgewinne ab und schloss 0,2 Prozent höher. Analysten äußerten sich kritisch, unter anderem wegen der kartellrechtlichen Hürden, die eine solche Megafusion zu überwinden hätte. Boeing rückten um 8 Prozent vor, nachdem die 737 MAX 7 die Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten hatte. Die Analysten von BNP Paribas sollen die Aktie auf "Kaufen" von "Verkaufen" hochgestuft haben, hieß es zudem aus dem Handel. Amazon gewannen 4,6 Prozent; die Marktkapitalisierung knackte die Marke von 3 Billionen Dollar. Gamestop verbilligten sich um 12,3 Prozent. Der Anbieter von Videospielen wandelt 2030 und 2032 fällige Wandelanleihen in Aktien um. Der Kurs der Hotelkette Marriott fiel um 7 Prozent. Das Unternehmen bekommt den Nahostkonflikt zu spüren. Der Umsatz blieb im zweiten Quartal hinter der Konsensschätzung zurück. Auch der Ausblick verfehlte die Erwartungen.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,26 -0,03 4,26 4,23

10 Jahre 4,69 -0,06 4,70 4,67

Die deutlich gefallenen Ölpreise linderten Inflations- und Zinserhöhungsängste, was wiederum die Anleiherenditen zurückkommen ließ. Die zehnjährige verbuchte den höchsten Tagesrückgang seit dem 24. June.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:10

EUR/USD 1,1508 +0,0 0,0001 1,1507 1,1503

EUR/JPY 181,32 +0,3 0,4600 180,8600 180,3300

EUR/CHF 0,9323 +0,0 0,0001 0,9322 0,9332

EUR/GBP 0,8571 +0,1 0,0006 0,8565 0,8566

USD/JPY 157,53 +0,2 0,3700 157,1600 156,7400

GBP/USD 1,3423 -0,0 -0,0005 1,3428 1,3426

USD/CNY 6,7536 +0,0 0,0013 6,7523 6,7523

USD/CNH 6,7548 -0,1 -0,0033 6,7581 6,7574

AUS/USD 0,7017 +0,3 0,0019 0,6998 0,6995

Bitcoin/USD 64.080,31 +0,5 322,67 63.757,64 63.819,47

Der Dollar tendierte zu einem Währungskorb kaum verändert - der Dollar-Index gewann knapp 0,1 Prozent. Zur japanischen Währung gab der Greenback jedoch etwas deutlicher nach, nachdem die USA und Japan eine koordinierte Intervention zur Stützung des Yen bestätigt hatten. Der Euro gab knapp 0,2 Prozent auf 1,1510 Dollar nach.

Die jüngste Intervention der japanischen und US-amerikanischen Behörden zur Eindämmung der Yen-Schwäche dürfte den Abwertungstrend der Währung kaum umkehren, sofern sie nicht von einer unterstützenden Geldpolitik begleitet wird, wie die ANZ-Volkswirte urteilen. Japans Erbe einer langwierigen Deflation werde die politischen Entscheidungsträger weiterhin bei Zinserhöhungen vorsichtig stimmen, wobei die Bank of Japan wahrscheinlich der Vermeidung von Wachstumsrisiken Vorrang vor dem Zulassen einer leicht über dem Ziel liegenden Inflation einräumen werde. Geopolitische Entwicklungen seien entscheidend für den Zeitpunkt des nächsten geldpolitischen Schrittes, wobei eine weitere geldpolitische Normalisierung angebracht sei, wenn die Unsicherheit bezüglich der Krise im Nahen Osten anhalte, so die Volkswirte. ANZ erwartet, dass die BOJ ihren Leitzins im Oktober anheben wird, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im September zunimmt.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.064,14 +0,3 11,49 4.052,65

Silber 58,93 +1,3 0,75 58,18

Platin 1.644,15 +1,0 16,76 1.627,39

Der Goldpreis profitierte nicht von den gesunkenen Marktzinsen. Der Preis für die Feinunze zeigte sich 0,4 Prozent niedriger bei 4.033,70 Dollar pro Feinunze.

ÖL

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 81,26 +1,2 0,92 80,34

Brent/ICE 84,9 +1,4 1,13 83,77

Die Ölpreise gerieten unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben geplante Angriffe auf iranische Ziele abgesagt hatte. Stattdessen sollten am Montag Friedensverhandlungen wiederaufgenommen werden, so Trump. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums widersprach allerdings: Teheran verhandele derzeit nicht mit den USA. Zusätzlich belastet wurden die Preise von der Ankündigung der Opec, die Fördermenge im September anzuheben. Das Barrel Brentöl verbilligte sich um 4,7 Prozent auf 83,77 Dollar. Es war das niedrigste Settlement seit 13. Juli.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

ÖLMARKT USA

Laut US-Präsident Trump "verdienen" Chevron und ExxonMobil "zu viel Geld". Sie sollten einen Teil ihrer Gewinne an die Öffentlichkeit zurückgeben. "Wenn man sich ein Unternehmen ansieht, das zwölfmal so viel verdient hat wie im Vorjahr, dann sollte es einen Teil davon an die Öffentlichkeit zurückgeben", sagte Trump.

INFLATION SÜDKOREA

Die Gesamtinflation in Südkorea hat sich im Juli abgeschwächt, nachdem sie im Juni ein 30-Monats-Hoch erreicht hatte. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass staatliche Maßnahmen dazu beitrugen, die Kraftstoff- und Strompreise zu dämpfen. Der Preisdruck hielt jedoch an, und die Inflation blieb über dem 2-Prozent-Ziel der Zentralbank. Der Referenzindex der Verbraucherpreise ist im Juli gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen sei. Damit verlangsamte sich der Anstieg von 3,2 Prozent im Juni, dem schnellsten Tempo seit Dezember 2023. Der Wert lag unter dem Median der Prognose von 2,9 Prozent.

AUSGABEN AUSTRALIEN

Die Ausgaben der australischen Haushalte sind im Juni gestiegen, wenn auch etwas langsamer als im Vormonat. Der Anstieg wurde von höheren diskretionären Ausgaben angetrieben. Die Ausgaben der Haushalte sind im Juni gegenüber Mai um 0,8 Prozent gestiegen. Der Anstieg folgt auf einen Zuwachs von 1,2 Prozent im Mai und einen Rückgang von 1,0 Prozent im April.

ADTRAN NETWORKS

hat bei deutlichem Wachstum operativ schwarze Zahlen geschrieben. Der Anbieter von offenen Netzlösungen für die Bereitstellung von Cloud- und Mobilfunkdiensten meldete bei einem Anstieg der Umsätze um 21,6 Prozent auf 133,4 Millionen Euro ein EBIT auf Proforma-Basis von 4,37 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 3,3 Prozent. Vor Jahresfrist hatten noch eine negative Marge von 6,7 Prozent und ein Proforma EBIT von minus 7,4 Millionen Euro zu Buche gestanden. Die Verbesserung sei auf das starke Wachstum, die verbesserte Bruttorentabilität sowie die Konzentration auf operative Kostendisziplin zurückzuführen, hieß es. Adtran Networks sprach von erhöhter Kundennachfrage getrieben von Investitionen in die Netzwerkinfrastruktur und Projekte zur Netzwerkmodernisierung.

CONDOR

Peter Gerber, Chef der Ferienfluggesellschaft, geht nicht davon aus, dass die Ticketpreise in den kommenden Monaten sinken werden. "Das ist illusorisch", sagte der Manager dem Handelsblatt. Zwar musste die Nachfrage laut Gerber branchenweit auf einigen Verbindungen mit niedrigeren Preisen angekurbelt werden. Das sei auch bei Condor so. Gleichzeitig hätten die hohen Treibstoffpreise aber einen Teil der Gewinne aufgezehrt. Dennoch überlegt der Condor-Chef, das eigene Netz an Zubringerflügen etwa nach Frankfurt weiter auszubauen. Zwar könne das Unternehmen mit den aktuell 13 Verbindungen ausreichend viele Fluggäste zum Drehkreuz bringen, um die Langstreckenflugzeuge zu füllen, sagte Gerber: "Aber mit noch mehr Verbindungen könnten wir besser auswählen, wo wir zu welchen Zeiten die besten Durchschnittserlöse holen." (Handelsblatt)

DAIMLER TRUCK

Die Vorstandchefin erwartet von höhere Investitionen in den Rüstungsbereich positive Auswirkungen auf das gesamtes Geschäft des Konzerns. Daimler Truck will seine Umsätze mit Militärfahrzeugen steigern. Innovationen im Bereich des autonomen Fahrens und schnellere Entwicklungszyklen seien zwei Bereiche, in denen das Unternehmen von seinen Partnern aus der Rüstungsindustrie lernen könne, sagte Karin Radström gegenüber der FT. "Was wir derzeit im Rüstungsbereich beobachten, ist ein reges Innovationsgeschehen, von dem unserer Meinung nach auch der zivile Sektor profitieren wird", sagte sie. Daimler Truck gab im Juni bekannt, einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-bereich in den Ausbau seines Rüstungssangebots, die Entwicklung einer breiteren Palette an Militär-Fahrzeugen und die Expansion außerhalb Europas zu investieren. (Financial Times)

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

August 04, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)

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