28.06.2013 17:32:58
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neues deutschland: Geschäfte mit Not und Tod / Soziologieprofessor Asit Datta kritisiert Entwicklungshilfepolitik der Bundesregierung
Am Donnerstag (27. Juni) hatten in Berlin international tätige Hilfsorganisationen, darunter Misereor, Kritik an dem geringen Entwicklungsetat im von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgelegten Bundeshaushalt 2014 geübt. Der gebürtige Inder Datta (Jg. 1937), emeritierter Professor der Leibniz Universität Hannover, sagt, es fließe nicht nur zu wenig Entwicklungshilfe, "sie ist vielfach pure Heuchelei". Dies beträfe nicht nur Deutschland, sondern auch andere westliche Staaten und internationale Institutionen. So würden Afghanistan, Äthiopien, Kongo, Haiti und Pakistan die meisten Gelder erhalten, obwohl sie das Kriterium "Good Governance" nicht erfüllen und nach Transparency International zu den korruptesten Staaten der Welt gehören. Es sei in diesen Empfängerländern nicht garantiert, so Datta, dass die Mittel auch wirklich den Bedürftigen zugute kommen.
Für Hunger und Armut in der Welt macht das Gründungsmitglied von German Watch und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Zukunftsfähigkeit auch die Weltbank, den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) verantwortlich: "Die drei Riesen scheren sich kaum um die Not in den Entwicklungsländern." Strukturanpassungsprogramme und Handelsliberalismus hätten "viel Unheil angerichtet, Hunger und Not reproduziert und potenziert. Man kann ohne Übertreibung sagen, sie gehen über Leichen."
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