02.09.2013 15:58:34

Rhön-Aufsichtsratschef Münch wirft Asklepios Marktmanipulation und Nötigung vor

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die juristische Auseinandersetzung zwischen den Klinikbetreibern Rhön (RHOeN-KLINIKUM) und Asklepios geht in eine neue Runde. Rhön-Aufsichtsratschef Eugen Münch lasse das Vorgehen von Asklepios-Gründer Bernard Broermann im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von Fresenius strafrechtlich prüfen, sagte ein Sprecher von Münch am Montag auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

    Die Staatsanwaltschaft München ermittele wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation und versuchter Nötigung gegen mehrere Personen, hatte Pressesprecher und Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Freitag gesagt. Die Anzeige war Anfang Juli eingegangen.

    Neben Broermann und Asklepios-Sprecher Rudi Schmidt richte sich die Anzeige gegen Asklepios-Chef Ulrich Wandschneider sowie gegen den Finanzchef des Krankenhauskonzerns, Stephan Leonhard, erfuhr dpa-AFX am Montag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Asklepios wies die Vorwürfe zurück.

    Hintergrund der juristischen Winkelzüge ist der im vergangenen Sommer gescheiterte Übernahmeversuch von Fresenius beim fränkischen Klinikbetreiber Rhön-Klinikum. Fresenius wollte zusammen mit Rhön und der eigenen Krankenhaus-Tochter Helios den mit Abstand größten deutschen Krankenhaus-Konzern schmieden. Doch Asklepios-Gründer Broermann vereitelte das Geschäft, in dem er fünf Prozent an Rhön erwarb. Fresenius sammelte zwar mehr als 80 Prozent der Rhön-Anteile ein, verfehlte aber die Annahmeschwelle von 90 Prozent.

    Vor gut einem Jahr scheiterte dann auch ein zweiter Anlauf der Hessen: Nach Informationen aus Kreisen strebte Fresenius-Chef Ulf Schneider eine einfache Mehrheit bei Rhön-Klinikum an. Um die Kontrolle bei den Franken zu erhalten, sollten einige Aufsichtsratsmitglieder von Rhön zugunsten von Fresenius-Kandidaten zurücktreten: "Asklepios hat damals den Rhön-Aufsichtsratsmitgliedern erklärt, dass ein Rücktritt eine persönliche Haftung auslösen könnte", sagte die Quelle und begründete so den Vorwurf der Nötigung, den die Staatsanwaltschaft München neben dem der Marktmanipulation derzeit prüft./ep/stb/jha/

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