10.07.2009 17:03:00
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ROUNDUP/Emissionstätigkeit an den Kapitalmärkten nimmt zu - Societe Generale
So würden sich etwa Finanzinstitute, die staatliche Hilfen erhalten haben, über Bezugsrechtsemissionen refinanzieren, sagte Maik Laske, Leiter Capital Raising and Financing, am Freitag in Frankfurt. Bei dieser Form der Kapitalerhöhung erhalten die Altaktionäre in der Regel ein zeitlich befristetes Bezugsrecht, damit sie gegenüber den neuen Anteilseignern nicht allzu sehr benachteiligt werden. Ebenso würden auch solche Banken ihr Finanzpolster weiter stärken, die sich bisher noch nicht an den Staat gewandt haben.
KAPITALERHÖHUNGEN ZUR FINANZIERUNG VON ÜBERNAHMEN
Laske begründete seine generelle Zuversicht mit ersten Zeichen einer Gesundung des Marktes. So steige derzeit wieder die Zahl der Fusionen und Übernahmen (M&A), und dies erhöhe für Firmen den Anreiz, neue Aktien auszugeben. Mit dem frischen Geld würden sie dann entweder neue Akquisitionen stemmen oder alte M&A-Finanzierungen ablösen.
Allerdings würden auch solche Unternehmen zunehmend Kapitalerhöhungen in Erwägung ziehen, die von Seiten der Ratingagenturen Abstufungsdruck verspürten. Diesen Firmen könnte der Zugang zum Anleihenmarkt versperrt sein, so dass sie über die Ausgabe von Aktien ihren Bargeldbestand erhöhen und ihre Bilanzpositionen verbessern würden.
Im vierten Quartal dürften zudem Unternehmen aus dem defensiven Sektor wieder verstärkt den Weg an die Börse suchen, sagte Laske. Für stark wachsende Unternehmen allerdings sei das derzeitige Börsenumfeld noch zu schwankungsanfällig. An Wachstumswerten interessierte Investoren würden deshalb mit der Zeichnung neuer Aktien abwarten, bis sich die Märkte wieder beruhigt haben. Dies könnte laut dem Experten ab 2010 der Fall sein.
AUCH MITTELGROSSE UNTERNEHMEN DÜRFTEN MEHR AKTIEN AUSGEBEN
Im Vergleich zum Aktienmarkt dürfte das Emissionsvolumen im Anleihensegment aber weniger stark steigen, ergänzte Ralf Darpe, Leiter Global Capital Markets bei der Societe Generale. Die großen Unternehmen hätten bereits einen Teil ihrer Finanzierung abgesichert, und auch die Firmen aus der zweiten Reihe könnten etwas weniger Anleihen ausgeben als zuvor. Für diese würden Kapitalerhöhungen zunehmend attraktiver, betonte der Experte. Er verwies auf die jüngsten Emissionen des Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers Rheinmetall <RHM.ETR> und des Shoppingcenter-Investors Deutsche EuroShop <DEQ.ETR>. Diese hätten dem Markt signalisiert, dass Kapitalerhöhungen mittelgroßer Unternehmen auch in Zukunft auf fruchtbaren Boden fallen könnten.
Positiv sei auch, dass sich bislang fast verschlossene Anleihemärkte wieder öffnen würden, betonte Laske mit Blick auf steigende Emissionen von Pfandbriefen und Wandelanleihen. Stützend wirke hier zum Beispiel die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, für 60 Milliarden Euro Pfandbriefe kaufen zu wollen. Ferner seien auch gerade Wandelanleihen wegen ihrer relativ geringen Kapitalkosten für Mittelständler attraktiv./la/hosjm/ag/tw
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