01.04.2015 11:56:40
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ROUNDUP: Schwacher Euro stützt Stimmung in der Industrie der Eurozone
LONDON (dpa-AFX) - Die Erholung in der Industrie der Eurozone macht dank des gesunkenen Eurokurses Fortschritte. Die Stimmung in den Industrieunternehmen hat sich im März stärker als zunächst ermittelt verbessert. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 1,2 Punkte auf 52,2 Punkte, wie das Forschungsinstitut Markit am Mittwoch in London laut einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war lediglich ein Anstieg auf 51,9 ermittelt worden. Der Indikator stieg damit auf den höchsten Stand seit zehn Monaten und steigt damit immer deutlicher über die Wachstumsgrenze von 50 Punkten.
Der schwache Eurokurs (Dollarkurs) treibt laut Markit die Exportzahlen nach oben. "Die Hersteller profitieren derzeit in doppelter Hinsicht vom schwachen Euro: Dieser erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf den Exportmärkten und verteuert die Importe von Konkurrenzprodukten in die Eurozone", kommentierte Chefvolkswirt Chris Williamson. Er dämpfte jedoch den Optimismus: "Die wirtschaftliche Erholung ist jedoch noch nicht über das Anfangsstadium hinausgekommen, die Wachstumsrate bleibt weiterhin gering."
Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wurden die Zahlen im Vergleich zur ersten Schätzung nach oben revidiert. In Frankreich deuten die Daten allerdings immer noch auf eine wirtschaftliche Abschwächung hin. Der mangelnde Reformeifer in Frankreich ist laut Volkswirt Christian Schulz von der Berenberg Bank verantwortlich für die schwache Entwicklung dort. Italien hingegen zeige, dass die Arbeitsmarktreformen rasch zu einer verbesserten Stimmung beigetragen haben.
Nirgendwo sonst in der Eurozone stieg der Indikator im März so stark wie in Italien. Laut Markit profitiert die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone auch von der starken Auslandsnachfrage. Das höchste Wachstum signalisiert der Indikator weiterhin für Spanien, wo er nochmals anstieg. Den schwächsten Wert in der Eurozone hat jedoch Österreich mit 47,7 Punkten. Schulz machte die Abwicklung der Heta-Bank und mangelnde Reformen für die Schwäche verantwortlich.
Die Daten stützten den Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt. Der Eurokurs blieb hingegen unter Druck.
^Region/Index März Prognose März Vormonat
(endg) (vorl)
EURORAUM
Verarb. Gew. 52,2 51,9 51,9 51,0
DEUTSCHLAND
Verarb. Gew. 52,8 52,4 52,4 51,1
FRANKREICH
Verarb. Gew. 48,8 48,2 48,2 47,6
ITALIEN
Verarb. Gew. 53,3 52,1 -- 51,9
SPANIEN
Verarb. Gew. 54,3 54,8 -- 54,2°
(Angaben in Punkten)
/jsl/jkr
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