25.03.2016 15:04:45
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Sechs Festnahmen in Brüssel in Verbindung mit Anschlägen
BRüSSEL (AFP)--Die belgische Polizei hat bei den Ermittlungen zu den Brüsseler Anschlägen sechs Verdächtige festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend mitteilte, wurden die meisten von ihnen im Zentrum von Brüssel gefasst. Die Suche nach zwei bei den Anschlägen am Dienstag von Überwachungskameras gefilmten Verdächtigen dauerte an. In Deutschland wurden nach Informationen des "Spiegel" zwei Männer mit möglichen Verbindungen zu den Attentätern festgenommen.
Laut belgischer Staatsanwaltschaft wurden fünf der Verdächtigen an zwei verschiedenen Orten im Zentrum von Brüssel festgenommen, ein weiterer im Vorort Jette. Drei der Verdächtigen seien "direkt vor unserer Tür" festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Laut einem Bericht der Zeitung "La Libre Belgique" waren die drei Männer zusammen in einem Auto unterwegs. Warum sie sich in der Nähe des Gebäudes der Bundesstaatsanwaltschaft aufhielten, war zunächst unklar.
Im Laufe des Freitags sollte über Haftbefehle entschieden werden. Außerdem wollten die Behörden Einzelheiten bekannt geben. Vor den Festnahmen hatte Belgien die Terrorwarnstufe von der höchsten Stufe vier auf die zweithöchste Stufe drei gesenkt.
Zwei Männer, die auf Bildern von Überwachungskameras neben den drei Selbstmordattentätern vom Dienstag zu sehen waren, waren weiter flüchtig. Zwei der Attentäter - Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui - hatten sich am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt, Ibrahims Bruder Khalid El Bakraoui in einer U-Bahn-Station im Brüsseler Europaviertel. Insgesamt wurden 31 Menschen getötet und rund 300 weitere verletzt. Die Identifizierung der Opfer dauerte an.
Die belgische Regierung geriet wegen der Anschläge zunehmend unter Druck. Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens boten am Donnerstag ihren Rücktritt an, nachdem die Türkei die Auslieferung des späteren Attentäters Ibrahim El Bakraoui publik gemacht hatte, der ungehindert nach Belgien zurückreisen konnte.
Ankara hatte die belgische Regierung laut Präsident Recep Tayyip Erdogan gewarnt, dass es sich bei dem abgeschobenen Mann um einen "ausländischen terroristischen Kämpfer" handelte. Belgiens Regierungschef Charles Michel lehnte die Rücktritte der Minister ab.
Die belgischen Sicherheitsbehörden stehen schon seit den Pariser Anschlägen vom November massiv in der Kritik, weil diese in Belgien vorbereitet wurden. Mehrere Medien berichteten, dass das Land einer noch größeren Katastrophe entgangen sein könnte. Die Brüsseler Zelle habe Anschläge nach Pariser Vorbild geplant, wo im November 130 Menschen getötet wurden. Neben Selbstmordattentaten hatten die Attentäter von Paris auch Schusswaffen eingesetzt, um wahllos Zivilisten zu töten.
US-Außenminister John Kerry zeigte sich bei einem Besuch in Brüssel am Freitag solidarisch: "Je suis Bruxellois" und "Ik ben Brussel", sagte Kerry in den belgischen Landessprachen Französisch und Flämisch nach einem Treffen mit Regierungschef Michel. Mindestens zwei US-Bürger wurden bei den Anschlägen getötet.
Auch Frankreich meldete eine Festnahme: In Argenteuil bei Paris wurde ein Verdächtiger festgenommen, der nach Angaben aus Polizeikreisen enge Kontakte zu dem mutmaßlichen Drahtzieher der Pariser Anschläge vom November, Abdelhamid Abaaoud, gehabt hatte. Mit der Festnahme wurde nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve ein neues Attentat verhindert. Abaaoud wurde wenige Tage nach den Anschlägen bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet.
In Deutschland wurden laut Spiegel zwei Verdächtige festgenommen. Im Raum Düsseldorf sei ein mutmaßlicher Salafist festgenommen worden, der im Sommer 2015 zusammen mit einem der Brüsseler Attentäter aus der Türkei nach Amsterdam abgeschoben worden sei. Die Festnahme im Raum Gießen erfolgte demnach am Mittwochabend. Der Festgenommene soll verdächtige SMS auf seinem Handy gehabt haben, die im Zusammenhang mit den Brüsseler Anschlägen stehen könnten.
Die EU-Innen- und Justizminister vereinbarten bei einem Sondertreffen am Donnerstag, das gemeinsame Vorgehen gegen die Terrorismusbedrohung zu verstärken.
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March 25, 2016 09:33 ET (13:33 GMT)- - 09 33 AM EDT 03-25-16

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