09.06.2013 18:17:58

Stuttgarter Zeitung: Freundfeinde am Pazifik / Leitartikel zu Treffen Obama mit Xi

Stuttgart (ots) - Die USA und China sind einander nicht Feinde, aber auch nicht Freunde. Es ist eine Art Freundfeindschaft, die die Konkurrenten verbindet. Und wirtschaftlich sind Washington und Peking ohnehin aneinandergekettet, was den Umgang miteinander nicht erleichtert.

Insofern ist allein der Ton bemerkenswert, in dem Obama und Xi am Wochenende miteinander umgegangen sind. Beide Präsidenten erklärten, es solle ein neues Modell der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten erarbeitet werden. Das klingt abgehoben und auch nach dem inzwischen berüchtigten Reset-Knopf, den Obama in den Beziehungen zu Russland drücken wollte. Doch angesichts der schlechten Stimmung, die in den letzten Jahren zwischen Washington und Peking herrschte, ist das ein enormer Fortschritt.

Nun wird sich zeigen müssen, ob Obama und Xi fähig sind, den guten Ton in praktische Politik zu übersetzen. Ob das dem chinesischen Staats- und Parteichef, der möglicherweise zehn Jahre lang an der Spitze Chinas stehen wird, gelingt, ist unklar. Das gilt aber auch für den von innenpolitischen Skandalen geplagten US-Präsidenten. Obama hat - vor allem in der Außenpolitik - schon viel versprochen. Die Ergebnisse allerdings waren eher dürftig. Und das ist noch eine freundliche Formulierung.

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