04.02.2013 14:19:32

UPDATE: Commerzbank überrascht mit hohem Quartalsverlust

   -- Mehr Details zum Quartalsverlust und dem Ausblick

   -- Hintergrund zu den Belastungen bei der Commerzbank

   Von Madeleine Nissen und Matthias Goldschmidt

   Die teilverstaatlichte Commerzbank kommt noch schwerer voran als gedacht. Abschreibungen sorgten für einen überraschend hohen Verlust von 720 Millionen Euro im Schlussquartal des Vorjahres, und auch im ersten Quartal rechnet Deutschlands zweitgrößte Bank mit hohen Belastungen. Der Bank machen Steueransprüche und Kosten für den Umbau zu schaffen, allen voran der geplant Abbau von bis zu 6.000 Stellen.

   Für tiefrote Zahlen im vierten Quartal sorgten insbesondere geringer erwartete Steuerentlastungen, die zu Abschreibungen von 560 Millionen Euro führten, sowie Wertberichtigungen aus dem Verkauf der Ukrainischen Bank Forum in Höhe von 185 Millionen Euro. Im Gesamtjahr liefen damit Abschreibungen von fast einer Milliarde Euro auf, so dass unter dem Strich nur ein magerer Gewinn von 6 Millionen Euro übrigblieb. Im Vorjahr hatte die Bank immerhin noch 638 Millionen Euro verdient.

   Ursprünglich hatte die Commerzbank mittelfristig mit höheren Gewinnen gerechnet. Weil nach ihrer revidierten Planung die Gewinne der kommenden Jahre jetzt niedriger ausfallen werden als ursprünglich gedacht, kann die Bank Verlustvorträge aus den Milliardenverluste vergangener Jahre nicht in dem erwarteten Umfang ausschöpfen.

   Auch ins neue Jahr startet die Bank mit einer Hypothek: Insgesamt rechnet sie allein im ersten Quartal mit einer halben Milliarde Euro an Kosten für den geplanten massiven Stellenabbau in der Bank. Bis zu 6.000 Stellen will die Commerzbank bis zum Jahr 2016 abbauen, nachdem die Bank schon einmal 9.000 Stellen im Zuge der Dresdner Bank-Übernahme gestrichen hatte. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den neuerlichen Kahlschlag laufen im Februar an.

   Der erhoffte Schwung lässt damit noch auf sich warten. Ein Trost: Mit ihren Problemen steht die Commerzbank nicht allein. Auch Branchenprimus Deutsche Bank schockierte in der vergangenen Woche mit einem Milliardenverlust. Die Probleme bei Deutschlands größter Bank sind allerdings anders gelagert. Das Institut hat insbesondere mit Milliardenkosten für Prozesse zu kämpfen.

   Die Commerzbank hat selbst schwere hausgemachte Probleme. So wickelt sie derzeit kostspielig ihr Geschäft mit der Staatsfinanzierung ab. Auch aus der Schiffsfinanzierung zieht sich die Bank zurück. Das Institut hat in der Krise insgesamt zu oft auf die falschen Pferde gesetzt. Auch die Übernahme der Dresdner Bank hat bei weitem nicht die erhofften Ergebnisse erzielt.

   Banken wie die Commerzbank kämpfen auch damit, dass seit Beginn der Finanzkrise die Bereitschaft der Bankkunden zu Geldanlagen gering geworden ist. Gerade im Privatkundengeschäft ist der Markt außerdem stark umkämpft. Das gilt in besonderem Maße in Deutschland, wo neben den Privatbanken auch die Sparkassen und genossenschaftliche Institute um Marktanteile kämpfen. Die Commerzbank reagiert und verkleinert ihr Filialnetz.

   Am Aktienmarkt reagierten die Anleger mit Enttäuschung: Die Aktie der Commerzbank fiel am Montagmittag um knapp zwei Prozent.

   Die vollständigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr wird die Commerzbank am 15. Februar veröffentlichen.

   Kontakt zu den Autoren: madeleine.nissen@dowjones.com, matthias.goldschmidt@dowjones.com

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   February 04, 2013 07:49 ET (12:49 GMT)

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