26.08.2015 13:30:00
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Swisscanto: China-Ereignisse beeinflussen Schwellenländer-Fonds
„Es liegt in der Natur der Sache, dass Emerging Markets-Fonds ein signifikantes Exposure zu China aufweisen“, sagt Raphael Lüscher, Fondsmanager bei Swisscanto.
„Denn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist zugleich der größte Markt, der den Schwellenländern zugeordnet wird. Insofern beeinflussen die jüngsten Ereignisse im Reich der Mitte die Entwicklungen der Emerging Markets-Fonds stark und drückten die Performance in den vergangenen Wochen. Zu den Verwerfungen an den chinesischen Aktienmärkten und in der Folge an zahlreichen weiteren führte die Tatsache, dass die chinesische Wirtschaft weiter an Fahrt verliert. Dies lässt sich an den hohen Überkapazitäten in einzelnen Sektoren, aber auch an den zuletzt schwachen Exportzahlen ablesen. Die schwache globale Wirtschaftsdynamik betrifft aber nicht nur China, alle Schwellenländer sind dem ausgesetzt. Die chinesische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen die Wirtschaft zu stimulieren, unter anderem mit Zinssenkungen, Reformen oder aber auch zuletzt (indirekt) mit Währungsanpassung. Letzteres hat in den vergangenen Tagen/Wochen zu hoher Volatilität an den globalen Aktienmärkten geführt. Andere Aktienmärkte in den Schwellenländern, wie zum Beispiel Indonesien, Malaysia, Taiwan oder Russland, haben vergleichbare oder höhere Kurseinbußen verzeichnet.
Der offizielle Grund zur Renminbi-Abwertung ist eine Währungsreform, um den Renminbi mehr den Marktkräften auszusetzen. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dem wichtigen Exportsektor zusätzlich Impulse zu verleihen. Im Prinzip ist die Abwertung auch ein Zeichen der schwachen Konjunkturlage in China. Durch die Abwertung ergeben sich weitere Herausforderungen, welche wir im aktuellen Fondsmanagement beachten. a) Der chinesische Exportsektor wird zwar wettbewerbsfähiger, allerdings ist die globale Nachfrage weiter schwach und der 'positive Nebeneffekt' ist schwierig abzuschätzen. b) Die Abwertung verschärft die Angst vor globaler Deflation. c) Andere Länder könnten ebenfalls auf die Idee kommen, ihre Währungen abzuwerten und somit einen 'Währungskrieg' auslösen. d) Einige chinesische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren hohe Schulden im US-Dollar aufgenommen. Deren Zinskosten könnten mit dem stärkeren Dollar massiv steigen und zusätzlich auf die Unternehmensgewinne drücken.
Politische Entscheide, wie die vergangene Währungsanpassung in China, sind schwierig zu antizipieren. Wir versuchen das entsprechend nur bedingt. In unserem Anlageprozess fokussieren wir uns viel mehr unverändert auf die Bottom-up Unternehmensanalyse und bleiben damit bei unserem bewährten Konzept, auch in der aktuell schwierigen Marktphase. Wir legen beim Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets B großen Wert auf Unternehmen mit attraktiven und strukturellen Wachstumsaussichten - bezogen auf unsere acht speziell definierten Nachhaltigkeits-Schlüsselbereiche. Weitere Faktoren sind eine überdurchschnittliche Kapitalrentabilität, eine solide Bilanz und eine günstige Bewertung. Zudem haben wir in den vergangenen sechs Monaten Unternehmen mit (relativ) hoher Verschuldung und speziell mit USD-Verschuldung weiter reduziert. Wir sehen die Themenverbindung Schwellenländer und Nachhaltigkeit unverändert positiv, denn der Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Emerging Markets ist in vollem Gange und gewinnt stetig an Bedeutung.“
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