| Goldpreis und Ölpreis |
15.05.2026 08:15:15
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Goldpreis: Schwächeanfall vor dem Wochenende
Mehrere Berichte in dieser Woche zeigten das Risiko, dass die steigenden Energiekosten auf andere Waren und Dienstleistungen übergreifen könnten. Dadurch schwanden die Hoffnungen auf kurzfristige Zinssenkungen in den USA weiter. Sowohl die US-Konsumentenpreise (+3,8 Prozent p.a.) als auch die Produzentenpreise (+6,0 Prozent p.a.) legten im April deutlich stärker als erwartet zu. Obwohl Gold grundsätzlich als Inflationsschutz gilt, belasten hohe Zinsen derzeit das zinslose Edelmetall. An der geopolitischen Front erklärte US-Präsident Donald Trump, seine Geduld mit dem Iran gehe langsam zu Ende. Diese Aussage über den kostspieligen und innenpolitisch zunehmend unpopulären Krieg erfolgte nach Gesprächen mit Chinas Präsident Xi Jinping. Analysten von ANZ senkten ihr Goldpreisziel für das Jahresende um 200 Dollar auf 5.600 Dollar. Als Gründe nannte die Bank steigende Inflationserwartungen, höhere Renditen und einen stärkeren US-Dollar, die den Goldpreis belasten dürften. Mittlerweile zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von unter einem Prozent an, dass wir bis Ende des Jahres eine Zinssenkung sehen werden, während eine Zinserhöhung mit fast 50 Prozent als erheblich wahrscheinlicher gilt - obwohl US-Präsident mit Kevin Warsh inzwischen einen deutlich "kooperativeren" Fed-Chef installiert hat.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit fallenden Notierungen. Bis 7.15 Uhr (MESZ) legte der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Juni) um 113,50 auf 4.571,80 Dollar pro Feinunze zu.
Rohöl: Markantes Wochenplus wahrscheinlich
Die gestiegene Eskalationsgefahr im Nahen Osten treibt den Ölpreis am letzten Handelstag der Woche weiter nach oben. Bislang hat sich der fossile Energieträger auf Wochensicht um über sechs Prozent verteuert. Rund um die Straße von Hormus kam es erneut zu Zwischenfällen. Berichten zufolge wurde am gestrigen Donnerstag vor den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Schiff von iranischen Kräften beschlagnahmt und in iranische Gewässer gebracht. Laut iranischen Revolutionsgarden hätten seit Mittwochabend 30 Schiffe die Straße von Hormus passiert, vor Kriegsbeginn lag diese Zahl bei ungefähr 140 täglichen Durchfahrten. Es ist davon auszugehen, dass die Angebotsknappheit weiterhin für eine erhöhte Ölvolatilität sorgen wird. Zur Erinnerung: Seit dem Jahresultimo kletterte der CBOE-Volatilitätsindex OVX von 28 auf 69 Prozent.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit steigenden Notierungen. Bis gegen 7.15 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 2,16 auf 103,33 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,91 auf 107,63 Dollar anzog.
Redaktion finanzen.at
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| Ölpreis (WTI) | 105,12 | 3,95 | 3,90 |