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Nächste Eskalationsstufe? 07.06.2026 21:05:00

Ölmarkt am Limit? Iran bedroht letzte Versorgungsroute durch Rotes Meer

Ölmarkt am Limit? Iran bedroht letzte Versorgungsroute durch Rotes Meer

• Alternative Versorgungsroute federt Ausfall des Verkehrs in der Straße von Hormus ab
• Iran droht diese Transportroute zu schließen
• Ölpreis könnte bei Schließung der Straße von Bab al-Mandab weiter anziehen
Der Ölmarkt kämpft seit fast 100 Tagen mit einer weitgehend geschlossenen Straße von Hormuz. Saudi-Arabien hat daraufhin seine Ölexporte über die Ost-West-Pipeline ins Rote Meer umgeleitet, um den Ausfall abzufedern. Der Durchfluss durch die Bab al-Mandab-Straße hat sich seitdem auf 7,2 Millionen Barrel pro Tag fast verdoppelt, nach 3,9 Millionen Barrel täglich noch im Februar, vor dem Angriff der USA und Israels auf Iran. Nun rückt genau diese Ausweichroute ins Zentrum des nächsten Eskalationsrisikos.

Irans droht alternative Versorgungsroute zu schließen

Irans Revolutionsgarde drohte unter der Woche mit der Schließung der Bab al-Mandab-Straße, sollte Israel seine Angriffe auf Gaza und den Libanon nicht einstellen. Die Konsequenz wäre unmittelbar spürbar: Die saudischen Barrel, die derzeit auf dem Weg nach Asien sind, würden abgeschnitten. Matt Smith, Rohstoffanalyst bei Kpler, sieht laut CNBC darin die nächste Eskalationsstufe mit erheblicher Marktwirkung. Der Fluss durch das Rote Meer sei einer der Faktoren, die bisher einen noch stärkeren Preisanstieg verhindert hätten.

Wie ABC-News berichtet, bezifferten Analysten der US-Investmentbank JPMorgan den möglichen Aufschlag beim Ölpreis durch Probleme an der Bab al-Mandab-Straße bereits Ende März 2026 auf bis zu 20 US-Dollar je Barrel. Sollten beide Meerengen, Hormus und Bab al-Mandab, für längere Zeit geschlossen bleiben, wären auch Preise zwischen 150 und 200 US-Dollar je Barrel möglich.

Houthis als schlafende Reserve

Irans jemenitische Verbündete, die Houthis, haben sich aus dem aktuellen Konflikt bislang weitgehend herausgehalten. Für eine Unterbrechung des Verkehrs durch die Bab al-Mandab bräuchten sie das laut Smith nicht einmal vollständig zu ändern: Gezielte Angriffe auf einzelne Schiffe würden genügen, um den Tankerverkehr durch die Straße zum Erliegen zu bringen. Händler würden bereits jetzt Signale iranischer Staatsmedien und der Houthis beobachten, die eine Einschränkung des Zugangs zur Straße andeuten.

Das würde die Schließung der Bab al-Mandab-Straße bedeuten

Höhere Ölpreise kämen vor allem Ölproduzenten zugute, die ihre Förderung außerhalb der beiden betroffenen Meerengen betreiben. US-amerikanische Produzenten aus dem Permian Basin, aber auch Nordseeförderung, stünden in einem solchen Szenario als Nutznießer da. Energieanalysten warnen, dass eine gleichzeitige Schließung von Hormuz und Bab el-Mandeb bis zu einem Viertel der weltweiten Öl- und Gasversorgung blockieren würde, mit entsprechenden Folgen für Inflation und globales Wachstum.

Für Anleger jenseits des Energiesektors bedeutet das: Steigende Energiepreise belasten Unternehmen mit hohem Transportkostenanteil, von Fluggesellschaften bis zur Chemieindustrie, überproportional stark. Ob die Eskalation kommt oder ausbleibt, hängt in den nächsten Tagen wesentlich an einem Punkt: dem fragilen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon. Geht die Feuerpause in den nächsten Tagen in die Brüche, könnte Irans Drohung Realität werden.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.at

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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