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Begehrter Industriepartner 09.06.2026 17:07:00

Amazon schließt Milliardenvertrag mit Corning - Aktie reagiert deutlich positiv

Amazon schließt Milliardenvertrag mit Corning - Aktie reagiert deutlich positiv

• Amazon und Corning schließen milliardenschwere Partnerschaft für Glasfasertechnologien
• Einsatz in KI-Rechenzentren von Amazon
• Ausbau der Corning-Fertigung in North Carolina

Wie Corning und Amazon am Montag per Pressemitteilung bekanntgaben, haben die beiden Konzerne eine Vereinbarung zur Lieferung von Glasfaser- und optischen Verbindungstechnologien, insbesondere für den Einsatz in Rechenzentren von Amazon Web Services, geschlossen. Dabei sprechen die Unternehmen von einem "Multimilliarden-Dollar-Deal" über mehrere Jahre, auch wenn die exakte Summe nicht genannt wurde.

Corning als Schlüsselzulieferer der digitalen Infrastruktur

Der Deal folgt dabei einem klaren Trend: Der rapide Ausbau generativer KI-Anwendungen führt weltweit zu einem enormen Bedarf an Rechenleistung - und damit auch an physischer Infrastruktur. Ohne diese "unsichtbare" Ebene der digitalen Wirtschaft könnten große Sprachmodelle, Cloud-Dienste und datenintensive Anwendungen nicht skalieren. Amazon sichert sich somit über die Kooperation den Zugriff auf optische Glasfaser, Kabel und Konnektivitätslösungen, die für den Ausbau seiner Rechenzentrumsinfrastruktur essenziell sind.

Corning wiederum positioniert sich einmal mehr als zentraler industrieller Partner im Backbone der digitalen Wirtschaft. Das Unternehmen zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Herstellern von Spezialglas und Glasfasertechnologie. Mit dem neuen Vertrag stärkt der Konzern seine Position als systemrelevanter Zulieferer der globalen Digitalwirtschaft und baut gleichzeitig seine Fertigung aus: Im Rahmen des Abkommens sollen im US-Bundesstaat North Carolina rund 1.000 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze bei Corning entstehen, ergänzt um mehrere hundert Stellen im Bau- und Ausbauumfeld bestehender Produktionsanlagen.

Corning-Chef Wendell Weeks bezeichnete die Vereinbarung laut Pressemitteilung als "Meilenstein für Corning und die amerikanische Fertigung" und hob dabei hervor, dass die Investition die Expansion der Produktion ermögliche und die Widerstandsfähigkeit der US-Lieferketten stärke. Für Amazon wiederum betonte AWS-CEO Matt Garman die langfristige Perspektive: Investitionen in Infrastruktur und Fachkräfte seien entscheidend, um stabile digitale Dienste bereitzustellen und gleichzeitig wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen zu fördern, in denen das Unternehmen operiert.

Mehr als nur ein Liefervertrag

Der Vertrag zwischen Amazon und Corning lässt sich allerdings nicht allein als Beschaffungsdeal im Technologiesektor lesen. Vielmehr entsteht ein industrielles Ökosystem, das Fertigung, digitale Infrastruktur und regionale Wirtschaftspolitik miteinander verknüpft.

Für Amazon ist der Deal zudem auch eine Absicherungsstrategie. Der Konzern befindet sich in einem intensiven Wettbewerb mit anderen Hyperscalern wie Microsoft und Alphabet um die dominierende Rolle im KI-Cloud-Markt. Der Ausbau der physischen Infrastruktur ist dabei ebenso entscheidend wie die Entwicklung von Software- und KI-Diensten. Insbesondere Amazon Web Services gilt als Wachstumstreiber des Konzerns. AWS benötigt für den Betrieb moderner KI-Modelle nicht nur mehr Rechenzentren, sondern auch deutlich leistungsfähigere interne Netzwerke. Glasfaserverbindungen von Corning sind dabei ein zentraler Baustein.

In der Summe zeigt die Vereinbarung, wie stark sich die Grenzen zwischen Tech-Konzernen und klassischer Industrieproduktion verwischen. Der Ausbau der digitalen Wirtschaft wird damit zunehmend zu einer Frage physischer Produktionskapazitäten - und zu einer Standortfrage, die weit über die Tech-Branche hinausreicht.

Corning als begehrter Industriepartner

Doch nicht nur Amazon ist an einer Zusammenarbeit mit Corning interessiert: Bereits im Januar hat der Glasfaserspezialist eine mehrjährige Vereinbarung mit Meta verkündet und auch NVIDIA hat kürzlich eine KI-Allianz mit dem Konzern geschlossen.
"Drei Unternehmen, die in fast allen Bereichen miteinander konkurrieren, haben unabhängig voneinander Kapital an denselben Zulieferer gelenkt. Sie offenbaren damit eine gemeinsame Abhängigkeit, an der der Ausbau der KI nicht vorbeiführen kann", kommentierte Adam Patti, CEO des ETF-Anbieters VistaShares, dazu laut "Barron's".

Der neue Deal mit Amazon verhalf nun am Montag auch der zuletzt etwas unter Druck geratenen Corning-Aktie wieder auf die Beine: Die Aktie gewann im NYSE-Handel letztlich 5,61 Prozent auf 187,54 US-Dollar, am Dienstag geht es jedoch um 5,11 Prozent abwärts auf 177,97 US-Dollar. Seit Jahresbeginn konnte die Corning-Aktie somit bereits um 114,18 Prozent zulegen, auf Sicht der letzten vier Wochen liegt sie jedoch mit 5,4 Prozent im Minus.
Anteilsscheine von Amazon beendeten den Montagshandel an der NASDAQ 0,33 Prozent leichter bei 245,22 US-Dollar und legen am Dienstag um 0,06 Prozent auf 245,36 US-Dollar zu.

Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: T. Schneider / Shutterstock.com

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