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Geändert am: 10.09.2026 16:44:26

Nach EZB-Entscheid: ATX und DAX fallen zurück -- Wall Street im Minus -- Asiens Börsen letztlich in Rot

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt tendiert am Donnerstag tiefer.

So eröffnete der ATX etwas höher und stand zunächst auch anschließend moderat im Plus. Nach dem EZB-Entscheid fiel er jedoch unterhalb die Nulllinie zurück.

Die Wiener Börse hat am Donnerstagnachmittag nach der Bekanntgabe der EZB-Zinsentscheidung in den Minusbereich gewendet. Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich wie erwartet mit einer weiteren Zinserhöhung gegen die infolge des Iran-Kriegs gestiegene Inflation. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins steigt von 2,25 auf 2,5 Prozent. Zudem wurde der Inflationsausblick für die beiden nächsten Jahre angehoben. An den Terminmärkten stellt man sich nun darauf ein, dass eine weitere Zinserhöhung bereits im Dezember kommen wird. Dies belastete die Aktienkurse.

Neben der soliden Konjunktur spricht nach Einschätzung der Helaba-Analysten vor allem die deutlich oberhalb des EZB-Ziels liegende EWU-Inflation für eine restriktivere Geldpolitik. Es wird befürchtet, dass die weiterhin hohen Energiepreise zu neuen Preisschüben führen und sich die Inflation auf einem erhöhten Niveau verfestigen könnte, hieß es von den Experten weiter.

Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene unverändert eine sehr dünne Meldungslage vor.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt bewegt sich am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der EZB abwärts.

So startete der DAX 0,08 Prozent höher bei 25.555,66 Punkten, fiel im Anschluss zunächst in die Verlustzone, bevor er ab Mittag wieder kaum verändert notiert. Nach der Leitzinserhöhung der EZB drehte er jedoch wieder ins Minus und verharrt dort aktuell.

Der deutsche Aktienmarkt hat negativ auf die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr und trübe Inflationsperspektiven durch die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert. Die EZB stemmt sich mit der Zinserhöhung gegen die infolge des Iran-Kriegs gestiegene Inflation. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins steigt von 2,25 auf 2,5 Prozent, wie die Notenbank nach einer auswärtigen Sitzung in Berlin mitteilte. Zudem erhöhte die EZB ihre Inflationsprognosen für die kommenden beiden Jahre.

Höhere Zinsen sind tendenziell eine Belastung für die Aktienmärkte. Sie erhöhen die Finanzierungskosten von Unternehmen und können so die Gewinne schmälern. Zudem verteuern sie Investitionen und machen Anleihen als alternatives Investment attraktiver.

"Die Entscheidung der EZB ist keine Überraschung", schrieb Chefökonom Michael Heise von HQ Trust. Die Situation an den Energiemärkten und im Nahostkonflikt habe sich zuletzt nicht in die richtige Richtung entwickelt und die Inflationsrisiken erhöht. Verbesserte Konjunkturdaten gäben zusätzliche Rückendeckung für die Zinserhöhung.

WALL STREET

An der Wall Street geht es am Donnerstag weiter nach unten.

Der Dow Jones verlor zu Beginn 0,17 Prozent auf 52.291,85 Stellen und steht auch weiterhin unter Druck.
Der technologielastige NASDAQ Composite gab zum Börsenstart 0,88 Prozent auf 26.021,05 Punkte ab und fällt auch im Anschluss.

Nach den Verlusten im bisherigen Wochenverlauf lassen sich am Donnerstag weitere Kursrückgänge an der Wall Street beobachten. Belastet wird die Stimmung weiter von den Entwicklungen im Nahost-Konflikt und den gestiegenen Ölpreisen. Bei den Anlegern hält sich weiter die Sorge vor einer steigenden Inflation und damit verbunden möglichen Zinserhöhungen der US-Notenbank.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben hat, richtet sich der Fokus der Anleger nun auf die US-Notenbank. Die Fed wird in der kommenden Woche über die Höhe der Leitzinsen entscheiden. Im Vorfeld stehen aber noch die US-Inflationsdaten am Freitag auf der Agenda. Am Markt wird erwartet, dass diese die Entscheidung der Fed beeinflussen dürften. Eine Indikation gaben die am Donnerstag vorbörslich veröffentlichten US-Erzeugerpreise. Diese sind im August etwas stärker gestiegen als erwartet.

ASIEN

An den Aktienmärkten in Asien dominieren am Donnerstag die Bären.

Der Nikkei 225 schloss mit einem Gewinn von 0,20 Prozent bei 65.270,95 Punkten.

Vom Yen kam kein Störfeuer, er setzte die Seitwärtsbewegung der Vortage fort, nachdem er zuvor deutlicher aufgewertet hatte. Damit zeigte er sich unbeeindruckt davon, dass laut Vorstandsmitglied Kazuyuki Masu, die Bank of Japan gezwungen sein könnte, die Zinssätze schnell anzuheben, falls die Inflation anziehe. Schließlich seien die finanziellen Bedingungen im Land weiterhin locker. Die Inflation habe das 2-Prozent-Ziel zwar noch nicht erreicht, sei diesem aber sehr nahe.

Auf dem chinesischen Festland verlor der Shanghai Composite bis Handelsende 0,43 Prozent auf 3.934,40 Zähler.

In Hongkong gab der Hang Seng 1,27 Prozent auf 24.954,47 Einheiten ab.

Die Marktteilnehmer agierten nervös und vorsichtig angesichts von Ölpreisen über 100 Dollar pro Barrel und steigenden Anleiherenditen und vor wichtigen Inflationsdaten aus den USA. Dazu kam eine leichtere Vorgabe der Wall Street. Der jüngste Anstieg der Ölpreise folgt einer Eskalation von Angriffen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Das schürt Befürchtungen weiterer Störungen der globalen Energieversorgung.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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