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Geändert am: 31.08.2026 10:49:27

Zinssorgen im Fokus: ATX mit Rekordhoch -- DAX in Rot -- Asiens Börsen mehrheitlich im Minus

AUSTRIA

Am Montag greifen Anleger im heimischen Handel erneut zu.

Der ATX bewegte sich im frühen Handel leichte 0,07 Prozent im Minus bei 6.781,77 Punkten und kann im Anschluss in die Gewinnzone vordringen. Dabei kann er erneut eine Bestmarke verbuchen.

Steigende Ölpreise und höhere Zinssignale des Fed-Chefs auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole sorgen jedoch tendenziell für Zurückhaltung unter den Anlegern, hieß es. Zudem wird in London am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Noch sehr dünn gestaltete sich die Meldungslage zu den heimischen Unternehmen. Datenseitig startet die neue Woche mit den deutschen Verbraucherpreisen des auslaufenden Monats. Am letzten Freitag haben die Zahlen in Frankreich und Spanien einen erhöhten Preisdruck angezeigt.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt notiert zum Wochenstart etwas tiefer.

Der DAX gab zum Börsenstart leichte 0,4 Prozent auf 26.464,14 Punkte ab und bewegt sich auch weiterhin abwärts.

Nach dem Rekordhoch vom Freitag lässt sich für den DAX am Montag ein moderater Rücksetzer beobachten. Am Freitag hatte er trotz Signalen von US-Notenbankchef Kevin Warsh für eine Zinserhöhung eine neue Bestmarke aufgestellt. Doch nach dem europäischen Handelsende hatten bereits die US-Indizes ins Minus gedreht und am Morgen verloren auch die asiatischen Börsen. Es belasten insbesondere wieder die leicht steigenden Ölpreise.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem erwartbaren Preisanstieg beim Öl, nachdem das US-Militär Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen hatte. Dagegen hätten die Aktien- und Rentenmärkte recht entspannt auf die erneute militärische Eskalation reagiert. "Die Mehrzahl der Anleger erwartet offenbar nicht, dass die Situation erneut großflächig und langfristig eskaliert." Das US-Militär nahm zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal "Axios" sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Sie sollten daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen, hieß es. Die iranischen Revolutionsgarden drohten umgehend mit Vergeltung.

Zudem stellten sich die Anleger darauf ein, dass der nächste Zinsschritt der US-Notenbank wohl nach oben und nicht nach unten gehe, kommentierte Marktexperte Stephen Innes.

WALL STREET

Anleger an der Wall Street hielten sich am Freitag zurück.

Der Dow Jones zeigte sich zum Sitzungsstart knapp im Plus und kam auch im Verlauf nicht vom Fleck. Er verabschiedete sich mit minus 0,02 Prozent bei 53.559,34 Punkten in den Feierabend.
Der technologielastige NASDAQ Composite notierte zur Eröffnung derweil leicht im Minus und baute seine Verluste im Laufe des Tages etwas aus. Letztlich gab er 0,52 Prozent auf 26.402,42 Zähler nach.

Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh haben die New Yorker Börsen am Freitag etwas gebremst. Bei seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem internationalen Notenbanksymposium in Jackson Hole zeigte sich Warsh beeindruckt von der Wirtschaft, die offenbar stärker geworden sei, und betonte den Handlungsbedarf, falls die Inflation weiterhin nicht nachlasse. Die Anleger interpretierten das als Signal für eine möglicherweise anstehende Leitzinserhöhung. Dies würde festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen gegenüber als riskanter wahrgenommenen Anlagen wie Aktien begünstigen.

Warsh sei offenbar bemüht, den Zweifeln an seiner Bereitschaft zu Zinserhöhungen entgegenzutreten, schrieb Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg in einer ersten Einschätzung. Er erhöhe damit die Spannung vor der nächsten Zinssitzung Mitte September. "Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmaßlich das Zünglein an der Waage", glaubt der Experte. Von Interesse sei vor allem die Kerninflation. "Schwächt diese sich nicht ab, dann ist eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel. Die Entscheidung könnte auf Messers Schneide stehen."

ASIEN

Die asiatischen Börsen präsentierten sich am Montag überwiegend mit negativen Vorzeichen.

So fiel der Nikkei 225 in Tokio letztlich um leichte 0,14 Prozent auf 66.311,93 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite dagegen 0,86 Prozent fester bei 3.986,30 Zählern.

In Hongkong war ein Minus zu erkennen: Für den Hang Seng ging es schlussendlich um 0,07 Prozent abwärts auf 25.566,99 Einheiten.

Der als falkenhaft wahrgenommene Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Notenbankertreffen in Jackson Hole hat am Montag an den Börsen in Ostasien zwar für Vorsicht und Kaufzurückhaltung gesorgt. Im Handelsverlauf berappelten sich die meisten Indizes aber, so dass die Gesamttendenz am Ende des Handelstags uneinheitlich war, mit allerdings positivem Grundton. Wie Warsh sagte, muss die US-Notenbank noch mehr tun, falls die Entscheidungsträger nicht überzeugt seien, dass die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zurückkehrt. Zugleich betonte er den robusten Zustand der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, wo sich keine bremsende Wirkung des aktuellen Zinsniveaus zeige. Am Zinsterminmarkt stieg darauf die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September deutlich auf fast 60 von rund 30 Prozent.

Belastend wirkten daneben steigende Ölpreise, nachdem US-Streitkräfte iranische Abschussrampen in der Straße von Hormus angegriffen haben, worauf der Iran laut Berichten Vergeltungsangriffe auf US-Truppen in Jordanien startete. Noch hält sich der Preisanstieg aber in Grenzen.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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