05.03.2013 14:14:32

CEBIT/ROUNDUP: Messerundgang von Merkel und Tusk gestartet

    HANNOVER (dpa-AFX) - Mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag die weltgrößte Computermesse CeBIT in Hannover ihre Tore für das Publikum geöffnet. Gemeinsam mit dem polnischen Premier Donald Tusk ließ sich Merkel rund zweieinhalb Stunden lang Neuheiten der IT-Branche zeigen. Polen ist dieses Jahr Partnerland der Hightech-Messe, auf der bis kommenden Samstag fast 4100 Aussteller aus 70 Ländern ihre Technik und Ideen präsentieren wollen. Top-Thema unter dem Motto "Shareconomy" - einem Kunstwort aus den englischen Begriffen für Teilen ("Share") und Wirtschaft ("Economy") - ist der Austausch von Produkten und Ressourcen mit Hilfe des Internets. Auch Unternehmen wie SAP teilen ihr Wissen gebührenfrei über Online-Kurse mit interessierten Studenten.

    Teilen statt besitzen lautet das Motto, das sich auch bei der Mobilität mit dem Car-Sharing zunehmend durchsetzt. Computersysteme sollen dabei unterstützend eingreifen und den Weg bereiten. Ein weiteres Zukunftsthema sind intelligente Steuerungen für den Haushalt, die Stromverbrauch senken, das Haus sichern oder Ratgeberfunktionen übernehmen sollen. Für die Automatisierung müssen heute nicht mehr aufwendig Kabel verlegt werden - eine smarte Lüsterklemme hinter der Steckdose sammelt die Daten und steuert den Verbrauch. Sie lässt sich über ein Smartphone steuern.

    Ein Themenbereich, der für Debatten auf der Messe sorgen wird, sind die Möglichkeiten des dreidimensionalen Druckens von Gegenständen. Dabei stehen Fragen wie Urheberrecht und Markenschutz im Vordergrund.

    Bei der Eröffnung hatte Merkel dafür geworben, den rasanten Wandel in der IT-Welt mit dem richtigen politischen Rahmen zu unterstützen, um global den Anschluss nicht zu verpassen. Vielversprechende Ideen müssten besser gefördert werden. "Wir müssen aufpassen, dass wir eine wirkliche Gründungskultur entwickeln. Das sage ich nicht nur für Deutschland, sondern das sage ich für die gesamte Europäische Union", betonte Merkel.

    Es sei zuletzt viel für die Rettung des Euro getan worden, nun müsse die Konjunktur wieder anspringen. "Wir haben noch nicht ganz die Antwort, wo soll das Wachstum denn genau herkommen. Die IT-Branche ist mit Sicherheit eine Möglichkeit", sagte die Kanzlerin und sprach sich für EU-weit vergleichbare Gründungsbedingungen von Start-Ups in der Branche aus. Es gehe darum, ein Klima zu fördern, in dem die Ansiedlung von Firmen nicht von Bürokratie behindert werde.

    Die Zahl der Aussteller ging zwar um 161 auf 4079 teilnehmende Unternehmen zurück, im Vergleich zu Einbrüchen vor einigen Jahren blieb sie damit aber relativ stabil. Im vergangenen Jahr kamen zur CeBIT 319 000 Besucher. Neben kleinen Start-up-Unternehmen mit pfiffigen Gründern sind auch viele Branchengrößen, Bundesbehörden sowie Firmen aus dem Sicherheitsbereich vertreten. Pech hatte Bundeskanzlerin Merkel bei einer dieser Firmen, die für sensible Bereiche wie etwa auf Flughäfen Zugangsschneisen per Handabdruck anbietet. Sie hatte beim Test kein glückliches Händchen: Ihr wurde der Zutritt verwehrt./rek/so/loh/DP/zb

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