Emerald Horizon Aktie

Emerald Horizon für 0 Euro bei ZERO ordern (zzgl. Spreads)

WKN DE: A42CXA / ISIN: AT0000A3UZE1

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Starkes IPO 26.06.2026 14:01:00

Emerald Horizon-Aktie mit Traumstart an der Wiener Börse

Emerald Horizon-Aktie mit Traumstart an der Wiener Börse

Im Segment standard market continuous der Wiener Börse stand das Papier kurz nach Börsenstart bei 874 Euro je Aktie und damit rund 15 Prozent über dem Ausgabepreis von 760 Euro. Ausgegeben wurden 1.049.375 Aktien, damit wird das Unternehmen mit 797,5 Mio. Euro bewertet.

Zuletzt kostete das Papier mit 980 Euro nochmals deutlich mehr als der Referenzpreis gewesen war.

Hintergrundwissen zum Börsenneuling

Emerald Horizon Das Grazer Energietechnologie-Unternehmen Emerald Horizon ist am Freitag in Wien an der Börse gestartet. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und geht zunächst mit einem kombinierten Batterie- und Wärmespeichersystem auf den Markt, in drei Jahren soll ein thoriumbasierter Reaktor - eine Art Mini-Kernkraftwerk - als Produkt hinzukommen. Mit an Bord sind der ehemalige burgenländische FPÖ-Klubobmann Norbert Hofer sowie der ehemalige Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann.

Die Produkte sollen einander ergänzen, sobald beide am Markt sind. Die Speicher können bereits gekauft werden, "ab 1. Juli startet die Annahme der Bestellungen", sagte Firmengründer Florian Wagner im Gespräch mit der APA. Ihre Kapazität beläuft sich auf bis zu 100 Megawattstunden (MWh) - skalierbar in einzelnen 5-MWh-Modulen - und verbindet ein Batteriespeichersystem mit einem Wärmespeicher und einer KI-gestützten Steuerung.

Der Roll-Out für die Speicher ist für etwa drei Jahre anberaumt, dann soll der thoriumbasierte Reaktor, der in die Gruppe der Small Modular Reactors (SMR) fällt und derzeit noch in Entwicklung ist, marktreif sein. "Wir haben bisher noch alle unsere Zeitpläne eingehalten", sagte Wagner auf die Frage, ob dieser Fahrplan fix sei. Der Zeitplan passe gut mit der SMR-Strategie der EU zusammen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe jüngst bei einer Veranstaltung gesagt, sie wünsche sich, dass bis 2030 die ersten SMR laufen, sagte Wagner.

Ein Modul kann 10.000 Haushalte versorgen

Ein Reaktor-Modul kann bis zu 20 Megawatt (MW) Energie liefern - damit können laut Wagner rund 10.000 Haushalte versorgt werden - und hat eine Lebenszeit von rund 20 Jahren. Auch um die Sicherheit muss man sich laut dem Firmenchef keine Sorgen machen. Der Reaktor komme im Gegensatz zu einem klassischen Atomkraftwerk ohne kritische Kettenreaktion aus, die ein Explosionsrisiko und das Risiko einer Kernschmelze birgt. Statt Uran oder Plutonium wird Thorium verwendet. Dadurch entstehe auch kein langlebiger Atommüll.

Entwicklung und Produktion des Reaktors erfolgt übrigens nicht "in-House" - dafür wurde ein Unternehmen in den Niederlanden, die VDL Group, als Partner an Land gezogen. Auch die Regulatorik, die sich für SMR durchaus komplex gestalten wird, wurde laut Wagner komplett an ein niederländisches Unternehmen ausgelagert. Auf diese Art kommt Emerald Horizon mit einem kleinen Kernteam von rund 30 Personen aus.

Konzept "Energy as a Service"

>Weiters verfolgt das Unternehmen, das 2019 von Florian Wagner und Philipp Pölzl gegründet wurde, das Konzept "Energy as a Service". Das bedeutet, dass der Endkunde nicht für das Gerät an sich - dieses wird nur vermietet -, sondern nur für die entnommene Energie zahlt. Als angedachten Preis nannte Wagner rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde. Zielgruppe sind vor allem große Unternehmen, aber auch Gemeinden oder öffentliche Infrastruktur wie ein Krankenhaus kommen als Kunden in Frage. Gedacht sind die Reaktoren jedenfalls in erster Linie als Ergänzung zur normalen Energieversorgung und nicht als Kannibalisierung anderer Energiequellen.

Geografisch sieht Emerald Horizon seine Zielgruppe weltweit - Potenzial gebe es nicht nur in der hoch industrialisierten Welt, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Unter anderem könnten die Reaktoren für Afrika durchaus eine Lösung sein, meinte Holzmann. Denn in Afrika gehe die Industrialisierung oft aufgrund fehlender Stromleitungen nur schleppend voran. Der Thorium-Reaktor würde dieses Problem lösen, da er auch "kalt" starten könne, also ohne an das Stromnetz angeschlossen zu sein. In Österreich selbst dürfte es aufgrund des Verfassungsgesetzes gegen Atomstrom dagegen schwierig werden, das Produkt zu vermarkten.

Bewertung am ersten Börsentag bei über einer Milliarde Euro

Der Start an der Börse erfolgte laut Wagner nicht in erster Linie, um möglichst viel Kapital an Land zu ziehen, sondern vor allem um Sichtbarkeit und Vertrauen in die Technologie schaffen. "Wir sehen das auch als wichtiges Projekt für die Menschheit." Der erste Börsentag startete positiv.

>Emerald Horizon wurde 2019 von Florian Wagner und Philipp Pölzl gegründet. Die beiden Gründer halten auch nach dem Börsengang eine wesentliche Mehrheit an dem Unternehmen. Wagners Anteil liegt laut der gesetzlich verpflichtenden Beteiligungsmeldungen vom Mittwoch bei 52,90 Prozent, Pölzls Anteil liegt deutlich darunter bei 13,15 Prozent.

Im Jahr 2025 hat das Unternehmen einen Verlust von rund 768.000 Euro geschrieben. Als Grund wurde im Geschäftsbericht 2025 auf die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) verwiesen. Auch für die kommenden drei Jahre werden Verluste erwartet - für ein Start-up in der Aufbauphase sei das aber nicht ungewöhnlich, heißt es im Konzernabschluss 2025. "Emerald Horizon ist ein Start-up im F&E und muss in der derzeitigen Unternehmensphase immer wieder durch Kapitalerhöhungen zusätzliches Eigenkapital der Gesellschaft zuführen", schreibt das Unternehmen. Wagner rechnet zudem damit, dass in den kommenden Jahren noch kaum Umsatz erzielt wird.

APA

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Bildquelle: dencg / Shutterstock.com

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