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10.07.2026 15:00:38

Experte erklärt Sog durch gebrochenes Kabinenfenster

THESSALONIKI/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Zwischenfall mit dem zerbrochenen Fenster bei einer Ryanair-Boeing (Boeing) ist nach Einschätzung eines Luftfahrtsachverständigen ein Einzelfall. "Eigentlich kommt so etwas sehr selten vor", sagte der emeritierte Professor für Luftfahrtelektronik, Harald Hanke, der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich müsse der Fall aus Thessaloniki von den zuständigen Behörden gründlich untersucht werden.

Zeugen hatten berichtet, dass im Flug ein Fenster der Boeing 737 herausgebrochen sei. Der nächstplatzierte Passagier sei mit Kopf und Schultern durch die entstandene Öffnung gesogen worden und habe nur mit Mühe von anderen Passagieren zurückgehalten werden können.

Großer Druckunterschied

Der ehemalige Pilot Hanke erklärt das Phänomen mit dem großen Druckunterschied zwischen dem Kabineninnenbereich und dem Außenbereich des Flugzeugs. Die Passagierkabine werde im Flug auf einem für Menschen erträglichen Luftdruck gehalten, der in großer Höhe deutlich über dem der Umgebungsluft liegt. "Wenn in der Kabine nun plötzlich ein großes Loch entsteht, gleicht sich der Druck schlagartig aus", sagt Hanke. In der Folge werden Gegenstände oder auch nicht angeschnallte Passagiere durch die Öffnung angesaugt. "Je größer die Öffnung ist, desto schneller geschieht das."

Mit dem Druckabfall verbunden ist das Herabfallen von Sauerstoffmasken in der Kabine, was den Zeugenaussagen zufolge auch geschehen ist. Die Maschine kehrte in die nordgriechische Großstadt zurück, und die Passagiere wurden mit einer Ersatzmaschine nach Memmingen geflogen./ceb/DP/he

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