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10.07.2026 13:38:00
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Google-Standort in Kronstorf dürfte deutlich größer werden
Der geplante Google-Standort in Kronstorf (Linz-Land) dürfte zweieinhalbmal so groß werden wie bisher angenommen. Der Konzern hat laut Medienberichten weitere Ausbaustufen bei der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft zur Genehmigung eingereicht. Der Jahresverbrauch an Strom dürfte im Endausbau bei rund 1,5 bis 2 Terawattstunden liegen - zum Vergleich: Im Monat Mai haben die Endkunden in ganz Österreich 5,16 TWh verbraucht. Google kommentiert das nicht.
Nach 18 Jahren Planung war Ende April der Spatenstich für ein Datencenter in Kronstorf gesetzt worden. 2027 ist die Eröffnung vorgesehen, 100 neue Arbeitsplätze sollen laut Google entstehen. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt, hieß es damals. Nun wurden aber weitere Pläne eingereicht, die das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen und den Standort zu einem der größten innerhalb des Konzerns machen sollen. Kolportiert wird ein Investment in Milliardenhöhe.
Google wortkarg
Ein etwaiger Endausbau hätte eine Maximalkapazität von maximal 500 Megawatt, hieß es bei Google. Darüber hinausgehende Fragen zu den Eckdaten des Projektes, Jahresstromverbrauch, zu erwartenden Arbeitsplätzen oder Investitionssumme wurden nicht beantwortet. "Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen steigt, daher muss auch die Infrastruktur ausgebaut werden. Aktuell haben wir keinen Zeitplan für weitere Neuigkeiten", hieß es dazu lediglich seitens des Tech-Konzerns auf APA-Anfrage.
SPÖ fordert energiepolitische Maßnahmen, Grüne UVP
SPÖ-Landesrat Martin Winkler sieht in dem Projekt zwar "eine große wirtschaftliche Chance für Oberösterreich", fordert aber gleichzeitig energiepolitische Maßnahmen: "Wer ein Projekt in dieser Dimension begrüßt, muss auch beantworten, woher der dafür notwendige Strom künftig kommen soll. Die Stromversorgung der Bevölkerung und der bestehenden Betriebe darf dadurch weder gefährdet noch verteuert werden", betonte er und forderte, dass das Land "endlich konkrete Projekte für eine sichere und unabhängige Energieversorgung" auf den Weg bringe. "Dazu gehören insbesondere der Bau von Hybridkraftwerken, bei denen Wind- und Sonnenenergie mit Speichern intelligent miteinander verbunden werden, sowie die Errichtung eines zusätzlichen Pumpspeicherkraftwerks." Auch müsse geprüft werden, ob es möglich sei, die Abwärme zu nutzen.
Der grüne Landesrat Stefan Kaineder sieht hingegen eine Standortentscheidung, die "typisch für die oberösterreichische Raumordnungspolitik" sei. Er kritisiert den hohen Bodenverbrauch in "fruchtbarstem Ackerland" und, dass Rechenzentren nicht in den Anwendungsbereich des UVP-Gesetzes fallen würden. "Das halte ich für problematisch. Es liegen der UVP-Behörde (die zu seinem Ressort gehört, Anm.) auch keine offiziellen Informationen zum Projekt vor." Er forderte, "dass die Umweltauswirkungen dieses Projektes ganz genau geprüft werden" und "die Bevölkerung endlich transparent informiert" werde.
Ruf nach Transparenz
Die Umweltschutzorganisation WWF fordert strenge Umweltauflagen, denn "es handelt sich schließlich um eines der größten Boden- und Energiefresser-Projekte des Landes", so WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Vor einer weiteren Genehmigung müssten der gesamte Flächen-, Strom- und Wasserbedarf sowie die Auswirkungen auf das Stromnetz und die Region vollständig offengelegt und unabhängig bewertet werden.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich, sieht "einen Frontalangriff auf unsere Klimaziele und die regionale Versorgungssicherheit" und fordert, dass "alle Umweltdaten bedingungslos auf den Tisch kommen, bevor hier weiter zubetoniert wird."
Demo am 17. Juli
Die "Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf" hat zu einer Kundgebung für den 17. Juli um 15 Uhr an der Baustelle aufgerufen. Sie fordert u. a. die "bedingungslose Offenlegung aller Verträge und Deals zwischen Politik und Tech-Konzernen ab dem ersten Tag sowie ehrliche Gesamtprüfungen zu Lärm, Verkehr und Netzsicherheit", zudem Schutz vor Lärm und negativen Auswirkungen auf das Mikroklima durch die Abwärme.
ver/tpo
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