07.08.2019 16:06:43
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MÄRKTE EUROPA/Börsen geben Gewinne ab - Wachstumsängste belasten
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen können die Gewinne bis Mittwochnachmittag nicht halten und drehen ins Minus. Im Handel wird auf den US-Anleihemarkt verwiesen. Die Rendite zehnjähriger Treasuries ist auf 1,61 Prozent und damit auf ein neues Jahrestief gefallen. Hierin kämen Konjunktursorgen zum Ausdruck, heißt es. Die US-Zinskurve ist in der Zwischenzeit stark invers - in der Vergangenheit oft ein Rezessionsindikator.
Genährt werden die Wachstumssorgen auch durch die jüngsten Produktionszahlen aus Deutschland. Dies Produktion sank gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent und lag arbeitstäglich bereinigt sogar um 5,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der DAX notiert noch 0,2 Prozent im Plus bei 11.589 Punkten und fällt damit wieder klar unter die 200-Tagelinie bei 11.640 - im Hoch stand der Index noch bei 11.748. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,1 Prozent auf 3.290 nach unten.
Die Suche nach Sicherheit führt die Anleger momentan unweigerlich auch in das Gold, der Preis des Edelmetalls ist über die Marke von 1.500 Dollar je Feinunze gestiegen. Der globale Zinssenkungsreigen geht derweil weiter, so hat die Notenbank von Neuseeland überraschend und zudem recht deutlich die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 1 Prozent gesenkt. Auch die indische Notenbank sowie die Zentralbank von Thailand haben in der Nacht ihre Leitzinsen gesenkt. Die großen Zentralbanken dürften bald folgen.
Rohstoffe senden Warnsignal
An den Rohstoffmärkten geht es mit den Preisen weiter nach unten, dies deutet in der Regel darauf hin, dass hier die Marktteilnehmer mit einer sinkenden Nachfrage und einem Überangebot rechnen. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China spielt eine Rolle. Der Preis für Eisenerz ist in kürzester Zeit um 20 Prozent auf unter 100 Dollar je Tonne gefallen. Der jüngste Zusammenbruch der Eisenerzpreise war zu schnell und zu tief, heißt es von der Credit Suisse.
Mit Glencore hat zudem ein Bergbauriese schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Der Minenbetreiber und Rohstoffhändler hat mit seinem bereinigten operativen Gewinn im ersten Halbjahr die Erwartungen der Analysten verfehlt. Glencore kündigte zudem an, die Produktion in seiner Mutanda-Mine im Kongo am Jahresende vorübergehend einzustellen. Die Mine habe im aktuellen Markt an Wirtschaftlichkeit eingebüßt und werde nun gewartet. Glencore fallen an der Londoner Börse um 4 Prozent.
Positiv werden die Ergebnisse der Munich Re (plus 0,1 Prozent) gewertet. Wie auch bei anderen Rückversicherern blieben Großschäden aus, gleichzeitig konnten die Bruttoprämien zum Vorjahr kräftig gesteigert werden. Der Energiekonzern Eon ist trotz schlechterer Halbjahreszahlen überzeugt, die Jahresprognose halten zu können. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) sank um 12 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Die Aktie verliert 2,3 Prozent.
Anerkennende Worte finden Marktteilnehmer für den leicht erhöhten Gewinnausblick von Wirecard. Zwar sei die Erhöhung der erwarteten EBITDA-Spanne nur minimal, wichtiger sei aber, dass die Richtung nach oben zeige. Die Analysten der Citi empfehlen die Aktie gleichwohl weiter zum Verkauf. Wirecard verlieren 3,2 Prozent.
Für die Commerzbank rückt das Jahresziel nach einem eher enttäuschenden ersten Halbjahr in weitere Ferne, für die Aktie geht es um 5,8 Prozent nach unten. Nicht gut kommen zudem die Zahlen der Unicredit an, die Aktie verliert 5,7 Prozent. Im Gefolge geben Deutsche Bank 2,6 Prozent nach.
Guter Preis für Currenta
Als positiv für Lanxess und Bayer wird der erzielte Preis für den Chemieparkbetreiber Currenta gewertet. Bayer hatte den Rückzug aus dem Joint-Venture schon vor längerer Zeit angekündigt. Der erzielte Verkaufspreis liegt jedoch deutlich höher als von Analysten erwartet. So schreibt die Commerzbank, dass der Lanxess nach Steuern zufließende Betrag rund 15 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens ausmache. Bayer gewinnen 5,1 Prozent, während es für Lanxess um 3 Prozent nach oben geht.
Die Aktie von Burford Capital bricht in London um 60 Prozent ein. Der Grund ist nach Aussage aus dem Handel eine Short-Attacke des Shortsellers Muddy Waters. Dieser sei bekannt dafür, das Accounting seiner Investment-Ziele zu durchleuchten. Bei Burford Capital scheint Muddy Waters fündig geworden zu sein; er spreche bei der Kapitalrentabilität wie beim internen Zinsfuß von abweichenden Ergebnissen.
Es gibt aber auch positive Nachrichten. Bei guten Umsätzen geht es für die Aktie von Hapag-Lloyd um 23,2 Prozent nach oben. Während das Volumen des Reeders kaum zulegte, schoss der Nettogewinn in die Höhe und lag den Jefferies-Analysten zufolge 40 Prozent über der Markterwartung.
Positiv überraschte auch der Ausblick von Morphosys, für die Aktie geht es um 1,8 Prozent nach oben. Das Biotechnologie-Unternehmen rechnet im laufenden Jahr mit einem höheren Umsatz als bislang und geht auch beim operativen Ergebnis von besseren Zahlen als bislang angenommen aus.
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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.290,03 -0,05 -1,63 9,62
Stoxx-50 3.012,42 -0,33 -9,88 9,14
DAX 11.589,19 0,18 21,23 9,76
MDAX 24.964,76 0,08 20,97 15,64
TecDAX 2.761,75 -0,41 -11,41 12,72
SDAX 10.648,03 -0,52 -55,94 11,98
FTSE 7.162,49 -0,13 -9,20 6,59
CAC 5.235,89 0,02 1,24 10,68
Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,60 -0,07 -0,84
US-Zehnjahresrendite 1,61 -0,10 -1,07
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 08:44 Uhr Di, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1234 +0,29% 1,1205 1,1203 -2,0%
EUR/JPY 118,72 -0,43% 119,04 119,05 -5,6%
EUR/CHF 1,0917 -0,16% 1,0934 1,0945 -3,0%
EUR/GBP 0,9240 +0,38% 0,9223 0,9213 +2,7%
USD/JPY 105,66 -0,74% 106,25 106,27 -3,6%
GBP/USD 1,2160 -0,08% 1,2149 1,2161 -4,7%
USD/CNY 7,0652 +0,55% 7,0456 7,0235 +2,7%
Bitcoin
BTC/USD 12.078,50 +6,29% 11.609,25 11.716,25 +224,8%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,58 53,63 -3,8% -2,05 +7,8%
Brent/ICE 56,79 58,94 -3,6% -2,15 +2,7%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.507,97 1.474,25 +2,3% +33,72 +17,6%
Silber (Spot) 17,06 16,46 +3,6% +0,60 +10,1%
Platin (Spot) 857,78 853,00 +0,6% +4,78 +7,7%
Kupfer-Future 2,55 2,56 -0,4% -0,01 -3,7%
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com
DJG/mpt
(END) Dow Jones Newswires
August 07, 2019 10:06 ET (14:06 GMT)
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Bayer AG (spons. ADRs) | 5,50 | 2,80% |
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Bayer | 22,78 | 2,52% |
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Commerzbank AG (spons. ADRs) | 20,00 | 1,52% |
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Commerzbank | 20,44 | 2,20% |
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Deutsche Bank AG | 20,33 | 3,31% |
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E.ON SE | 12,06 | 0,21% |
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E.ON sp. ADRs | 11,90 | -0,83% |
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Glencore plc Unsponsored American Deposit Receipt Repr 2 Sh | 7,45 | 0,00% |
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Glencore plc | 3,82 | -0,25% |
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Hapag-Lloyd AG | 151,10 | 1,27% |
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LANXESS AG Unsponsored American Deposit Receipt Repr 1/5 Sh | 5,50 | -0,90% |
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LANXESS AG | 29,32 | -0,68% |
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Morphosys AG (spons. ADRs) | 16,70 | 3,73% |
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Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in Muenchen Unsponsored American Depos | 10,30 | 0,98% |
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Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re) | 534,40 | 2,81% |
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UniCredit S.p.A. | 49,49 | 2,83% |
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Wirecard AG | 0,02 | -3,30% |
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