03.02.2014 19:03:35
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MÄRKTE EUROPA/Sorge um globales Wachstum beschert Kursverluste
Von Thomas Leppert
Nach Kursverlusten im Januar ging es an den europäischen Börsen auch am ersten Handelstag im Februar abwärts. "Wir sehen einen Schwenk im Sentiment", so ein Händler. Erholungen an den Börsen würden momentan von den Anlegern genutzt, um ihre Aktienbestände zu reduzieren. Und die potenziellen Käufer, die weiter auf Liquidität sitzen, warten ab. Sie gehen davon aus, dass sie in den kommenden Wochen zu niedrigeren Kursen einsteigen können. Schwache Sentimentindikatoren aus China und den USA flankierten die Abwärtsbewegung an der Börse.
Bisher behielten die Investoren recht, die ihr Geld beisammen halten und auf den Einstieg warten. Das Kursbarometer Dax fiel zum Wochenstart um 1,3 Prozent auf 9.186,52 Punkte und schloss damit knapp über dem Jahrestief bei 9.166 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,5 Prozent nach auf 2.968 Punkte.
Konjunkturdaten aus China ließen bereits am Morgen keine Kaufstimmung aufkommen. Im Januar sank der offizielle Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auf 50,5 von 51,0 Punkten im Vormonat. Werte über 50 Punkte deuten zwar auf ein Wachstum, der Trend zeigt aber nach unten. Ähnlich war es bereits beim Index für den Dienstleistungssektor gewesen, der ebenfalls rückläufig war, aber noch über 50 lag.
Am Nachmittag enttäuschten Daten aus den USA. Mit einem Wert von 51,3 fiel der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes deutlich unter der Markterwartung von 56 aus. "Der deutliche Stimmungsrückgang ist überraschend und lässt marktseitig Zweifel über die Robustheit des konjunkturellen Aufschwungs in den USA aufkommen", kommentierte Marktstratege Ralf Umlauf von der Helaba.
Gute Konjunkturdaten aus der Eurozone am Vormittag führten indes nicht zu Aktienkäufen. Die produzierende Wirtschaft des Euroraums ist mit einem Wert von 54,0 noch stärker als zunächst gedacht in das Jahr gestartet und verzeichnet eine zunehmende Erholung auch bei den bisherigen Nachzüglern wie Griechenland und Spanien.
Gespannt wird am Devisenmarkt angesichts der Verwerfungen in den Schwellenländern die Entwicklung im Yen beobachtet, dem "sicheren Hafen". Der Dollar fiel auf 101,10 Yen, verglichen mit einem Stand am Freitag von fast 103 Yen. Viele Investments in den Schwellenländern wurden in der Vergangenheit in Erwartung einer fallenden japanischen Währung durch Yen-Kredite finanziert. Ein steigender Yen könnte diese Anleger zum Auflösen dieser so genannten Carry-Trade-Positionen zwingen, warnen Teilnehmer.
Auch gegenüber dem Euro tendiert der Yen zur Stärke, das Währungspaar fiel auf 136,57, den niedrigsten Stand seit dem 22. November 2013. Der Euro handelte gegenüber dem Dollar stabil bei einem Wechselkurs um 1,35. Der Goldpreis profitierte von der Suche nach Sicherheit, der Preis für die Feinunze sprang um 1,3 Prozent auf 1.262 Dollar.
Ein Blick auf die europäischen Sektor-Indizes zeigt, dass sich die Anleger vor allem aus den Unternehmen der Finanzindustrie verabschieden. Der Sektor der Versicherer verliert europaweit um rund 1,8 Prozent, die Banken um 2,5 Prozent und die Aktien der Finanzdienstleister um 2,0 Prozent. Aber auch der Sektor der Minenwerte stand deutlich unter Druck. Sollte die globale Wirtschaft an Schwung verlieren, dürfte die Nachfrage nach Grundstoffen zurückgehen, lautet die Begründung aus dem Handel.
Kräftig nach oben ging es dagegen für die Aktie von Ryanair, die nach Zahlen um 6,8 Prozent zulegte. Obwohl Ryanair im dritten Quartal des Geschäftsjahres einen Nettoverlust von 35,2 Millionen Euro geschrieben hat, hält das Unternehmen an der Prognose für den Nettogewinn 2014 fest. Dies habe am Markt für eine gewisse Erleichterung gesorgt, so die Analysten von Panmure Gordon. Der Sektor der Unternehmen aus der Reise- und Freizeitbranche hielt sich mit einem Minus von 1,2 Prozent vergleichsweise gut.
Am Londoner Aktienmarkt rutschten Lloyds-Aktien um fast 4 Prozent ab. Ein starker Anstieg der Rückstellungen im vierten Quartal führte zu Abgaben in der Aktie. Der Finanzdienstleister will zudem erst im zweiten Halbjahr eine Dividende zahlen. Shore Capital spricht zwar von einer Enttäuschung beim Zeitplan, hebt dafür aber das positive Momentum der Geschäftsaktivitäten hervor.
=== Europäische Schlussbörsen vom Montag, 3. Februar . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.963,96 -50,00 -1,7% -4,7 . Stoxx-50 2.809,99 -43,34 -1,5% -3,7 . Stoxx-600 318,21 -4,31 -1,3% -3,1 Frankfurt XETRA-DAX 9.186,52 -119,96 -1,3% -3,8 London FTSE-100 6.465,66 -44,78 -0,7% -4,2 Paris CAC-40 4.107,75 -57,97 -1,4% -4,4 Amsterdam AEX 383,63 -3,22 -0,8% -4,5 Athen ATHEX-20 393,94 8,67 +2,3% 2,4 Brüssel BEL-20 2.844,21 -47,04 -1,6% -2,7 Budapest BUX 18.552,47 -405,77 -2,1% -0,1 Helsinki OMXH-25 2.692,27 -26,39 -1,0% -5,0 Istanbul ISE NAT. 30 74.661,20 -96,64 -0,1% -9,4 Kopenhagen OMXC-20 647,86 0,67 +0,1% 5,3 Lissabon PSI 20 6.696,67 -93,68 -1,4% 0,7 Madrid IBEX-35 9.725,40 -194,80 -2,0% -1,9 Mailand FTSE-MIB 18.907,16 -511,18 -2,6% -0,3 Moskau RTS 1.291,04 -10,03 -0,8% -10,5 Oslo OBX 488,92 -1,29 -0,3% -2,9 Prag PX 986,81 -3,80 -0,4% -0,2 Stockholm OMXS-30 1.285,91 -18,54 -1,4% -3,5 Warschau WIG-20 2.369,57 13,68 +0,6% -1,3 Wien ATX 2.525,92 -33,82 -1,3% -0,8 Zürich SMI 8.107,02 -84,31 -1,0% -1,2DEVISEN zuletzt '+/- % Mo, 8.24 Uhr Fr, 17.21 Uhr EUR/USD 1,3516 0,17% 1,3494 1,3499 EUR/JPY 136,6998 -0,84% 137,8622 137,8383 EUR/CHF 1,2191 -0,25% 1,2222 1,2213 USD/JPY 101,1550 -0,98% 102,1525 102,1440 GBP/USD 1,6294 -0,81% 1,6427 1,6453 === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com
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February 03, 2014 12:32 ET (17:32 GMT)
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