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14.06.2017 08:55:43

MÄRKTE EUROPA/Zurückhaltung vor Fed-Entscheidung erwartet

   Von Manuel Priego-Thimmel

   FRANKFURT (Dow Jones)--Auch wenn sich zur Eröffnung an Europas Börsen am Mittwoch dank der Rekordvorlagen der Wall Street leichte Gewinne abzeichnen. Übergeordnet stellen sich Händler vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Abend aber auf ein zurückhaltendes Geschäft an den Aktienmärkten ein. Es gilt als ausgemachte Sache, dass die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte auf dann 1,00 bis 1,25 Prozent erhöhen wird. Viel spannender ist allerdings die Frage, ob die Währungshüter Details zur geplanten Kürzung der seit der Finanzkrise aufgeblasenen Bilanz liefern werden. Auch Aussagen zum zukünftigen Zinspfad dürften von Interesse sein.

   Der Dax wird zur Eröffnung bei 12.788 Punkten erwartet, was einem Aufschlag von 0,2 Prozent entspräche. Für den Euro-Stoxx-50 zeichnet sich ein Beginn bei 3.562 Zählern ab - ein Plus von 0,1 Prozent. Vor der Fed-Entscheidung könnte noch die Bekanntgabe der Einzelhandelsumsätze bzw. Verbraucherpreise in den USA Akzente an den Märkten setzen. Achten dürften die Anleger vor allem auf die Einzelhandelsumsätze - hier rechnen Analysten mit einer unveränderten Lesung im Mai nach einem Plus von 0,4 Prozent im Vormonat. Auch bei den Verbraucherpreisen wird im Konsens mit einer unveränderten Lesung gerechnet.

Fed-Zinsprojektionen und Bilanznormalisierung im Blick Am Devisenmarkt notiert der Euro wenig verändert bei 1,1217 US-Dollar am Morgen. Für Bewegung könnte der geldpolitische Ausblick der Notenbank sorgen. Dabei geht es nicht nur um eine Reduzierung der Fed-Bilanz, sondern auch um Indikationen zum zukünftigen Zinspfad. Wie die Commerzbank anmerkt, geht die Fed in ihren Projektionen über die am Abend erwartete Zinserhöhung hinaus bislang noch von vier weiteren Zinsschritten bis Ende 2018 aus. Dem steht aber nur eine Zinserwartung von ein bis zwei Schritten an den Märkten gegenüber. Ein wichtiger Grund für die pessimistischere Einschätzung des Marktes dürfte ein Einbruch der Inflationserwartungen in den vergangenen Monaten sein.

   Ein größeres Potenzial, den Markt zu bewegen, räumt die Commerzbank Informationen über das geplante Ende der Reinvestitionen aus dem abgeschlossenen Wertpapierkaufprogramm der Fed und die damit verbundene Bilanznormalisierung ein. "Allerdings nur, wenn die Fed mit ihrer Kommunikation scheitert. Denn ihr Ziel ist es, die Bilanzreduzierung mit möglichst wenigen Kursauswirkungen am Markt einzuleiten", heißt es. Ein "Taper-Tantrum" wie im Jahr 2013 wolle sie auf jeden Fall vermeiden. Und die bisher verhaltenen Marktreaktionen auf Äußerungen der Fed-Mitglieder zu einem baldigen Beginn der Bilanznormalisierung deuteten darauf hin, dass ihr das wohl auch gelingen werde.

Technologieaktien bleiben zentrales Marktthema Die Entwicklung der Technologiewerte bleibt am Markt ein zentrales Thema. Hatten Rückkäufe in den USA noch ihren Beitrag zu den neuen Rekordständen von S&P-500 und Dow-Jones-Index geleistet, geraten sie in Asien schon wieder unter Druck. Abwärts geht es mit Werten wie Taiwan Semiconductor und Largan. In Japan fallen Toshiba um 3 Prozent, der Konzern könnte laut Presseberichten den Verkauf seiner Chipsparte verschieben. "Noch ist offen, ob die Erholung der Techs nur von Schnäppchenjägern ausgelöst wurde und wieder abebbt", sagt ein Händler. Darüber entscheiden dürfte unter anderem die US-Notenbank, "falkenhafte" Töne dürften die Technologiewerte wieder belasten.

   Air Berlin dürften laut Händlern unter Aussagen der Monopolkommission leiden. Die Behörde hat sich gegen Bürgschaften für die marode Fluglinie ausgesprochen. "Wenn der Staat eine Bürgschaft gibt, dann handelt es sich potenziell um eine Beihilfe", sagte Achim Walbach, Vorsitzender der Kommission. "Der Kurs dürfte wieder unter Druck geraten", so ein Marktteilnehmer. Der Kurs hatte auf den Bürgschaftsantrag zunächst positiv reagiert.

=== DEVISEN zuletzt +/- % Di, 7:02 Uhr Mo, 17.15 Uhr % YTD EUR/USD 1,1220 +0,24% 1,1193 1,1202 +6,7% EUR/JPY 123,44 +0,24% 123,14 123,05 +0,4% EUR/CHF 1,0861 +0,11% 1,0849 1,0853 +1,4% EUR/GBP 0,8776 -22,39% 1,1307 1,1311 +3,0% USD/JPY 110,02 -0,00% 110,02 109,85 -5,9% GBP/USD 1,2786 +1,02% 1,2657 1,2676 +3,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 45,94 46,46 -1,1% -0,52 -19,1% Brent/ICE 48,27 48,72 -0,9% -0,45 -17,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.269,17 1.265,80 +0,3% +3,37 +10,2% Silber (Spot) 16,93 16,90 +0,2% +0,03 +6,3% Platin (Spot) 932,00 926,50 +0,6% +5,50 +3,1% Kupfer-Future 2,60 2,60 +0,1% +0,00 +3,2% === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

   DJG/mpt/flf

   (END) Dow Jones Newswires

   June 14, 2017 02:25 ET (06:25 GMT)

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