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10.12.2020 22:15:04

MÄRKTE USA/Corona-Sorgen und Arbeitsmarktdaten belasten

NEW YORK (Dow Jones)--Nach den Gewinnmitnahmen des Vortages hat sich die Wall Street am Donnerstag mit leichten Abschlägen gezeigt. Der Nasdaq-Composite konnte sich jedoch von den heftigen Vortagesverlusten ein klein wenig erholen. Auf die Stimmung drückten schwache Arbeitsmarktdaten und die weiter grassierende Corona-Pandemie. Die Anleger setzen zwar auf ein Stützungspaket für die angeschlagene US-Wirtschaft, dies lässt jedoch noch auf sich warten.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 29.999 Punkte, während der S&P-500 um 0,1 Prozent nachgab. Für den Nasdaq-Composite ging es indessen um 0,5 Prozent nach oben. Dabei gab es insgesamt 1.689 (Mittwoch: 1.589) Kursgewinner und 1.440 (1.520) -verlierer. Unverändert schlossen 93 (124) Titel.

Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sind kräftig und auf den höchsten Stand seit drei Monaten gestiegen. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. "Der heutige Anstieg der Erstanträge ist ein weiteres Anzeichen für die sinkende Konjunkturdynamik", konstatierte Marktstratege Richard Flynn von Charles Schwab. Auch die Europäische Zentralbank hat ihre Konjunkturperspektiven gesenkt.

Angesicht der mauen Konjunkturaussichten ruhen die Markthoffnungen nun umso mehr auf dem Zustandekommen eines Konjunkturpaketes in den USA. Ein überparteilicher Vorschlag wird weiter diskutiert und scheint mehrheitsfähig im Kongress zu werden. Händler bringen es auf einen einfachen Nenner: Je stärker die Corona-Krise in den USA wütet und weitere Lockdowns erzwingt, desto höher der Druck auf die Politik, sich auf Wirtschaftshilfen zu verständigen. Und hier wächst der Druck, denn die Corona-Pandemie fordert immer mehr Opfer in den USA. Von anderer Seite ist aber auch zu vernehmen, dass in Sachen Impfstoff und Konjunkturpaket schon sehr viel eingepreist sei.

Airbnb zum Börsen-Debüt mit massiven Kursgewinnen

Unter den Einzelwerten schauten Börsianer vor allem auf den Börsengang des Ferienwohnungsvermittlers Airbnb, dessen Aktie am Donnerstag erstmals gehandelt wurde. Der Ausgabepreis von 68 Dollar lag deutlich höher als die angepeilte Zielspanne von 56 bis 60 Dollar je Aktie. Ursprünglich lag die Spanne sogar nur bei 44 bis 50 Dollar. Die Emission bewertet das Unternehmen insgesamt mit etwa 47 Milliarden Dollar. Aus dem Handel ging die Aktie bei 144,71 Dollar, ein Plus von 112,8 Prozent zum Ausgabepreis.

Adobe gaben 1,4 Prozent nach. Der Software-Konzern hat im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen. Dabei half allerdings ein milliardenschwerer Steuervorteil. Gilead fielen um 0,6 Prozent. Der US-Pharmakonzern übernimmt die deutsche Pharmagesellschaft Myr für einen Milliardenbetrag.

Die Starbucks-Aktie reagierte mit Aufschlägen von 5,0 Prozent auf zuversichtliche Aussagen des Unternehmens. Die Kaffeehauskette rechnet mit einem besseren Umsatzwachstum als zuvor.

Der Einrichtungseinzelhändler RH hat Drittquartalszahlen ausgewiesen, die die Aktie um 3,2 Prozent drückten, obwohl sie über den Erwartungen liegen. Das Unternehmen laboriert allerdings mit Problemen in der Zulieferkette.

Pfund mit Sorgen um No-Deal-Brexit unter Druck

Am Devisenmarkt stieg der Euro trotz der taubenhaft gestimmten EZB um 0,5 Prozent auf 1,2137 Dollar an. Der Dollar-Index gab 0,4 Prozent nach. Händler bestätigten, dass die Maßnahmen der EZB so prognostiziert worden seien und daher die Gemeinschaftswährung nicht belasteten. Sinkende Realzinsen am US-Rentenmarkt drückten dagegen auf den Dollar, hieß es.

Das britische Pfund stand indessen mit Sorgen um einen harten Brexit deutlich unter Druck. Der Euro legte um 1,0 Prozent zu auf 0,9132 Pfund. Gegenüber dem Greenback gab die britische Währung 0,5 Prozent nach auf 1,3290 Dollar. Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Bevölkerung auf ein Scheitern der Gespräche mit der EU über ein Handelsabkommen eingestimmt. Es gebe "jetzt eine hohe Wahrscheinlichkeit", dass die Verhandlungen ohne ein Abkommen endeten, sagte er im britischen Fernsehen.

Die Ölpreise zogen mit den gestiegenen Hoffnungen auf ein baldiges Konjunkturpaket in den USA an. Sollte der US-Politik der Befreiungsschlag bei der Suche nach einem Konjunkturpaket gelingen, dürfte dies die Wachstumsperspektiven der USA und damit die Nachfrage nach Erdöl beflügeln, hieß es. Auch der schwache Dollar stützte. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI zog um 3,0 Prozent auf 46,88 Dollar an, Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 3,1 Prozent auf 50,37 Dollar und kletterte damit erstmals seit Anfang März wieder über die 50-Dollar-Marke.

Die Zurückhaltung am Aktienmarkt stützte die Rentennotierungen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank im Gegenzug um 3,5 Basispunkte auf 0,91 Prozent.

Der Goldpreis gab mit der Erwartung einer baldigen Zulassung von Corona-Impfstoffen in den USA etwas nach. Die Feinunze notierte 0,2 Prozent leichter bei 1.836 Dollar.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 29.999,26 -0,23 -69,55 5,12

S&P-500 3.668,10 -0,13 -4,72 13,54

Nasdaq-Comp. 12.405,81 0,54 66,86

Nasdaq-100 12.401,74 0,30 37,11 42,01

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 0,13 -1,2 0,14 -106,9

5 Jahre 0,37 -3,0 0,40 -155,2

7 Jahre 0,64 -4,0 0,68 -161,0

10 Jahre 0,91 -3,5 0,94 -153,9

30 Jahre 1,63 -5,7 1,69 -143,7

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:30 Mi, 18:14 % YTD

EUR/USD 1,2137 +0,46% 1,2095 1,2071 +8,2%

EUR/JPY 126,51 +0,42% 126,38 125,99 +3,8%

EUR/CHF 1,0767 +0,20% 1,0753 1,0751 -0,8%

EUR/GBP 0,9132 +1,00% 0,9076 0,9022

USD/JPY 104,24 -0,04% 104,50 104,36

GBP/USD 1,3290 -0,53% 1,3325 1,3379 +0,3%

USD/CNH (Offshore) 6,5374 +0,08% 6,5367 6,5301

Bitcoin

BTC/USD 18.397,76 -0,86% 18.341,96 18.407,75 +155,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 46,88 45,52 +3,0% 1,36 -16,3%

Brent/ICE 50,37 48,86 +3,1% 1,51 -16,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.835,47 1.839,80 -0,2% -4,34

Silber (Spot) 24,01 23,98 +0,1% +0,03 +34,5%

Platin (Spot) 1.033,50 1.005,33 +2,8% +28,18 +7,1%

Kupfer-Future 3,58 3,51 +2,0% +0,07 +26,6%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/err

(END) Dow Jones Newswires

December 10, 2020 16:15 ET (21:15 GMT)

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