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22.07.2024 07:29:44
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires
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+++++ TAGESTHEMA I +++++
US-Präsident Joe Biden hat seinen Rückzug von der Präsidentschaftskandidatur angekündigt. Nach wochenlanger Kritik an seinen jüngsten Auftritten gab Biden seine Entscheidung in einer Erklärung bekannt, die er auf seinen Social Media Kanälen veröffentlichte. In einer Kurznachricht auf X (ehemals Twitter) gab er seine Unterstützung für Vizepräsidentin Kamala Harris als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten bekannt. Nach Angaben des Weißen Hauses ist Biden seit vergangener Woche an Covid erkrankt.
Innerhalb seiner Demokratischen Partei hatte es in den vergangenen Wochen zunehmend öffentlichen Vorbehalt zu einer weiteren Amtszeit des 81-Jährigen gegeben. Biden, der älteste Präsident in der US-Geschichte, hatte in einem Fernsehduell mit Trump schwach abgeschnitten. Sein Auftritt hatte in den Wochen darauf Fragen nach seiner mentalen Fitness für eine weitere Amtszeit ausgelöst.
Mit seinem Rückzug müssen die Demokraten nun eine rasche Entscheidung treffen, wen sie für die US-Präsidentschaftswahlen am 5. November ins Rennen schicken werden und wer Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten werden soll.
+++++ TAGESTHEMA II +++++
SAP hat sein Cloud-Wachstum im zweiten Quartal ungeachtet der jüngsten Unsicherheiten im Markt für Unternehmenssoftware vorangetrieben. Der DAX-Konzern profitiert von seinen Initiativen, die Kunden in die Cloud zu migrieren. Mit Blick auf die Marge sollte das Restrukturierungsprogramm erste Früchte tragen. Den Ausblick für das Gesamtjahr dürfte die SAP SE bestätigen, wenn sie nach US-Börsenschluss Geschäftszahlen vorlegt. Trotz der zuletzt schwächeren Signale aus der US-Softwarebranche ist das Cloud-Wachstum von SAP, auf das der Markt besonders schaut, intakt. Die Initiativen zur Migration der Produkte in die Cloud treiben das Wachstum, meinen die Analysten von JP Morgan. SAP will möglichst viele Kunden in die Cloud bringen, so dass diese über das Internet auf die Software der Walldorfer zugreifen und nicht über Server auf ihrem eigenen Gelände. Das Geschäft mit Software-Lizenzen dürfte dementsprechend weiter planmäßig geschrumpft sein.
Nachfolgend eine Auswertung der Konsensprognosen zum zweiten Quartal (Angaben in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro, operative Marge in Prozent):
PROG PROG PROG
2. QUARTAL 2Q24 ggVj Zahl 2Q23
Operative Marge 22,0 -- 17 19,3
Umsatzerlöse 8.249 +9% 20 7.554
Cloud- und Softwareerlöse 7.181 +10% 19 6.505
Softwarelizenzen 237 -20% 19 316
Softwaresupport 2.788 -3% 19 2.873
Clouderlöse 4.150 +25% 19 3.316
Operatives Ergebnis 1.810 +24% 17 1.457
Ergebnis nach Steuern 1.193 +49% 17 799
Ergebnis je Aktie 1,26 +83% 7 0,69
Current Cloud Backlog 14.686 +27% 5 11.537
Free Cashflow -9,6 -- 14 604
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 IE/Ryanair Holdings plc, Ergebnis 1Q
13:00 US/Verizon Communications Inc, Ergebnis 2Q
22:05 DE/SAP SE, Ergebnis 2Q (23:00 Analystenkonferenz)
Mögliche vorgezogene Termine - auf Basis des Vorjahres geschätzt:
07:30 DE/Bayer AG, Ergebnis 1H
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
nternehmen Dividende
Enel 0,43 EUR
Nokia 0,03 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- US
14:30 Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) Juni
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
INDEX Stand +/-
DAX-Future 18.337,00 +0,3%
E-Mini-Future S&P-500 5.564,50 +0,2%
E-Mini-Future Nsdq-100 19.784,25 +0,4%
Nikkei-225 39.626,44 -1,1%
Schanghai-Composite 2.958,18 -0,8%
Hang-Seng-Index 17.566,79 +0,9%
+/- Ticks
Bund -Future 132,11 +6
Vortag:
INDEX Schluss +/-
DAX 18.171,93 -1,0%
DAX-Future 18.291,00 -0,9%
XDAX 18.166,46 -0,8%
MDAX 25.343,43 -1,0%
TecDAX 3.284,55 -1,8%
EuroStoxx50 4.827,24 -0,9%
Stoxx50 4.415,38 -0,6%
Dow-Jones 40.287,53 -0,9%
S&P-500-Index 5.505,00 -0,7%
Nasdaq-Comp. 17.726,94 -0,8%
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 132,05% -25
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Nach einem sehr deutlichen Rücksetzer in der Vorwoche werden die europäischen Aktienmärkte zum Wochenstart leicht höher erwartet. Thema des Tages ist der Rückzug des US-Präsidenten aus dem Rennen um die 60. Präsidentschaft der Vereinigten Staaten. Einige Analysten sind der Meinung, dass es möglicherweise keine große Reaktion an den Kapitalmärkten geben wird. "Ich denke nicht, dass es eine signifikante Marktreaktion geben wird, da es eine gewisse Abwartezeit geben wird", sagte Ed Mills, Washington Policy Analyst bei Raymond James. "Aber wir könnten sehen, dass der Schwung hinter dem 'Trump-Trade' ins Stocken gerät, bis wir ein klares Bild davon bekommen, was als nächstes für die Demokraten kommt."
Rückblick: Leichter - Zu den Unsicherheiten rund um einen möglichen US-Präsidenten Donald Trump und der Korrektur im Technologiesektor gesellten sich massive weltweite IT-Ausfälle, die mit Microsoft und dem Cybersicherheitsunternehmen CrowdStrike im Zusammenhang standen. Der Ausfall hatte massive Auswirkungen auf den Luftfahrtsektor, Banken, Bezahldienstleister, Behörden, Krankenhäuser und Börsenbetreiber rund um den Globus. Relativ ruhig verlief dagegen der kleine Verfall der Indexoptionen am Mittag. Für Danske Bank ging es um 7,7 Prozent nach oben. Zum einen überzeugte der Nettogewinn, der über Konsens lag. Zudem teilte die Bank mit, dass sie voraussichtlich 5,5 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausschütten wird. Nach überzeugenden Ertragszahlen gewannen Yara 3,7 Prozent. Die Analysten von Jefferies lobten die Kostenkontrolle. Die IT-Panne hatte massive Auswirkungen auf den globalen Flugverkehr. Lufthansa gaben um 1,9 Prozent nach, für Fraport ging es um 1,5 Prozent nach unten. Air France-KLM schlossen mit Abgaben von 2 Prozent.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Leichter - Sartorius brachen um 15,2 Prozent ein. Das Unternehmen senkte die Prognose für 2024. Damit hatten einige Analysten zwar gerechnet, doch die Anpassung fiel deutlicher aus als befürchtet. Bei der Tochter Sartorius Stedim lag die Umsatzprognose für 2024 in der Mitte etwa 5 Prozent unter Konsens und etwa 11 Prozent unter der Marktschätzung zum EBITDA. Stedim verloren 16,3 Prozent. Nach dem Kursrücksetzer des Vortages hatte Süss Microtec die Prognose für das Gesamtjahr 2024 angehoben. Süss schossen um 7,8 Prozent nach oben. Bei anderen Technologieaktien setzte sich der Abgabedruck indes fort: Infineon büßten 4 Prozent ein, Aixtron 4,6 Prozent. Erholen konnten sich Aktie aus dem Bereich Erneuerbare Energien. Diese mussten in den vergangenen Tagen mit Blick auf eine mögliche Präsidentschaft Donald Trumps kräftig Federn lassen: Siemens Energy gewannen 2,3 Prozent oder Nordex 4,3 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE
Einzig die Aktie von Takkt hat ein Händler von Lang & Schwarz am Freitagabend als auffällig zu nennen gewusst. Die Titel wurden 10,2 Prozent tiefer getaxt, nachdem der Händler für Geschäftsausstattung die Prognose für 2024 gesenkt hatte.
USA - AKTIEN
Leichter - Im Handel war von einer erhöhten Verunsicherung die Rede. Zum einen lieferte die US-Politik mehr und mehr Grund zur Sorge. Zum anderen lastete ein mutmaßlich durch ein Update des Cybersicherheits-Softwareunternehmens CrowdStrike verursachter weltweiter Ausfall von Microsoft-IT-Systemen auf den globalen Aktienmärkten. Die Crowdstrike-Aktie sackte um 11,1 Prozent ab. Der Kurs von Microsoft hielt sich mit minus 0,7 Prozent wacker. Gerade der in diesem Jahr so gut gelaufene Technologiesektor bekommt die neue Verunsicherung aktuell zu spüren. Der Halbleitersektor im S&P-500 büßte 1,7 Prozent ein. Netflix hatte dank eines starken Zuwachses der Abonnentenzahl mehr als erwartet verdient. Die Aktie drehte 1,5 Prozent ins Minus - belastet von einer mauen Umsatzprognose. Licht und Schatten enthielten die Geschäftszahlen von Halliburton. Die Aktie gab 5,6 Prozent ab. Auch bei Travelers (-7,7%) war der Gewinn etwas höher und der Umsatz niedriger als angenommen. Durchweg besser als angenommen waren die Geschäftszahlen des OP-Roboterherstellers Intuitive Surgical, dessen Aktie um 9,4 Prozent stieg. American Express (-2,7%) hatte ihren Jahresausblick angehoben. Die Einnahmen enttäuschten jedoch. Der Einstieg von Nvidia (-2,6%) bei Serve Robotics verhalf der Aktie des Herstellers von Lieferrobotern zu einem Kurssprung von über 187 Prozent.
USA - ANLEIHEN
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 4,51 +3,2 4,47 8,7
5 Jahre 4,16 +4,3 4,12 16,3
7 Jahre 4,18 +4,1 4,14 21,0
10 Jahre 4,24 +3,6 4,20 35,8
30 Jahre 4,45 +3,0 4,42 47,9
Eine erhöhte Nachfrage nach dem vermeintlich sicheren Rentenhafen ließ sich nicht feststellen. Denn nachgebende Notierungen hievten die Renditen ins Plus.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
July 22, 2024 01:30 ET (05:30 GMT)
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