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10.09.2026 07:30:46
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte beschließen, den Satz für Bankeinlagen um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anzuheben. ESTR-Forwards preisen einen solchen Schritt vollständig ein - und dafür gibt es gute Gründe: Die Inflation hat sich zuletzt weiter vom EZB-Zielwert von 2 Prozent entfernt, der Iran-Krieg mit weitgehender Sperrung der Straße von Hormus setzt sich fort, und das Wachstum ist unerwartet stark. Auch lässt die Kommunikation der EZB keinen Zweifel, dass sie den Leitzins auf ein Niveau anheben wird, das zuletzt im März 2025 herrschte. Analysten und Marktteilnehmer werden das geldpolitische Statement (Veröffentlichung um 14.15 Uhr) und die Aussagen von Präsidentin Christine Lagarde (Pressekonferenz um 14.45 Uhr) genau nach indirekten Hinweisen auf den weiteren Zinskurs absuchen. Mögliche Ansatzpunkte wären Aussagen zur Angemessenheit der Marktbepreisung weiterer Zinsschritte, die Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation sowie Einschätzungen zu Entwicklung der Energiepreise.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
08:00 GB/Associated British Foods plc (AB Foods), Zwischenbericht 4Q
22:05 US/Oracle Corp, Ergebnis 1Q
22:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 3Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende
Bastei Lübbe 0,25 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 Verbraucherpreise (endgültig) August
PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
vorläufig: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
zuvor: +0,8% gg Vm/+2,8% gg Vj
HVPI
PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
vorläufig: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
zuvor: +0,9% gg Vm/+2,8% gg Vj
- EU
14:15 EZB, Ergebnis der Ratssitzung und Veröffentlichung von
Stabsprojektionen
Einlagensatz
PROGNOSE: 2,50%
zuvor: 2,25%
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 205.000
zuvor: 206.000
14:30 Erzeugerpreise August
PROGNOSE: +0,4% gg Vm
zuvor: 0,0% gg Vm
Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie)
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,2% gg Vm
16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser August
PROGNOSE: -2,2% gg Vm
zuvor: -1,7% gg Vm
18:00 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy Information
Administration (EIA) Vorwoche
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 25.611,00 +0,2
E-Mini-Future S&P-500 7.660,25 +0,2
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.464,00 +0,1
Topix (Tokio) 4.042,18 -0,1
Hang-Seng (Hongk.) 24.938,70 -1,3
Shanghai-Comp. 3.938,08 -0,3
Mittwoch:
INDEX Schluss +/- %
DAX 25.576,45 -1,7
DAX-Future 25.576,00 -1,7
MDAX 32.078,48 -1,4
TecDAX 3.994,71 -1,0
SDAX 18.560,24 -1,2
Euro-Stoxx-50 6.311,56 -1,6
Stoxx-50 5.337,57 -1,5
XDAX 25.535,95 -0,2
Dow-Jones 52.380,66 -0,8
S&P-500 7.636,36 -0,5
Nasdaq Composite 26.253,34 -0,3
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Nach dem Abverkauf am Vortag dürften Europas Börsen leicht erholt in den Handel am Donnerstag starten. Das Umfeld bleibt weiter angespannt. Der Preis für Öl der Sorte Brent liegt am Morgen kaum verändert bei 101 Dollar das Fass, während die Rendite der 10-jährigen Treasurys in der Nähe Jahreshochs bei 4,84 Prozent verharrt. Haupttreiber bleibt die verfahrene Situation im Nahen Osten mit gegenseitigen Militärschlägen durch die USA und den Iran. Eine Deeskalation ist nicht in Sicht. Die Blicke richten sich nun auf die Entscheidung der EZB am Nachmittag. Angesichts der hohen Inflation gilt eine Anhebung um 25 Basispunkte als ausgemacht. Die Anleger hoffen daher vor allem auf Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs. Mögliche Ansatzpunkte wären Aussagen zur Angemessenheit der Marktbepreisung weiterer Zinsschritte, die Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation sowie Einschätzungen zur Entwicklung der Energiepreise. Noch wichtiger für die Finanzmärkte wird aber wohl die Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche sein, da sie von sehr viel größerer Unsicherheit geprägt ist. Als entscheidend werten Marktteilnehmer daher die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. Bei den am Nachmittag anstehenden Erzeugerpreisen wird ein Anstieg im August von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet. Die für die Märkte relevanteren Verbraucherpreise werden am Freitag veröffentlicht.
Rückblick: Händler sprachen von einem "Gift-Cocktail" aus Ölpreis- und Renditeanstieg. Wegen weiterer US-Angriffe auf iranische Tanker sprang der Brent-Ölpreis über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke und weckte damit Ängste vor weltweitem Inflationsdruck. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen über 3,41 Prozent. Unter kräftigem Abgabedruck standen vor allem Banken-, Konjunktur- und Konsumwerte, die als Hauptverlierer der Energiepreisexplosion gesehen wurden. Profiteure waren wie üblich in diesem Umfeld Energie-Aktien und auch Versorgertitel mit Aufschlägen von bis zu 0,2 Prozent. Inditex verloren nach Zahlenausweis 3,6 Prozent. Die EBIT-Marge enttäuschte. H&M gaben 1,2 Prozent nach. Selbst für Luxusaktien ging es angesichts des Ölpreissprungs tiefer, die Budgets der Konsumenten werden dadurch immer schmaler. Dazu kam die Abschwächung des frei verfügbaren Einkommens in China hinzu. Richemont fielen um 4,7 Prozent, Kering um 5,0 Prozent. Alle Branchenwerte schlossen tief im Minus. Docmorris sprangen um 6,6 Prozent nach oben, da eine neue Wandelanleihe ein etwas geringeres Volumen als die alte hatte. Dies erzeugte kräftigen Eindeckungsbedarf.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Sehr schwach - Die Inflationssorgen machten auch vor Autowerten nicht Halt: Volkswagen verloren 1,8 Prozent. Im Versorgungssektor profitierten RWE mit plus 1,7 Prozent von den höheren Ölpreisen. Technologiewerte litten unter dem Zinsanstieg. Für Infineon ging es um 2,6 Prozent nach unten. Die zuletzt oft volatilen SAP stemmten sich aber gegen den Trend und kletterten um 0,6 Prozent. Deutsche Börse verloren 2,3 Prozent nach der Ankündigung von Wandelschuldverschreibungen im Umfang von 600 Millionen Euro. Bei Auto1 ging es um 6,5 Prozent tiefer nach dem überraschenden Rücktritt von Finanzvorstand Christian Wallentin. Die Verluste führten Händler eher auf den generellen Verkaufsdruck bei Konsumaktien zurück. Nach einer Verkaufsempfehlung fielen Beiersdorf um 2,3 Prozent. Nach den Aufschlägen vom Vortag gaben Rheinmetall um 3,8 Prozent nach.
XETRA-NACHBÖRSE
Wenig Bewegung gab es im nachbörslichen Handel am Mittwoch. Es gab keine wichtigen Unternehmensnachrichten.
USA - AKTIEN
Schwächer - Die Wall Street schloss mit Abgaben, hielt sich aber deutlich besser als die Börsen in Europa. Dies wurde vor dem Hintergrund des negativen Börsenumfelds mit Ölpreisrally und Zolleskalation als beachtlich charakterisiert. Die Ölpreise marschierten weiter nach oben - die Sorte Brent hatte die Marke von 100 Dollar pro Fass erstmals seit Juli übersprungen. Ein weiterer Hemmschuh für die Börse war der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada. US-Präsident Donald Trump hatte Dekrete unterzeichnet, um den Import diverser Produkte aus Kanada in drei Wochen unterbindet. Damit reagierte er auf kanadische Gegenzölle auf US-Importe. Apple verloren 0,3 Prozent - wohl belastet von höheren Marktzinsen. Der Technologiegigant stellte auf seiner jährlichen Produktveranstaltung das iPhone Duo vor, eine faltbare Version des Smartphones. Die Aktie von Meta Platforms stieg um 6,6 Prozent, nachdem das Unternehmen Muse auf den Markt gebracht hatte, einen persönlichen KI-Agenten, der für die Automatisierung von Routineaufgaben wie die Buchung von Terminen, das Ausfüllen von Formularen und die Überwachung von Überwachungskameras zu Hause entwickelt wurde. Casey's General Stores brachen um 14,2 Prozent ein. Der Einzelhändler meldete im ersten Quartal ein verlangsamtes Wachstum der flächenbereinigten Umsätze. Chime Financial (+6,9%) hat den Ausblick angehoben. Zudem schluckt das Finanzunternehmen Stride Bank für 590 Millionen Dollar. Servicetitan prognostizierte einen Umsatz unter Markterwartungen, die Titel des Softwarehauses knickten um 30 Prozent ein.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/-
2 Jahre 4,43 +0,03
10 Jahre 4,84 +0,03
Die Ölpreisrally befeuerte Inflationssorgen und trieb die Renditen in die Höhe. Auch die Intervention des US-Finanzministeriums schien die Renditen nicht bremsen so können. Das Ministerium gab bekannt, dass es bei seiner Rückkaufaktion am Donnerstag maximal 6 Milliarden US-Dollar an längerfristigen Anleihen erwerben werde. Finanzminister Scott Bessent hatte jüngst Bemühungen angekündigt, die Anleiherenditen niedrig zu halten. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe gewann 3 Basispunkte auf 4,84 Prozent und ist nun in acht der letzten zehn Handelssitzungen gestiegen.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
September 10, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)
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