|
31.07.2026 07:29:52
|
MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Sehr fest - Angeführt von den Technologiewerten kam es an der Wall Street am Donnerstag zu einer kräftigen Erholung. Vor allem der Technologie-Sektor hatte zuletzt mit den immer weiter steigenden Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) unter Druck gestanden. Kein klares Bild lieferten die Zahlen von Microsoft und Meta Platforms. So ging es für die Meta-Aktie um 8 Prozent nach unten. Das Technologie-Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit Investitionen im Mittel von rund 137,5 Milliarden US-Dollar - eine Summe, die den Konzern laut Analysten in der zweiten Jahreshälfte zum ersten Mal seit seinem Börsengang im Jahr 2012 in den Bereich eines negativen freien Cashflows bringen dürfte. Zudem enttäuschte die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Microsoft (+15,5%) hat für das vierte Geschäftsquartal ein robustes Cloud-Wachstum und einen Anstieg der zahlenden KI-Abonnenten gemeldet. Der Konzern senkte seine Investitionsprognose für das Kalenderjahr 2026 von rund 190 Milliarden Dollar auf etwa 175 Milliarden Dollar, nachdem die geschätzte Nutzungsdauer der Rechenzentren und Bürogebäude von 15 auf 25 Jahre verlängert wurde. Bei den Chip-Werten kam es zu einer kräftigen Erholung von den jüngsten Abgaben. So ging es für die Nvidia-Aktie um 2,7 Prozent nach oben und die Titel von Intel gewannen 11,3 Prozent. Marvell Technology stiegen um 12,2 Prozent. Vor der Veröffentlichung von Zahlen nach der Schlussglocke verloren Apple 1,4 Prozent, während Amazon um 3,9 Prozent stiegen.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 4,23 -0,01 4,30 4,21
10 Jahre 4,66 +0,04 4,71 4,65
Die Renditen am US-Anleihemarkt stiegen nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den begleitenden Aussagen - im Zehnjahresbereich um 4 Basispunkte auf 4,66 Prozent. Für die Rendite 30-jähriger Papiere ging es zwischenzeitlich mit 5,243 Prozent sogar auf den höchsten Stand seit 19 Jahren.
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:05
EUR/USD 1,1505 -0,2 -0,0022 1,1527 1,1500
EUR/JPY 184,88 +0,6 1,0200 183,8600 183,4200
EUR/CHF 0,9288 +0,1 0,0009 0,9279 0,9287
EUR/GBP 0,8556 -0,0 -0,0003 0,8559 0,8565
USD/JPY 160,68 +0,7 1,1700 159,5100 159,5000
GBP/USD 1,344 -0,2 -0,0024 1,3464 1,3422
USD/CNY 6,7472 -0,1 -0,0078 6,7550 6,7550
USD/CNH 6,7442 -0,1 -0,0033 6,7475 6,7492
AUS/USD 0,7028 +0,0 0,0003 0,7025 0,7005
Bitcoin/USD 64.293,26 -0,7 -435,39 64.728,65 64.676,76
Der Dollar stand unter Druck. Der Dollar-Index fiel um 0,9 Prozent. Im Gegenzug sprang der Euro wieder über 1,15 Dollar. Die Unsicherheit über die Reaktionsfähigkeit der Fed auf Inflationsrisiken mache den Dollar anfällig, so Derek Halpenny von der MUFG Bank. US-Notenbankchef Warsh habe kaum eine Erklärung für die Entscheidung der Zentralbank vom Mittwoch geliefert, die Zinsen unverändert zu lassen. "Die Glaubwürdigkeit der Fed wird in Frage gestellt, und nach einem starken Anstieg der Inflationserwartungen haben sich die Aussichten für den Dollar eindeutig verschlechtert", ergänzte er.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.080,82 -0,5 -21,58 4.102,40
Silber 58,60 -0,6 -0,38 58,99
Platin 1.637,13 -1,4 -23,05 1.660,18
Für den Goldpreis ging es mit dem schwachen Dollar nach oben. Die Feinunze stieg um 1,2 Prozent auf 4.115 Dollar. Die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen, gibt den Anlegern die Zuversicht, wieder auf Gold zu setzen, meinte Rick Kanda von dGold Bullion. Kanda warnte jedoch, dass trotz der im Vergleich zu den letztjährigen Allzeithochs relativ günstigen aktuellen Goldpreise weiterhin Risiken bestünden. "Ehrlich gesagt kann sich das geopolitische und wirtschaftliche Umfeld dramatisch ändern, was Raum für Unsicherheit und Volatilität lässt", ergänzte er.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 81,62 -2,4 -1,97 83,59
Brent/ICE 87,43 -1,8 -1,60 89,03
Die Kämpfe im Iran-Krieg gingen derweil weiter, was die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung weiter schwinden ließ. Die Ölpreise pendelten nach den jüngsten kräftigen Gewinnen zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fiel um 1,9 Prozent auf 89,03 Dollar.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
INDUSTRIEAKTIVITÄT CHINA
Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 49,2 von 50,3 im Juni, wie aus den am Freitag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Juli-Wert verfehlte die in einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen ermittelte Prognose von 50,1. Extreme Wetterbedingungen beeinträchtigten die Fabrikaktivitäten und erhöhen den Druck auf Peking, zusätzliche politische Unterstützung zur Förderung des Wachstums auf den Weg zu bringen.
BANK OF JAPAN
Wie allgemein erwartet, bestätigte die Zentralbank ihren Leitzins bei 1,00 Prozent. Im Juni hatte sie den Leitzins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten angehoben und dabei die Möglichkeit angeführt, dass die Kerninflation ihr Ziel von 2 Prozent überschreiten könnte. Das Abstimmungsergebnis lautete 8 zu 1, wobei das hawkische Vorstandsmitglied Hajime Takata eine Anhebung auf 1,25 Prozent vorgeschlagen hatte.
SIEMENS HEALTHINEERS
kappt nach einem deutlichen Umsatzrückgang in der Labordiagnostik im dritten Quartal die Wachstumsprognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr erneut. Erwartet wird nun ein vergleichbares Umsatzwachstum zwischen 3,5 und 4,0 Prozent zum Vorjahr statt wie bisher 4,5 bis 5,0 Prozent. Wegen der Rückerstattung gezahlter US-Handelszölle hob Healthineers zugleich die Ergebnisprognose an. Das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Aktie wird nun zwischen 2,35 und 2,45 Euro statt wie bisher zwischen 2,20 und 2,30 Euro erwartet.
Die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal im Detail (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro, Wachstum und Marge in Prozent):
. BERICHTET PROG PROG
3. QUARTAL 3Q25/26 ggVj 3Q25/26 ggVj 3Q24/25
Umsatz 5.764 +2% 5.820 +3% 5.662
Vergleichbares Umsatzwachstum 2,8 -- 4,5 -- 7,6
EBIT bereinigt 1.101 +16% 888 -7% 953
EBIT-Marge bereinigt 19,1 -- 15,3 -- 16,8
Ergebnis nach Steuern/Dritten 669 +21% 494 -11% 552
Ergebnis je Aktie 0,60 +22% 0,44 -10% 0,49
Ergebnis je Aktie bereinigt 0,70 +9% 0,53 -17% 0,64
AUMOVIO / BMW
haben eine juristische Auseinandersetzung über einen zurückliegenden Gewährleistungsfall im Zusammenhang mit einem integrierten Bremssystem durch einen Vergleich beigelegt und sich zugleich auf eine Stärkung ihrer Geschäftsbeziehungen verständigt. Dies umfasse auch die Erteilung neuer Aufträge durch BMW in einem Volumen von über 1 Milliarde Euro. Wie Aumovio mitteilte, belasten die bilanziellen Auswirkungen des Vergleichs jedoch das Ergebnis des zweiten Quartals 2026 und machen eine entsprechende Anpassung der Jahresprognose notwendig.
HELLA
Belastet von niedrigerem Geschäftsvolumina im Lichtbereich hat Hella im ersten Halbjahr bei nahezu stabilen Umsätzen weniger verdient. Die operative Marge sank auf 5,4 von 6,0 Prozent im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Autozulieferer seinen Ausblick vom März.
THYSSENKRUPP NUCERA
hat im dritten Quartal 2025/26 von Vorzieheffekten profitiert. Wie der Anbieter von Elektrolyse-Technologien für grünen Wasserstoff mitteilte, lag der Konzernumsatz auf Basis vorläufiger Berechnungen mit 145 (Vorjahr 184) Millionen Euro über den bisherigen Erwartungen. Auf das Segment Chlor-Alkali entfielen dabei Erlöse von 109 (81) Millionen Euro, und auf das Segment Grüner Wasserstoff 36 (103) Millionen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Quartal voraussichtlich auf minus 2 Millionen Euro, nachdem es vor einem Jahr noch ausgeglichen war. Der Auftragseingang stieg auf 81 (63) Millionen Euro, wobei 3 (13) Millionen auf das Segment Grüner Wasserstoff entfielen, und 78 (50) Millionen auf das Segment Chlor-Alkali.
AMS-OSRAM
bindet seinen Konzernchef Aldo Kamper länger an sich. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde mit Kamper ein neuer, ab dem 1. Oktober 2026 gültiger und bis zum 30. September 2031 laufender Vertrag vereinbart. Die bisherige Bestellung Kampers wäre zum 31. März 2027 ausgelaufen.
BANCO SANTANDER
will ein Übernahmeangebot für den Kauf der restlichen ausstehenden Aktien ihrer Tochter Santander Brasil starten. Die Tenderangebote in den USA und Brasilien gelten für etwa 10 Prozent des Aktienkapitals von Santander Brasil, teilte Banco Santander mit. Das maximale Gesamtvolumen beider Angebote beträgt rund 1,91 Milliarden Euro.
HSBC
verkauft ihr australisches Portfolio für Privat- und Immobilienkredite im Wert von 25 Milliarden US-Dollar an das Private-Equity-Unternehmen Blackstone. Die britische Bank setzt damit die Umstrukturierung ihres Geschäfts fort und konzentriert sich auf ihre Kernmärkte.
AMAZON
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
July 31, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
Der finanzen.at Ratgeber für Aktien!
Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!