05.08.2026 07:29:54

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

Ausblick: Die Börsen dürften auf Rekordjagd bleiben. Die Umfeld bleibt positiv. Die Ölpreise notieren wieder unter 80 Dollar das Fass. Laut US-Finanzminister Scott Bessent stehen die USA und der Iran unmittelbar vor der Einigung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Nachbörslich in den USA negativ aufgenommene Quartalszahlen von SpaceX und AMD tun der guten Stimmung offenbar keinen Abbruch. In beiden Fällen fielen die Geschäftszahlen besser als von Analysten erwartet aus, aber offenbar nicht gut genug, um die hohen Erwartungen der Anleger zu befriedigen. Bei AMD belastete, dass SpaceX künftig bei Nvidia statt bei AMD Chips kauft. Laut CMC ist die relative Stärke des DAX in den vergangenen Tagen bemerkenswert. Geschuldet sei dies vor allem der hohen Nachfrage gerade von ausländischen Investoren. Zudem stützen überwiegende ordentliche Quartalszahlen und -ausblicke. Charttechniker sehen Anschlusspotenzial im DAX bis zunächst 27.000 Punkte.

Rückblick: Fester - Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs oder zumindest die Öffnung der Straße von Hormus hat die Börsen am Dienstag beflügelt. Für Bewegung bei Einzelaktien sorgte eine Flut von Quartalszahlen. Der bisher insgesamt besser als erwartet ausgefallene Verlauf der Berichtssaison ist zu einer wichtigen Stütze für die Aktienrally geworden. Kräftig gesucht waren die Tech-Werte und hier vor allem die Profiteure und Zulieferer des KI-Booms. Im DAX stiegen Infineon um 3,7 Prozent, in Europa ging es für STMicro um 3,6 Prozent und BE Semiconductor (Besi) um 8,1 Prozent nach oben. Zu Besi hatten sich die Analysten von Bernstein und von Berenberg sehr bullish geäußert und die Aktie zum Kauf empfohlen. Auch die Ausrüster von KI-Datencentern wurden kräftig nachgefragt. Hier trieben deutlich bessere Zahlen und eine erhöhte Jahresprognose von Caterpillar. Der US-Konzern rüstet die Energieversorgung von Datencentern aus, was auch andere Branchenwerte wie Schneider Electric (+3,2%) und ABB (+2,0%) trieb. Siemens Energy sprangen 2,3 Prozent in Hoffnung auf ebenso starke Zahlen am Mittwoch. Die Bank HSBC (-0,8%) hat laut JP Morgan durchwachsene Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fester - Zalando brachen um 13,4 Prozent ein. Die Zahlen kamen nicht so gut an, der Ausblick wurde nach leicht unten angepasst. Für FMC-Aktien ging es 7,6 Prozent nach unten trotz besserer Geschäftszahlen, denn die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde nur bestätigt. Hohe Kerosinkosten setzten der Lufthansa (-8,2%) im zweiten Quartal zu. Während die Umsätze wie erwartet ausfielen, wurde beim Gewinn die Markterwartung verfehlt. Die Airline hält nun sogar einen Rückgang des operativen Ergebnisses im Gesamtjahr für möglich. Bayer (+2,4%) hat im zweiten Quartal von Wachstum und Margenanstieg im Agrargeschäft profitiert. Anders als vom Markt erwartet ging das bereinigte EBITDA auf Konzernebene nicht zurück, sondern stieg um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Für Evonik ging es nach ordentlichen Geschäftszahlen um 1,6 Prozent nach oben. Weiter abwärts ging es bei den Sportartikelherstellern. Die enttäuschenden Zahlen von Adidas (-2,5%) und Puma (-0,4%) hatten hier für Ernüchterung gegenüber dem Sektor gesorgt. Adidas traf nun noch der Verlust der Kaufempfehlung durch die UBS.

USA - AKTIEN

Sehr fest - Hoffnung auf Fortschritte bei der Beendigung des Iran-Kriegs trieb Dow Jones und S&P-500 auf Rekordstände. US-Finanzminister Scott Bessent hatte gesagt, dass es "schon morgen" eine Einigung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus geben könnte. Gefallene Ölpreise und Anleiherenditen befeuerten die Kauflust zusätzlich. Auch durchweg schwächere Konjunkturdaten trugen zur Zerstreuung von Zinserhöhungsängsten bei. Unter den Einzelwerten verteuerten sich Caterpillar um 5,6 Prozent. Der Hersteller von Baumaschinen, der auch Datenzentren ausrüstet, hatte überraschend starke Geschäftszahlen vorgelegt. Palantir sprangen um fast 30 Prozent nach oben, nachdem der Anbieter von Software und Dienstleistungen der Systemanalyse überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Der Ausblick auf das laufende Quartal übertraf ebenfalls die Schätzungen. Zudem hob Palantir die Ziele für 2026 an. Spotify fielen um 1,7 Prozent. Der Musik-Streaming-Anbieter hat im zweiten Quartal erstmals die Zahl von 300 Millionen Premium-Abonnenten verzeichnet, Gewinn und Umsatz enttäuschten jedoch. Merck & Co (+0,2%) hat aufgrund von Akquisitionskosten ihre Jahresziele gesenkt, im zweiten Quartal aber dank des starken Onkologiegeschäfts überraschend gut abgeschnitten. Krebs- und Herzmedikamente hat auch Pfizer (+1,5%) zu einem unerwartet guten Ergebnis verholfen. Der Pharmakonzern hob das untere Ende seiner Umsatzprognose für 2026 an. Licht und Schatten enthielten die Zahlen von McDonald's. Die Schnellrestaurantkette verdiente mehr als erwartet, jedoch enttäuschte der Umsatz. Die Aktie stieg gleichwohl um 1,2 Prozent. Das Unternehmen hat Maßnahmen zur Rückgewinnung von Kunden in den USA angekündigt.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,19 -0,05 4,27 4,19

10 Jahre 4,63 -0,06 4,71 4,62

Die gefallenen Ölpreise linderten in Verbindung mit den schwächeren Konjunkturdaten Inflations- und Zinserhöhungsängste, was die Anleiherenditen nachgeben ließ.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:10

EUR/USD 1,1536 +0,1 0,0007 1,1529 1,1521

EUR/JPY 181,83 -0,0 -0,0300 181,8600 181,5000

EUR/CHF 0,9321 -0,1 -0,0006 0,9327 0,9320

EUR/GBP 0,8571 -0,0 -0,0001 0,8572 0,8566

USD/JPY 157,6 -0,1 -0,1200 157,7200 157,5400

GBP/USD 1,3452 +0,0 0,0004 1,3448 1,3443

USD/CNY 6,7465 -0,1 -0,0067 6,7532 6,7532

USD/CNH 6,7461 -0,0 -0,0015 6,7476 6,7470

AUS/USD 0,7049 +0,1 0,0005 0,7044 0,7035

Bitcoin/USD 64.108,41 -0,3 -202,46 64.310,87 64.029,33

Der Dollar zeigte sich trotz gefallener Marktzinsen wenig verändert - der Euro kletterte um 0,2 Prozent auf 1,1532 Dollar.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.132,74 +1,4 56,73 4.076,01

Silber 60,68 +2,0 1,17 59,51

Platin 1.753,55 +1,1 19,02 1.734,53

Der Goldpreis profitierte von den gefallenen Anleiherenditen. Diese erhöhten die Attraktivität des zinslos gehaltenen Edelmetalls. Der Preis für die Feinunze stieg zum Settlement um 1,5 Prozent auf 4.095 Dollar.

Gold legt im asiatischen Handel zu. Die Märkte wögen weiterhin die widersprüchliche Rhetorik zwischen den USA und dem Iran ab, was die Unsicherheit über mögliche diplomatische Fortschritte schüre, urteilt Tony Sage, CEO von Critical Metals. Jede positive Auswirkung auf die Öltransporte durch die Straße von Hormus könnte die Ölpreise nach unten treiben, was die Inflationssorgen lindern, die Anleiherenditen drücken und für eine Entlastung bei Gold sorgen würde, meint Sage.

ÖL

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 75,17 -0,8 -0,60 75,77

Brent/ICE 78,86 -0,6 -0,50 79,36

Die Spekulation auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus ließ die Ölpreise erneut kräftig nachgeben. Das Barrel Brentöl verbilligte sich um 4,4 Prozent auf 79,36 Dollar. Ein neuer Angriff auf ein Frachtschiff vor der Küste des Oman hatte die Preise kurzzeitig wieder in die Höhe getrieben und unterstrich, wie fragil ein mögliches Abkommen bleibt.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

KONJUNKTUR CHINA

Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Juli 50,4 (Juni: 54,1) - RatingDog

SAP

Chef Christian Klein mahnt mit Blick auf die Gefahr, dass Europa bei der Künstlichen Intelligenz (KI) in eine gefährliche Abhängigkeit von den USA und China gerät, zu Tempo: "Wir müssen schnell agieren, niemand in den USA oder China wartet auf uns. Sie wollen uns alle schlagen." Deshalb müssten europäische Unternehmen bei angewandter KI vorangehen. Wegen der neuen KI-Konzerne steht SAPs Geschäftsmodell unter Druck, die Aktie verliert seit Monaten an Wert. SAP will gegensteuern, indem es 400 bis 500 neue Data Scientists einstellt. Durch KI werde etwa die Softwareentwicklung um 30 Prozent produktiver, sagt der SAP-Vorstandschef. "Kann man einen Stellenabbau komplett ausschließen? Nein, das wäre auch nicht ehrlich." Aktuell beschäftigt SAP etwa 112.000 Menschen weltweit. (Süddeutsche Zeitung)

Trotz einer strategischen Partnerschaft mit dem Startup n8n hat ein Team bei SAP nach Handelsblatt-Informationen heimlich an einem Konkurrenzprodukt gearbeitet. Das berichten drei mit den Vorgängen vertraute Personen. Der Vorstand des Softwareherstellers soll demnach die Entwicklung gestoppt haben, nachdem er davon erfahren hatte. SAP kommentierte den Fall nicht im Detail. Vorstandsmitglied Sebastian Steinhäuser, der die Partnerschaft mit n8n verantwortet, sagte: "Wir hätten dieses Produkt nie kommerzialisiert, der Vorstand hätte zu 100 Prozent Nein gesagt." Das Top-Management habe sich klar auf n8n als Partner festgelegt. (Handelsblatt)

COMMERZBANK/UNICREDIT

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

August 05, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)

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