05.03.2024 13:20:00

OeBFA stockte zwei Bundesanleihen auf

Die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) hat heute, Dienstag, zwei Bundesanleihen aufgestockt - eine zehnjährige und eine 7-jährige mit 6 Jahren Restlaufzeit. Die Nachfrage zeigte sich solide, die Rendite für das zehnjährige Papier blieb in etwa stabil. Der Markt sei derzeit von unterschiedlichen Erwartungen zum Zeitpunkt der ersten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), aber auch der US-Notenbank Fed getrieben, sagte OeBFA-Chef Markus Stix zur APA.

Während die Marktteilnehmer Anfang des Jahres noch von deutlichen Zinsrückgängen für heuer ausgegangen waren, sind die Erwartungen mittlerweile etwas zurückgekommen. "Die Markterwartung kalibriert sich neu", so der OeBFA-Geschäftsführer. Damit sich die EZB bewege, müsse sich die Inflation deutlich in Richtung des langfristigen Inflationsziels bewegen. Die aktuellen Lohnabschlüsse würden aber eher darauf hindeuten, dass dieser Inflationspfad nicht so schnell erreicht werde wie zuvor angenommen.

In diesem Umfeld zeigte sich die Emissionsrendite für das zehnjährige Papier nur wenig verändert. Bei der heutigen Auktion kam die Rendite bei 2,844 Prozent zu liegen, nach 2,853 Prozent bei der Aufstockung Anfang Februar. Für die sechsjährige Anleihe belief sich die Rendite auf 2,732 Prozent. Das zehnjährige Papier war 2,35-fach überzeichnet, das sechsjährige 2,28-fach. Durch die Aufstockung wurde ein Volumen von rund 2 Mrd. Euro lukriert.

Erfreulich sei auch die Einengung des Spread der heimischen Anleihen zu Deutschland, so Stix. Bei der zehnjährigen Anleihe lag der Spread Anfang Februar noch bei 53 Basispunkten, heute waren es nur noch 48 Basispunkte. Bei der 6-jährigen Anleihe, die heuer das erste Mal aufgestockt wird, engte sich der Spread von 68 auf 42 Basispunkte ein.

Österreich habe zuletzt gut performt und zahle derzeit weniger Zinsen auf Staatspapiere als Frankreich, sagte der OeBFA-Chef. Das hängt auch stark mit dem Sekundärmarkt zusammen, auf zuletzt wieder mehr Anleihen gekauft worden seien. Das wirke positiv auf den Spread.

Künftig soll der Sekundärmarkt in Österreich deutlich besser bei Transparenz und Preisqualität, aber auch im Hinblick auf die Liquidität performen. Seit Anfang März sind heimische Bundesanleihen an der Wiener Börse nämlich den ganzen Tag handelbar, also an Börsentagen von 9.15 Uhr bis 16.30 Uhr. Damit sollen auch kleine Investoren und Private aus dem In- und Ausland bewegt werden, mehr in Staatsanleihen zu investieren.

In Österreich ist der Anteil an Privaten, die Anleihen am Sekundärmarkt halten, mit zwei Prozent sehr gering. Andere Länder wie die USA, aber auch Italien, haben beispielsweise einen deutlich höheren Anteil an Privatanlegern. Für einen Emittenten sei es aber durchaus wichtig, auch von dieser Seite Unterstützung und Rückhalt zu bekommen, sagte Stix.

Derzeit sind 33 Bundesanleihen mit Restlaufzeiten zwischen vier Monaten und 96 Jahren und einem Volumen von mehr als 300 Milliarden Euro am Handelsplatz Wien gelistet, darunter auch zwei grüne Anleihen. Market Maker für den kontinuierlichen Handel von Anleihen sind Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI).

bel/tpo

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