22.05.2014 17:40:00
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RBI prüft nach Rückzahlung von Staatsgeld weitere Kapitalstärkung
Die Raiffeisen Bank International (RBI) sieht sich trotz der neuen Aufsichtsvorgabe, für das Russland- und Ukrainegeschäft mehr Kapital vorzuhalten, ausreichend kapitalisiert, um das in der Finanzkrise gewährte Staatskapital (in Summe 1,75 Mrd. Euro Partizipationskapital) jetzt binnen drei oder vier Wochen ganz oder größtenteils zurückzuzahlen.
Zugleich wird erwogen, nach der 2,8 Milliarden Euro schweren Aktienkapitalerhöhung vom Jänner die Kapitaldecke weiter aufzupolstern. Zeitliche Angaben dafür machte der Vorstand dafür aber nicht.
RBI-Chef Karl Sevelda sagte am Donnerstag, dabei könnte es sich um Additional-Tier-1- oder auch Tier-2-Emissionen handeln, die Kapitalquoten könnten zudem durch den Abbau weiterer risikogewichteter Aktiva oder über einbehaltene Gewinne verbessert werden. Eine Änderung der Dividendenpolitik stehe aber nicht an.
Seine Zuversicht, dass die heimische Bankenaufseher nun im Juni eine Rückzahlung des Partizipationskapitals zumindest teilweise freigeben, begründete Sevelda mit Zusicherungen aus der Finanzmarktaufsicht (FMA), in den nächsten drei bis vier Wochen, "wenn nicht sogar früher", eine endgültige Entscheidung treffen zu wollen. Auch das private Partizipationskapital will die Bank tilgen.
Faule Kredite dürften die RBI 2014 mehr kosten als bisher geschätzt: Die Vorsorgen und Wertberichtigungen im Kreditgeschäft könnten - bei stagnierender Kreditvergabe - im laufenden Jahr von zuletzt 1,15 auf bis zu 1,4 Mrd. Euro steigen. Im ersten Quartal musste schon für die Ukraine deutlich mehr zurückgelegt werden. Laut RBI werden auch die Kreditrisikovorsorgen in Russland "wesentlich höher" ausfallen als letztes Jahr, dabei allerdings immer noch relativ moderater zu liegen kommen als in manch anderem Land. Bei einer Zuspitzung der Krisen und Konflikte um Ukraine und Russland und im Gefolge der Bilanzchecks bzw. Stresstests von EZB und europäischer Aufsicht könnten die Risikokosten für die Gesamtbilanz noch steigen.
Die RBI hat am Donnerstag auch ihre Kostensparziele angepasst: Plante man bisher, die Verwaltungsaufwendungen bis zum Jahr 2016 wieder auf das Niveau des Jahres 2012 zurückzufahren, so sollen diese Aufwendungen nun "unter" das Niveau des Jahres 2012 reduziert werden. Für 2014 rechnet der Konzern auf jeden Fall mit Kosten unter dem Niveau von 2013. Ein Teil des Zinsgeschäfts des ersten Quartals war, weil von Derivaten getrieben, nicht nachhaltig.
(Schluss) rf/ivn
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