19.01.2015 09:55:47

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax mit neuem Rekord - Hoffen auf EZB-Geld

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf noch mehr billiges Notenbank-Geld hat den DAX am Montag auf einen neuen Rekordstand getrieben. Die Märkte seien extrem optimistisch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Ankündigung umfangreicher Käufe von Staatsanleihen ein starkes Zeichen setze, schrieb Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG.

Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex bis auf 10 236 Punkte und setzte damit seinen Höhenflug fort - zuletzt behauptete er ein Plus von 0,48 Prozent auf 10 216,14 Punkte. Bereits am Freitag hatte das Börsenbarometer historische Bestmarken erreicht und nachbörslich sogar erstmals die Marke von 10 300 Punkten übersprungen.

Der MDAX der mittelgroßen Werte notierte nach einem Sprung bis auf rekordhohe 17 750 Punkte noch 0,39 Prozent im Plus bei 17 743,98 Punkten. Der TecDAX kletterte 0,57 Prozent auf 1447,63 Punkte; für den Technologiewerte-Index bedeutete das immerhin den höchsten Stand seit Mitte 2001. Der Eurozonen-Leitindex EuroSTOXX 50 rückte um 0,10 Prozent vor.

ERWARTUNGEN AN EZB BERGEN ENTTÄUSCHUNGSPOTENZIAL

Alles andere als die Ankündigung eines "QE"-Programms ("Quantitative Easing") der EZB würde die Akteure am Aktienmarkt enttäuschen, sagte Analystin Claudia Windt von der Helaba mit Blick auf die anstehende Notenbank-Sitzung am Donnerstag. Bis zum Höhepunkt der Woche rechnen Marktteilnehmer mit einiger Nervosität.

Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sprach von guten Chancen für weitere Kursgewinne. "Allerdings sollte nach dem jüngsten Höhenflug nicht alles auf einmal investiert werden", warnte er vor zu hohen Erwartungen.

KURSEINBRUCH IN CHINA

Abzuwarten sind außerdem die Auswirkungen massiver Kursverluste in China, nachdem die chinesische Wertpapieraufsicht den kreditfinanzierten Aktienkauf eingeschränkt hatte aus Sorge um eine Überhitzung des Marktes. Der Wertpapierkauf auf Pump gilt als einer der Treiber an den chinesischen Festlandbörsen im vergangenen Jahr.

Ein Händler sprach jedoch von einer Sondersituation und gewichtete ansonsten gute Vorgaben höher: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) legte seit dem Xetra-Schluss am Freitag um 0,58 Prozent zu. Auch die jüngste Verschärfung des Konflikts zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes sowie die anstehenden Wahlen in Griechenland könnten dem Markt derzeit kaum etwas anhaben, erklärte Windts Helaba-Kollege Christian Schmidt.

Der Feiertag Martin Luther King Day in den USA könnte allerdings das Handelsvolumen über den Tag hinweg dämpfen, da etliche amerikanische Investoren am Markt fehlen dürften.

RWE LEGEN WEITER ZU: BERICHT STÜTZT

Bei den Einzelwerten ragten die Aktien des Versorgers RWE heraus: Nach dem Kurssprung am Freitag infolge der Einigung über den Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea stiegen die Titel um weitere 0,88 Prozent. Börsianer sahen einen Bericht der "Rheinischen Post" als Stimmungsstütze. Demnach forderten die kommunalen Aktionäre, die insgesamt 25 Prozent an RWE halten, nach dem Dea-Verkauf eine stabile Dividende. "RWE plant zwar, die Dividende zu senken und Schulden abzubauen", sagte ein Händler. "Die Forderung so wichtiger Aktionäre könnte aber möglicherweise für ein Umdenken sorgen."

MERCK FEST: EURO-SCHWÄCHE VERTEUERT ÜBERNAHME NICHT

Für die Merck KGaA (Merck) ging es um 1,25 Prozent hoch. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht sich trotz der Euro-Schwäche gegen einen Aufschlag bei der milliardenschweren Übernahme des US-Pharmaspezialisten Sigma Aldrich geschützt. Am Preis ändere sich auch in Euro gerechnet nichts, weil das Geschäft gegen Devisenkursrisiken abgesichert sei, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die Fresenius-Titel (Fresenius SECo) verteuerten sich um 1,31 Prozent, was Beobachter darauf zurückführten, dass die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P ) die Kreditwürdigkeit des Medizinkonzerns seit Freitagabend positiver als zuvor bewertet. Im SDAX der geringer kapitalisierten Unternehmen sprangen die Anteilsscheine des neu hinzugekommenen Autozulieferers Hella um 1,96 Prozent nach oben./gl/das

JETZT DEVISEN-CFDS MIT BIS ZU HEBEL 30 HANDELN
Handeln Sie Devisen-CFDs mit kleinen Spreads. Mit nur 100 € können Sie mit der Wirkung von 3.000 Euro Kapital handeln.
82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Indizes in diesem Artikel

Dow Jones 43 621,16 0,37%