15.12.2016 19:25:41
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ROUNDUP/Versicherer im Stresstest: Milliardenbelastung durch Niedrigzinsen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Zinstief reißt tiefe Löcher in die Bilanzen von Europas Lebensversicherungen. Hart trifft es vor allem die deutschen Assekuranzen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Stresstest der Europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa hervorgeht. Hält das Zinstief dauerhaft an, müssten sich die 236 untersuchten europäischen Versicherer auf eine Belastung von insgesamt 100 Milliarden Euro einstellen. Auf deutsche Unternehmen kämen dabei 27,9 Milliarden Euro zu, weil die Vermögenswerte langsamer wachsen als die Verbindlichkeiten gegenüber den Versicherten.
Deutschen Lebensversicherern machen die hohe Zinsgarantien aus alten Verträgen zu schaffen, die es in anderen Ländern teilweise so nicht gibt. Etwas besser stehen Deutschlands Assekuranzen im Extremszenario da. Dort wurde zusätzlich zu niedrigen Zinsen ein Absturz der Kurse der meisten Wertpapiere durchgespielt. Europaweit würde dieses Szenario die Bilanzen der Unternehmen mit 160 Milliarden Euro belasten, die deutschen kämen auf 26,8 Milliarden Euro.
Ergebnisse einzelner Unternehmen wurden nicht veröffentlicht. Ziel des Stresstestes war es, ein Gesamtbild der Branche in Extremsituationen zu bekommen. Insgesamt gesehen seien die Versicherer bei der Betrachtung abseits der Stress-Szenarien angemessen kapitalisiert, urteilte die Eiopa. So liege die für die Kapitalstärke mit einer Solvenzquote von 196 Prozent insgesamt deutlich über der Mindestmarke von 100 Prozent.
Allerdings patzten zwei europäische Versicherer bereits vor jeglichem Stress. Ohne die Sonderregeln für den Übergang auf "Solvency II" und Ausnahmen für langfristige Zinsgarantien hätten sogar 32 der 236 Versicherer die 100-Prozent-Marke gerissen.
Nach Angaben der Finanzaufsicht Bafin nahmen an dem Stresstest 20 deutsche Lebensversicherer teil, die etwa 75 Prozent des Markts abdecken. Der deutsche Branchenverband GDV zeigte sich von den Ergebnissen nicht überrascht. Die Aussagekraft der Tests sei jedoch gering, da die Szenarien auf sehr unwahrscheinlichen Annahmen beruhten, argumentierte der GDV./mar/stw/jha/
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